Diäten – Systematische Einordnung moderner Ernährungskonzepte
Ernährung ist ein zentraler Einflussfaktor für Gesundheit, Stoffwechsel, Körpergewicht und Krankheitsentstehung. In der Ernährungsmedizin bezeichnet der Begriff „Diät“ nicht ausschließlich kurzfristige Maßnahmen zur Gewichtsreduktion, sondern ein breites Spektrum unterschiedlicher Ernährungskonzepte mit variierender Zielsetzung, Dauer, Zusammensetzung und medizinischer Relevanz.
Der Themenbereich „Diäten“ verfolgt das Ziel, diese Vielfalt strukturiert, transparent und medizinisch einzuordnen. Dabei werden dauerhaft angelegte Ernährungsformen, gewichtsreduzierende Konzepte, Fasten- und Essensrhythmusmodelle, alternative Ernährungssysteme sowie krankheitsspezifische diätetische Therapieansätze berücksichtigt. Die Darstellung dient der Orientierung und Abgrenzung – nicht der pauschalen Empfehlung einzelner Konzepte.
1. Grundlegende Ernährungsformen (Dauerernährung)
Grundlegende Ernährungsformen sind langfristig ausgelegt und zielen auf Gesunderhaltung, Prävention und metabolische Stabilität ab. Sie bilden häufig die Basis ernährungsmedizinischer Empfehlungen.
Mischkost und ausgewogene Ernährung
- Versorgung mit allen Makro- und Mikronährstoffen in bedarfsgerechter Relation
- Betonung von Vielfalt, Ausgewogenheit und Lebensmittelauswahl
- Orientierung an Referenzwerten und Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften
- Hohe Alltagstauglichkeit und langfristige Umsetzbarkeit
- Häufige Grundlage präventiver und therapeutischer Ernährungskonzepte
Pflanzlich geprägte Ernährungsformen
- Schwerpunkt auf pflanzlichen Lebensmitteln mit variabler Einschränkung tierischer Produkte
- Berücksichtigung gesundheitlicher Effekte auf Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Entzündung
- Bewertung potenzieller Nährstoffrisiken bei restriktiveren Varianten
- Differenzierung zwischen moderat pflanzenbetonten und strikt pflanzlichen Ernährungsweisen
2. Reduktionsdiäten und Abnehmkonzepte
Dieser Bereich umfasst Ernährungskonzepte mit dem primären Ziel der Gewichtsabnahme. Sie unterscheiden sich in Kalorienrestriktion, Nährstoffverteilung, Dauer und Begleitstrategien.
Strukturierte Abnehmprogramme
- Standardisierte Konzepte mit festen Vorgaben und klarer Programmlogik
- Kombination aus Ernährung, Bewegung und häufig verhaltensorientierten Elementen
- Ausrichtung auf langfristiges Gewichtsmanagement und Rückfallprophylaxe
Energiereduzierte Mischkostdiäten
- Moderate Reduktion der Energiezufuhr bei grundsätzlich ausgewogener Kost
- Erhalt einer breiten Lebensmittelauswahl
- Gute Vereinbarkeit mit langfristigen Ernährungszielen
Low-Carb- und metabolische Diäten
- Reduktion der Kohlenhydratzufuhr mit Verschiebung der Makronährstoffrelation
- Zielgerichtete Beeinflussung von Insulinsekretion und Fettstoffwechsel
- Große Spannbreite von moderaten bis sehr restriktiven Konzepten
Kurzfristige Crash- und Modediäten
- Starke zeitliche und/oder qualitative Einschränkungen der Ernährung
- Fokus auf schnelle Gewichtsreduktion
- Erhöhtes Risiko für Nährstoffmängel und mangelnde Nachhaltigkeit
3. Fasten- und Essensrhythmus-Konzepte
In diesem Bereich steht der zeitliche Rahmen der Nahrungsaufnahme im Vordergrund, weniger die konkrete Lebensmittelauswahl.
Intervall- und Zeitrestriktionskonzepte
- Wechsel definierter Essens- und Fastenphasen
- Einfluss auf Energieaufnahme, Insulinsensitivität (Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin) und Stoffwechselregulation
- Einsatz im Kontext von Gewichtsmanagement und Prävention
Klassische Fastenkuren
- Traditionell etablierte Fastenformen mit therapeutischem oder naturheilkundlichem Hintergrund
- Zeitlich begrenzter vollständiger oder teilweiser Nahrungsverzicht
- Abwägung potenzieller Effekte und gesundheitlicher Risiken
4. Kohlenhydrat- und blutzuckerorientierte Diäten
Dieser Abschnitt bündelt Ernährungskonzepte mit Fokus auf Kohlenhydratqualität und glykämische Effekte.
