Einleitung
Rheumatisches Fieber

Beim rheumatischen Fieber (Synonym: Streptokokkenrheumatismus; ICD-10 I00/I01) handelt es sich um eine reaktive Erkrankung, die meist nach einer Infektion mit ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (Lancefield-Klassifikation) auftritt. Im Rahmen der Erkrankung ist die Herzbeteiligung von besonderer Bedeutung, die sich als Pankarditis (Entzündung des gesamten Herzens) äußert. Des Weiteren kann sich das rheumatische Fieber auch an Gelenken, Gehirn, Blutgefäßen und subkutanem Gewebe (Unterhautgewebe) manifestieren.

Geschlechterverhältnis: Jungen zu Mädchen gleich häufig.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt meist ab dem 4. Lebensjahr auf. Das Maximum des Auftretens des rheumatischen Fiebers liegt im 10. Lebensjahr.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) ist durch die Antibiotikatherapie der Streptokokkeninfektionen in den Industriestaaten gering. Früher war das rheumatische Fieber eine häufige Erkrankung im Kindesalter. In den armen Entwicklungsländern tritt die Erkrankung nach wie vor häufig auf.

Verlauf und Prognose: Ein bis drei Wochen nach der Infektion kommt es reaktiv zu einer abakteriellen (ohne das Vorliegen von Bakterien) Entzündung verschiedener Organsysteme (Gelenke, Herz, Haut und Gehirn).
Die Prognose ist vor allem davon abhängig, ob eine Karditis (Entzündung des gesamten Herzens) vorliegt, die unbehandelt zu einem schweren Herzklappenfehler führen kann. Ca. 50 % der Betroffenen entwickeln eine chronische rheumatische Erkrankung des Herzens.
Ohne Herzbeteiligung ist die Prognose gut.
Bereits an rheumatischem Fieber Erkrankte müssen vor einem Rückfall geschützt werden, da mit jedem Rückfall das Risiko für einen Herzklappenfehler steigt.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) beträgt 2 bis 5 %.

Leitlinien

  1. Leitlinie: Rheumatisches Fieber – Poststreptokokkenarthritis im Kindes- und Jugendalter. DGPK 2012
  2. Dajanii AS, Ayoub E, Biermann FZ, Bisno AL, Denny FW, Guidelines for the Diagnosis of Rheumatic fever, Jones Criteria, 1992 Update. JAMA 1992; 268:2069-73

     
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