Einleitung
Osteochondrom

Das Osteochondrom (Synonyme: Ekchondrom; Exostose; kartilaginäre Exostose; solitäres Osteochondrom; solitäre Exostose; hereditäre multiple Exostosen; multiple osteokartilaginäre Exostosen; ICD-10 D16.9: Gutartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels, nicht näher bezeichnet) ist ein benigner (gutartiger) knöcherner Tumor mit einer Knorpelkappe, der spontan durch ein überschießendes Wachstum von Knochen und Knorpel entsteht. Es sitzt dem Knochen auf und verdrängt das umliegende Weichgewebe. Die Form des Osteochondroms erinnert an einen Pilz.

Ein Osteochondrom ist in den meisten Fällen gelenknah lokalisiert. Bei Kindern wächst es aus der noch nicht verknöcherten Epiphysenfuge (Wachstumsfuge).

Das Osteochondrom zählt zu den primären Tumoren. Typisch für primäre Tumoren ist ihr jeweiliger Verlauf und dass sie sich einem bestimmten Altersbereich (siehe "Häufigkeitsgipfel") sowie einer charakteristischen Lokalisation (siehe unter "Symptome – Beschwerden") zuordnen lassen. Sie entstehen gehäuft an den Orten des intensivsten Längenwachstums (metaepiphysärer/gelenknaher Bereich). Das erklärt, warum Knochentumoren vermehrt in der Pubertät auftreten. Sie wachsen infiltrativ (eindringend/verdrängend) und überschreiten dabei anatomische Grenzschichten. Sekundäre Knochentumoren wachsen ebenfalls infiltrativ, aber in der Regel nicht grenzüberschreitend.
Das Osteochondrom hört nach Abschluss des Körperwachstums auf zu wachsen und verknöchert vollständig. Solange der Tumor noch nicht verknöchert ist, bezeichnet man ihn als Ekchondrom.

Ein Osteochondrom kann solitär (einzeln) auftreten (SO; solitäre kartilaginäre Exostose), aber auch multipel (MO; Osteochondromatose/multiple osteokartilaginäre Exostosen; ICD-10 D48.0: Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens an Knochen und Gelenkknorpel). Letzteres beschreibt eine erbliche Systemerkrankung mit einem höheren Risiko der Entartung. Im Rahmen der Erkrankung kann es zu Defekten in Länge und Form der wachsenden Knochen kommen.
Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf das solitäre Osteochondrom (SO).

Geschlechterverhältnis: Jungen/Männer zu Mädchen/Frauen beträgt 1,8 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Das Osteochondrom tritt vorwiegend zwischen dem 10. und 35. Lebensjahr auf.

Das Osteochondrom ist der häufigste benigne Knochentumor. Es macht ca. 50 % der benignen und 12 % aller Knochentumoren aus.

Verlauf und Prognose sind abhängig von der Lage und Ausdehnung des Knochentumors. Generell kann bei benignen (gutartigen) Tumoren zunächst abgewartet und beobachtet werden ("Watch and Wait"-Strategie). Das Osteochondrom verursacht selten Beschwerden und wird meist durch einen Zufall entdeckt. Symptome treten erst auf, wenn der Tumor an Größe zunimmt und auf andere Strukturen wie Nerven, Blutgefäße oder Muskeln drückt bzw. diese verdrängt oder die Gelenkbeweglichkeit beeinträchtigt. Dann wird das Osteochondrom in der Regel reseziert (chirurgisch entfernt).
Da das Osteochondrom ein benigner Tumor ist, bildet es keine Metastasen (Tochtergeschwülste). Die Prognose ist sehr gut. Geschätzt tritt in 2 % der Fälle erneut ein Osteochondrom auf.

Ein Osteochondrom kann entarten, das heißt maligne (bösartig) werden. Dies ist jedoch bei einem solitären Osteochondrom sehr selten der Fall (< 1 % und nach dem 18. LJ, meist nach dem 40. LJ). Das Entartungsrisiko bei Osteochondromatose liegt bei 2-5 %. Risikofaktoren für eine Entartung sind:

  • stammnahe Lokalisation bzw. am Stamm gelegenes Osteochondrom
  • Dicke der Knorpelkappe > 20 mm
  • Wachstum des Osteochondroms im Erwachsenenalter
  • rezidiviertes Osteochondrom (erneutes Auftreten eines Osteochondroms)
  • multiple Osteochondrome (Osteochondromatose)

     
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