Einleitung
Subarachnoidalblutung

Die Subarachnoidalblutung (SAB) (ICD-10 I60.-: Subarachnoidalblutung) beschreibt eine arterielle Blutung in den Subarachnoidalraum (d. h. eine Blutung außerhalb des Gehirns). Der Subarachnoidalraum umgibt Gehirn (lat. cerebrum) und Rückenmark (lat. Medulla spinalis oder Medulla dorsalis) und ist mit Liquor (Hirnflüssigkeit) gefüllt. Er ist ein Spaltraum zwischen der Arachnoidea mater (Spinnwebenhaut; mittlere Hirnhaut) und der Pia mater (zarte Hirnhaut, die direkt dem Gehirn aufliegt).
Durch die Einblutung erhöht sich der intrakranielle Druck (ICP).

Die Subarachnoidalblutung gehört zu den intrakraniellen Blutungen (Hirnblutungen im Inneren des Schädels) und ist wie das Epiduralhämatom und das Subduralhämatom eine extrazerebrale Blutung (außerhalb des Schädels) und somit von der intrazerebralen Blutung (ICB; Hirnblutung) zu unterscheiden.

In etwa 85 % der Fälle ist eine Ruptur (Riss) eines intrakraniellen Aneurysmas (pathologische/krankhafte Aussackung einer Arterienwand innerhalb des Schädels) Ursache der Subarachnoidalblutung.

Man unterscheidet nach der Ursache eine traumatische von einer nicht-traumatischen (spontanen) Subarachnoidalblutung (siehe "Klassifikation").

Ca. 5 % der Apoplexe (Schlaganfälle) werden durch eine nicht-traumatische (spontane) Subarachnoidalblutung ausgelöst.

Geschlechterverhältnis: Frauen sind von der nicht-traumatischen SAB etwas häufiger betroffen als Männer.

Häufigkeitsgipfel: Die nicht-traumatische SAB tritt bei 60 % der Fälle in der Altersspanne von 40 bis 60 Jahren auf [1].

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) intrakranieller Aneurysmen liegt bei 2 %.
Die Prävalenz für eine erneute SAB beträgt im Verlauf von 10 Jahren ca. 2-3 % [4, 5].

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) der nicht-traumatischen SAB beträgt ca. 6-9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Mitteleuropa und den USA). Eine traumatische SAB findet sich bei ca. 40 % aller schweren Schädel-Hirn-Traumata.

Verlauf und Prognose: Eine Subarachnoidalblutung stellt einen häufigen, neurologischen Notfall dar! Charakteristisch sind starke Vernichtungskopfschmerzen, die der Patient so noch nie erlebt hat (das Maximum der Kopfschmerzen ist innerhalb von Sekunden erreicht). Bei Verdacht auf SAB muss der Betroffene umgehend stationär aufgenommen werden, damit entsprechende Diagnostikmaßnahmen erfolgen können.
Die bedeutsamste Komplikation ist eine Rezidivblutung (Nachblutung) – innerhalb der ersten 24 Stunden – sowie pulmonale (die Lunge betreffende) und kardiogene (das Herz betreffende) Komplikationen [2].
Der Patient sollte nach Bestätigung der SAB umgehend in ein neurovaskuläres Zentrum mit neurochirurgischen Versorgungsmöglichkeiten verlegt werden.
Die Prognose ist abhängig vom Alter, von der Schwere der Blutung, von der Lokalisation und Größe des Aneurysmas und in der Regel ungünstig.
10-25 % der Betroffenen versterben vor Erreichen der Klinik. Ca. ein Drittel der Überlebenden ist in der Folge pflegebedürftig und nur ein Drittel ist in der Lage, selbstständig zu leben [1].

Die 30-Tage-Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) beträgt ca. 35 % [1].
Das Risiko für eine Reruptur eines nicht ausgeschalteten Aneurysmas liegt am ersten Tag bei 4 % und im ersten Monat bei ca. 1-2 %. Die Letalität bei erneuter Ruptur eines nicht behandelten zerebralen Anuerysmas sowie bei Zweitblutungen liegt bei 70-90 % [3].

Literatur

  1. Kundra S, Mahendru V, Gupta V, Choudhary AK: Principles of neuroanesthesia in aneurysmal subarachnoid hemorrhage. J Anaesthesiol Clin Pharmacol 2014; 30: 328-37
  2. D‘Souza S: Aneurysmal subarachnoid hemorrhage. J Neurosurg Anesthesiol 2015; 27: 222-40
  3. Petridis AK, Kamp MA, Cornelius JF, Beez T, Beseoglu K, Turowski B, Steiger HJ: Aneurysmatische Subarachnoidalblutung. Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl Int 2017; 114 (13): 226-36; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0226
  4. Wermer MJ, van der Schaaf IC, Velthuis BK, et al.: Follow-up screening after subarachnoid haemorrhage: frequency and determinants of new aneurysms and enlargement of existing aneurysms. Brain 2005; 128: 2421-
  5. Feigin VL, Lawes CM, Bennett DA, Barker-Collo SL, Parag V: Worldwide stroke incidence and early case fatality reported in 56 population-based studies: A systematic review. Lancet Neurol 2009; 8: 355-69

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Subarachnoidalblutung (SAB). (AWMF-Registernummer: 030-073), September 2012 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Intrakranieller Druck (ICP). (AWMF-Registernummer: 030 - 105), September 2017 Langfassung

     
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