Einleitung
Herzgeräusche

Bei Herzgeräuschen (Synonyme: abnorme Herzgeräusche a.n.k.; Akzidentelles Herzgeräusch; Akzidentelles Systolikum; Benignes akzidentelles Herzgeräusch; Funktionelles Herzgeräusch; Herzgeräusch; Kardiales Geräusch; Kardiales Reibungsgeräusch; Nichtorganisches Herzgeräusch; Präkordiales Reiben; Spaltung der Herztöne; Systolikum; Verbreiterte Herzdämpfung; Verringerte Herzdämpfung; ICD-10 R01.-: Herzgeräusche und andere Herz-Schallphänomene) handelt es sich um alle Schallerscheinungen, die nicht zu den Herztönen zählen. Herzgeräusche können von außen mittels Stethoskop (Auskultation = Abhören) am Thorax (Brustkorb) gehört werden.

Man unterscheidet Herztöne von Herzgeräuschen. Herztöne sind physiologische (normale) Schallerscheinungen, die durch die Bewegungen des Herzens entstehen, während Herzgeräusche auf ein Krankheitsbild hinweisen können.

Herzgeräusche können durch Defekte der Herzklappen (Herzklappenfehler) oder Stenosen (Verengung) der Blutgefäße (Strömungsgeräusche) verursacht sein.

Die nachfolgenden Einteilungen sind im Kapitel "Klassifikation" detailliert beschrieben.

Man kann nach dem zeitlichen Auftreten innerhalb des Herzzyklus (in Abhängigkeit von Systole bzw. Diastole) folgende Herzgeräusche unterscheiden:

  • systolische Herzgeräusche
  • diastolische Herzgeräusche
  • kontinuierliche Herzgeräusche

Des Weiteren werden Herzgeräusche eingeteilt in:

  • akzidentelle Herzgeräusche
  • funktionelle Herzgeräusche
  • organische Herzgeräusche

Weitere Unterscheidungsmerkmale sind Dauer der Herzgeräusche, Frequenz, Klangcharakter/Geräuschmuster, Punctum maximum (Ort der größten Lautstärke) und Fortleitung des Geräusches.

Zudem können extrakardiale Geräusche („außerhalb des Herzens“) auftreten. Hierbei handelt es sich um ein Perikardreiben, das entsteht, wenn entzündlich veränderte Oberflächen des Epikards („äußere Schicht der Herzwand“) und Perikards (Herzbeutel) gegeneinander reiben, z. B. im Rahmen einer trockenen Perikarditis (Herzbeutelentzündung).

Bei 33 % der Säuglinge tritt in den ersten 24 Stunden ein nicht normales Herzgeräusch auf, innerhalb einer Woche ist dieses sogar bei bis zu 70 % der Fall. Innerhalb der ersten sechs Lebensmonate sollte allerdings jedes auffällige Herzgeräusch verschwunden sein.

Während des Wachstums treten bei bis zu 50 % der herzgesunden Kinder und Jugendlichen Herzgeräusche, ohne kardiale Pathologie, auf.

Herzgeräusche können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Verlauf und Prognose: Allein der Herzgeräuschebefund lässt noch keine Aussage über die Bedeutung zu. Herzgeräusche können auch harmloser Natur sein. Die Ursache der Herzgeräusche lässt sich in den meisten Fällen erst durch eine Echokardiographie (Untersuchung des Herzens durch Ultraschall) ermitteln.

Bei Neugeborenen ist ein Herzgeräusch häufig auf einen kongenitalen (angeborenen) Herzfehler zurückzuführen und muss sofort abgeklärt werden.

Bei einem Kind mit Herzgeräuschen sollte zunächst eine detaillierte Anamnese durchgeführt werden, um die Risikofaktoren für eine mögliche zugrunde liegende Erkrankung abschätzen zu können. Anschließend sollte über eine weiterführende Diagnostik bei einem Spezialisten (pädiatrischen Kardiologen) nachgedacht werden. Dies dient auch der Beruhigung der meist verunsicherten Eltern. Nur ca. 1 % der Betroffenen hat tatsächlich ein kardiales Problem.

Die Prognose ist letztlich abhängig von der Art des Herzproblems bzw. dessen Schwere.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Abklärung eines Herzgeräusches im Kindes- und Jugendalter. (AWMF-Registernummer: 023-001), August 2013 Langfassung

     
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