Einleitung
Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)

Bei der Endokarditis (Synonyme: Aktive nichtrheumatische Pulmonalklappenendokarditis; Akute bakterielle Endokarditis; Akute Endocarditis lenta; Akute Endocarditis ulcerosa; Akute Endokarditis; Akute Herzklappenentzündung; Akute Herzklappenkrankheit; Akute infektiöse Endokarditis; Akute maligne Endokarditis; Akute Myoendokarditis; Akute nichtrheumatische Pulmonalklappenendokarditis; Akute nichtrheumatische Trikuspidalklappenendokarditis; Akute Periendokarditis; Akute septische Endokarditis; Aortenklappenendokarditis durch Streptokokken; Arthritis bei infektiöser Endokarditis; Arthropathie bei infektiöser Endokarditis; Bakterielle Endokarditis; Bakterielle Mitralklappenendokarditis; Eitrige Endokarditis; Endocarditis lenta; Endocarditis maligna; Endocarditis ulceropolyposa; Endocarditis ulcerosa; Endokarditis durch Pneumokokken; Endokarditis durch Streptokokken; Glomeruläre Krankheit bei subakuter bakterieller Endokarditis; Glomeruläre Störung bei subakuter bakterieller Endokarditis; Glomerulonephritis bei subakuter bakterieller Endokarditis; Herzklappenulkus; Infektiöse Endokarditis; Maligne Endokarditis; Mykotische Endokarditis; Osler-Knötchen; Purulente Endokarditis; Reaktive Arthropathie bei infektiöser Endokarditis; Sepsis lenta; Septische Endokarditis; Subakute bakterielle Endokarditis; Subakute Endocarditis lenta; Subakute Endocarditis ulcerosa; Subakute Endokarditis; Subakute infektiöse Endokarditis; Subakute maligne Endokarditis; Subakute Myoendokarditis; Subakute nichtrheumatische Trikuspidalklappenendokarditis; Subakute Periendokarditis; Subakute septische Endokarditis; Suppurative Endokarditis; Toxische Endokarditis; Ulzerative Endokarditis; Vegetative Endokarditis; ICD-10-GM I33.-: Akute und subakute Endokarditis) handelt es sich um die Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard). Das Endokard überzieht das Herzinnere und die Herzklappen. Von der Endokarditis sind hauptsächlich die Herzklappen betroffen. Durch die Entzündung kann es zu schweren Schäden der Herzklappen mit anschließenden Herzklappenfehlern kommen.

Man kann die folgenden Formen der Endokarditis unterscheiden:

  • Abakterielle Endokarditis ‒ verursacht durch Antikörper-Reaktionen; z. B. Endocarditis rheumatica (rheumatische Endokarditis; als Komplikation des rheumatischen Fiebers); die Bakterien gelangen extern (von außen) ins Blut oder entstammen endogenen (innen liegenden) Entzündungsherden
  • Infektiöse Endokarditis (IE) – durch Bakterien, Viren, Pilze verursachte Endokarditis; die Infektion kann akut und subakut auftreten (wg. Erreger s. u. Ursachen)
  • Mischformen ‒ dabei pfropft sich eine infektiöse Endokarditis auf eine abakterielle Endokarditis

Häufigkeitsgipfel: Die rheumatische Endokarditis tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf (bei 5- bis 15-Jährigen, da in diesem Alter vermehrt Tonsillitiden (Mandelentzündungen) vorkommen).

Bei 40-80 % der Kinder mit rheumatischen Fieber entwickelt sich eine rheumatische Endokarditis.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) für die bakterielle Endokarditis beträgt ca. 3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Westeuropa).
Die abakterielle Endokarditis kommt in den westlichen Industrieländern kaum noch vor. In den ärmeren Entwicklungsländern stellt sie nach wie vor ein Problem dar. Weltweit erkranken ca. 15 Millionen Menschen an der abakteriellen Form.

Verlauf und Prognose: Der Verlauf einer bakteriellen Endokarditis ist stark davon abhängig, wann mit der antibiotischen Therapie begonnen wurde. Weitere Einflussfaktoren sind das Alter des Patienten, der Allgemeinzustand und evtl. vorliegende begleitende Herzerkrankungen.
Der Verlauf der rheumatischen Endokarditis ist benigne (gutartig), wenn die Therapie frühzeitig erfolgt und konsequent durchgeführt wird. In der Regel heilt die Erkrankung dann nach 4-8 Wochen aus. Erfolgt die Therapie verzögert, steigt das Risiko für Veränderungen der Herzklappen. 

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) der bakteriellen Endokarditis beträgt 20-30 %.
Die Letalität der rheumatischen Endokarditis beträgt in der frühen Phase der Erkrankung ca. 1 %.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Infektiöse Endokarditis und Endokarditisprophylaxe im Kindes- und Jugendalter. (AWMF-Registernummer: 023-024), Januar 2014 Langfassung
  2. ESC Clinical Practice Guidelines, Main session, 1. September; Kongress der European Society of Cardiology (ESC) 2015, London, 29.8.-2.9.2015

     
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