Einleitung
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) Claudicatio intermittens – im Volksmund auch Schaufensterkrankheit genannt – (Synonyme: Angina abdominalis; Arterielle Durchblutungsstörung des Beins; Arterielle Verschlusskrankheit; Claudicatio intermittens; Durchblutungsleiden; Intermittierende Claudicatio; Intermittierendes Hinken; PAVK [Periphere arterielle Verschlusskrankheit]; Periphere arterielle Verschlusskrankheit; Verschlusskrankheit; pAVK; pVK; periphere Verschlusskrankheit (pVK); engl. PAD, peripheral arterial diseases; ICD-10 I73.9: Periphere Gefäßkrankheit, nicht näher bezeichnet) handelt es sich um eine fortschreitende Stenosierung (Verengung) bzw. Okklusion (Verschluss) der die Arme/ (häufiger) Beine versorgenden Arterien, meist aufgrund einer Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung). Dieses führt zu einer Störung der arteriellen Durchblutung der betroffenen Extremitäten.

Atherosklerose-bedingt kommt es bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zu einer graduellen oder kompletten Okklusion ("Verschluss") zu Durchblutungsstörungen der distalen Aorta sowie der Becken- und Beinarterien.

Die Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten wird in den aktuellen Leitlinien als LEAD (lower extremities arterial disease) bezeichnet. 

Pathognomonisch (für eine Krankheit kennzeichnend) für die Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten ist die Claudicatio intermittens (lat., dt. "zeitweiliges Hinken“). 

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit gilt als Markererkrankung für den Gesamtzustand des arteriellen Gefäßsystems.

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 4 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend ab dem 60. Lebensjahr auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für eine symptomatische periphere arterielle Verschlusskrankheit liegt bei 3-10 % (Gesamtprävalenz) [1], bei  5 % (> 60 Jahre) und bei 15-20 % (> 70 Jahre) in Deutschland.
In jüngeren Altersgruppen ist die Claudicatio intermittens (zeitweise Hinken) bei Männern häufiger, in den höheren Altersstufen bestehen kaum noch geschlechtsspezifische Unterschiede [1].

Verlauf und Prognose: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) verläuft in zwei Drittel der Fälle asymptomatisch (ohne Symptome).
Die Prognose ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und dem gleichzeitigen Vorliegen weiterer Gefäßrisikofaktoren wie eine Diabetes mellitus-Erkrankung oder Tabakkonsum. Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die pAVK. Falls nicht auf das Rauchen verzichtet wird, ist die Prognose schlecht. Eine pAVK ist Risikofaktor für einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) sowie einen Apoplex (Schlaganfall).
Körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und, falls erforderlich, eine Gewichtsreduktion verbessern zusätzlich die Prognose.

Beachte: Das Vorliegen einer pAVK erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder ischämischen Apoplex (Schlaganfall)und verschlechtert zugleich die Prognose eines Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) [1].

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): Die Koinzidenz (gleichzeitiges Auftreten mehrerer Krankheiten) einer pAVK und einer koronaren Herzkrankheit (KHK; Herzkranzgefäßerkrankung; 60-70 % der Fälle) und Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist häufig und verschlechtert die Prognose.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz. (AWMF-Registernummer: 091-001), Juni 2012 Kurzfassung Langfassung
  2. S3-Leitlinie: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. (AWMF-Registernummer: 065-003), November 2015 Langfassung
  3. Aboyans V, Ricco JB, Bartelink MEL et al.: 2017 ESC Guidelines on the Diagnosis and Treatment of Peripheral Arterial Diseases, in collaboration with the European Society for Vascular Surgery (ESVS). Document covering atherosclerotic disease of extracranial carotid and vertebral, mesenteric, renal, upper and lower extremity arteries. European Heart Journal 2017; doi:10.1093/eurheartj/ehx095

     
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