Bei der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (englisch: ankle brachial index) handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beschreiben kann. Der Test gilt als hochspezifisch und sensitiv, um eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) nachweisen zu können.
Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung innerhalb eines Jahres zu versterben, soll für Patienten mit pathologischen Werten im ABI um bis zu dreifach erhöht sein.
Dabei wird am liegenden Patienten zuerst am Knöchel und am Oberarm der systolische Blutdruck (erster Blutdruckwert, in mm Hg) gemessen. Aus diesen Werten wird dann ein Quotient gebildet (Knöchel-Blutdruck/Oberarm-Blutdruck).
Für den Patienten ist keine spezielle Vorbereitung nötig.
Wichtig für die aussagekräftige Bestimmung sind folgende Punkte
- Der Patient soll vor der Messung mindestens zehn Minuten im Liegen ausgeruht haben
- Die Messung wird zweimal durchgeführt, jeweils auf der rechten und linken Seite
- Für die Interpretation der Werte wird der niedrigste Quotient als Grundlage für die Diagnose genommen
Bei gesunden Personen liegt der Quotient bei ≥ 1, da im Liegen der Blutdruck am Knöchel dem am Oberarm entspricht oder er etwas höher ist .
Bei gefäßkranken Personen ist der Blutdruck am Knöchel im Liegen erniedrigt.
Ist der Quotient unter 0,9 erniedrigt, so zeigt dies eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) an, die ihrerseits mit einem deutlich erhöhten Risiko für einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder Apoplex (Schlafanfall) einhergeht.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist meist nur ein Zeichen der Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die sich am ganzen Körper abspielt.
Mithilfe des Knöchel-Arm-Index lassen sich folgende Stadien der paVK unterscheiden
- 0,9-0,71 − leichte paVK
- 0,7-0,41 − mittelschwere paVK
- ≤ 0,4 − schwere paVK
Mit zunehmendem Schweregrad der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sinkt die Lebenserwartung der Betroffenen dramatisch. Sie kann unter der manchen Krebserkrankungen liegen. Bei gleichzeitig vorliegendem metabolischen Syndrom verdoppelt sich das kardiovaskuläre Risiko nochmals.
Falsche oder nicht aussagekräftige Werte können vor allem bei sehr alten Personen oder bei Diabetikern vorliegen, da sie Gefäßveränderungen vorweisen können, die eine richtige Messung unmöglich machen.
Auf jeden Fall sollte bei Patienten, bei denen pathologische Werte im Knöchel-Arm-Index gemessen wurden, zur weiteren angiologischen Diagnostik (Untersuchung durch einen Facharzt für Erkrankungen der Gefäße) überwiesen werden.
Literatur
- C Diehm, H Darius, D Pittrow, JR Allenberg
Knöchel-Arm-Index
Dtsch Arztebl 2005;102:A2310-2313 [Heft 34-35] - C Diehm, H Darius, D Pittrow, JR Allenberg, RL Haberl, M Mahn, HG Tepohl, HJ Tramisch, S Lange
Metabolic syndrome and peripheral arterial occlusive disease as indicators for increased cordiaovascular risk
Dtsch Med Wochenschr. 2007 Jan 5;132(1-2):15-20













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