Einleitung
Nichtossifizierendes Fibrom

Unter einem nichtossifizierenden Fibrom (NOF) (Synonyme: nichtossifizierendes Knochenfibrom; nichtosteogenes Fibrom; fibröser Kortikalisdefekt; fibröser Kortikaldefekt; Fibroxanthom; Kortikalisfibrom; Markfibrom; metaphysärer Defekt; benigner kortikaler Defekt; benignes histiozytäres Fibrom; histiozystisches Xanthogranulum; ICD-10 D16.9: Gutartige Neubildung des Knochens und des Gelenkknorpels, nicht näher bezeichnet) versteht man eine benigne (gutartige) tumorähnliche Läsion des Knochens ("tumor-like lesions"; tumorähnliche Raumforderung), die durch eine Störung der Entwicklung und Mineralisation des wachsenden Knochens verursacht wird. Im Rahmen dieser Entwicklungsanomalie wird ein Teil des Knochens anstelle mit Knochengewebe mit Bindegewebe gefüllt.

Von einem nichtossifizierenden Fibrom unterscheidet man den fibrösen kortikalen Defekt, der kleiner und auf die Kortikalis (äußere Knochenschicht) begrenzt ist. Sobald sich der Prozess in den Knochen ausweitet, spricht man von einem nichtossifizierenden Fibrom. Beide Formen stellen die häufigste fibröse Läsion des Knochens dar.

In der Regel tritt das nichtossifizierende Fibrom solitär (einzeln) auf, kann aber auch multipel vorkommen (8 % der Fälle). Dann ist das Auftreten mit einer Neurofibromatose (Jaffé-Campanacci-Syndrom; wachsende osteofibröse Läsion der Tibia/Schienbein mit Verformung des Knochens) vergesellschaftet.

Geschlechterverhältnis: Jungen/Männer zu Mädchen/Frauen beträgt 2 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Das nichtossifizierende Fibrom (NOF) tritt vorwiegend zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr auf.

Fibröse Kortikalisdefekte treten bei ca. 30 % der jungen Erwachsenen auf.

Verlauf und Prognose: Das nichtossifizierende Fibrom verläuft fast immer klinisch stumm und heilt durch Ossifikation (Verknöcherung) im Laufe der Jahre im Rahmen der Knochenentwicklung folgenlos ab (Spontanremission), sodass eine Operation selbst bei größeren Läsionen nicht erforderlich ist.
Auch wenn es aufgrund des nichtossifizierenden Fibroms zu einer Fraktur (Knochenbruch) kommt (sehr selten), muss nicht zwingend operiert werden, da die Fraktur an sich einen Reiz zur Ossifikation darstellt. Die Prognose ist sehr gut.


     
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