- Steuerung der postprandialen Blutzucker- und Insulinantwort
- Orientierung am glykämischen Index oder der glykämischen Last
- Einsatz bei metabolischen Fragestellungen und Gewichtsregulation
5. Trennkost- und hormonorientierte Konzepte
Diese Konzepte basieren auf spezifischen Annahmen zur Nahrungsmittelkombination und zur hormonellen Regulation.
- Zeitliche oder kombinatorische Trennung bestimmter Nahrungsbestandteile
- Zielgerichtete Beeinflussung hormoneller Stoffwechselprozesse
- Abgrenzung zu klassisch ernährungsphysiologischen Modellen
6. Alternative und traditionell geprägte Ernährungssysteme
Dieser Themenbereich umfasst Ernährungsformen mit naturheilkundlichem, philosophischem oder kulturellem Ursprung.
Gesundheitlich-alternative Konzepte
- Primärer Fokus auf gesundheitliche Wirkungen
- Häufige Nutzung im präventiven oder komplementärmedizinischen Kontext
- Heterogene wissenschaftliche Fundierung
Weltanschaulich und traditionell geprägte Systeme
- Ernährung als Teil eines umfassenden Lebens- oder Medizinsystems
- Enge Verknüpfung mit kulturellen, spirituellen oder philosophischen Konzepten
- Gesundheitliche Aspekte nicht immer klar von Weltanschauung trennbar
7. Therapeutische Diäten und krankheitsbezogene Ernährung
Dieser Themenbereich befasst sich mit Ernährungsformen mit klar definierter medizinischer Indikation. Therapeutische Diäten sind integraler Bestandteil der Prävention, Therapie und Verlaufsmodulation zahlreicher Erkrankungen und werden indikationsbezogen, evidenzorientiert und individuell angepasst eingesetzt.
Augenärztliche Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) – antioxidativ und entzündungsmodulierend ausgerichtete Ernährungskonzepte zur Reduktion oxidativen Stresses, Unterstützung der retinalen Zellfunktion und Verlangsamung der Krankheitsprogression, insbesondere bei intermediären und fortgeschrittenen Stadien
- Ernährungstherapie bei diabetischer Retinopathie – strukturierte, evidenzbasierte Ernährung zur Optimierung der glykämischen Kontrolle, Reduktion mikrovaskulärer Schädigungsprozesse und Prävention der Progression retinaler Gefäßveränderungen im Rahmen des Diabetes mellitus
- Ernährungstherapie bei trockener Augenerkrankung (Dry Eye Disease) – entzündungsmodulierende und lipidspezifisch adaptierte Ernährungskonzepte zur Stabilisierung des Tränenfilms, Reduktion okulärer Oberflächenentzündung und Verbesserung subjektiver Beschwerden
Dermatologische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei Akne vulgaris – glykämielast- und insulinmodulierende Ernährungsstrategien zur Reduktion androgenvermittelter Talgdrüsenaktivität sowie entzündlicher Hautreaktionen
- Ernährungstherapie bei Rosazea – individuell angepasste, triggerarme Ernährung zur Reduktion vaskulärer Reaktivität, neuroinflammatorischer Mechanismen und entzündlicher Hautschübe
- Ernährungstherapie bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis) – entzündungsmodulierende und barriereunterstützende Ernährungskonzepte unter Berücksichtigung immunologischer Trigger, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Mikronährstoffstatus
Endokrinologische Erkrankungen
- Indikationsspezifische diätetische Strategien bei PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom) – evidenzbasierte Ernährungsstrategien zur Verbesserung der Insulinsensitivität, Gewichtsregulation und Reduktion hyperandrogener Stoffwechselkonstellationen
- Ernährungstherapie bei Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) – entzündungsmodulierende Kostmuster und optimierte Mikronährstoffversorgung unter Berücksichtigung einer angemessenen Jodzufuhr
- Ernährungstherapie bei Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion; inkl. subklinischer Hypothyreose) – energieadaptierte Ernährung zur Gewichtsstabilisierung sowie Beachtung ernährungsbedingter Einflussfaktoren auf die Resorption und Wirksamkeit der Schilddrüsenhormonsubstitution
- Ernährungstherapie bei Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion; inkl. Morbus Basedow) – energie- und proteinadaptierte Ernährung zur Prävention von Gewichtsverlust und Muskelabbau sowie Unterstützung des Knochenstoffwechsels durch adäquate Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr
- Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus (insbesondere Typ-2-Diabetes) – strukturierte, evidenzbasierte Ernährung zur Optimierung der glykämischen Kontrolle, Reduktion der Insulinresistenz, Gewichtsnormalisierung sowie Prävention mikro- und makrovaskulärer Folgeerkrankungen
- Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes (GDM) – indikationsspezifische Ernährungstherapie als Erstlinientherapie zur Stabilisierung der mütterlichen Glukosewerte und zur Reduktion maternaler und fetaler Komplikationen
Entzündliche und immunvermittelte Systemerkrankungen
- Ernährungstherapie bei rheumatoider Arthritis – entzündungsmodulierende Ernährungskonzepte zur Reduktion proinflammatorischer Zytokinsignale, Unterstützung der Gelenkfunktion und Ergänzung der medikamentösen Basistherapie
- Ernährungstherapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen – diätetische Konzepte zur Reduktion mukosaler Entzündung, Unterstützung der Darmbarriere und Vermeidung immunvermittelter Trigger, klare Abgrenzung zu primär neurologischen Indikationen
Gastroenterologische und funktionelle Darmerkrankungen
- FODMAP-arme Ernährung – Ernährungstherapie beim Reizdarmsyndrom zur Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate
- Ernährungstherapie beim Reizdarmsyndrom – symptomorientierte Eliminations- und Anpassungsdiäten bei funktionellen gastrointestinalen Beschwerden
- Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie – lebenslange Eliminationsdiät zur Vermeidung immunvermittelter Dünndarmschäden
- Ernährungstherapie bei Laktoseintoleranz – individuell angepasste laktosereduzierte Ernährung unter Sicherstellung der Nährstoffadäquanz
- Ernährungstherapie bei Fruktosemalabsorption – strukturierte Reduktion fruktosereicher Lebensmittel zur Symptomkontrolle
- Sorbitarme Ernährung – diätetische Intervention bei Sorbitmalabsorption zur Reduktion osmotischer gastrointestinaler Symptome
Geriatrische Indikationen
- Ernährungstherapie bei Sarkopenie – protein- und energieadaptierte Ernährung zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Muskelmasse, Muskelkraft und funktioneller Leistungsfähigkeit
- Ernährungstherapie bei Frailty-Syndrom – bedarfsadaptierte, nährstoffdichte Ernährung zur Prävention funktioneller Einschränkungen, Stürze und Pflegebedürftigkeit
- Ernährungstherapie bei altersassoziierter Mangelernährung – strukturierte Ernährungsinterventionen zur Sicherstellung einer ausreichenden Energie-, Protein- und Mikronährstoffzufuhr
- Ernährungstherapie bei Dysphagie (Schluckbeschwerden) – texturadaptierte Kostformen zur sicheren Nahrungsaufnahme, Aspirationsprävention und Aufrechterhaltung der oralen Ernährung
- Ernährungstherapie bei geriatrischer Multimorbidität – individuell angepasste Ernährungskonzepte unter Berücksichtigung funktioneller Einschränkungen, Polypharmazie und eingeschränkter Nahrungsaufnahme
Immunologische Erkrankungen und Immundefekte
- Ernährungstherapie bei primären Immundefekten – individuell angepasste, nährstoffoptimierte Ernährung zur Unterstützung der Immunzellfunktion, Reduktion infektiöser Komplikationen und Prävention ernährungsassoziierter Mangelzustände
- Ernährungstherapie bei sekundären Immundefekten (z. B. altersassoziiert, krankheits- oder therapiebedingt) – bedarfsadaptierte Ernährungskonzepte zur Stabilisierung der Immunabwehr, Unterstützung der Barrierefunktionen und Reduktion infektassoziierter Morbidität
- Ernährungstherapie bei immunologischer Schwäche und erhöhter Infektanfälligkeit – evidenzbasierte Ernährung zur Sicherstellung einer adäquaten Energie-, Protein- und Mikronährstoffzufuhr unter Berücksichtigung inflammatorischer, metabolischer und funktioneller Einflussfaktoren
Kardiologische Erkrankungen
- Ernährung bei koronarer Herzkrankheit (KHK; Herzkranzgefäßerkrankung) – antiatherogene, fett- und salzmodifizierte Ernährung zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse und zur Unterstützung der medikamentösen Sekundärprävention
- Ernährung bei Herzinsuffizienz – natrium- und volumenadaptierte Ernährung zur Entlastung des kardialen Kreislaufsystems, Prävention kardialer Kachexie und Stabilisierung des Ernährungsstatus
- DASH-Ernährung (therapeutischer Kontext) – evidenzbasierte, blutdrucksenkende Ernährung zur Behandlung und Prävention der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck)
- Ernährungstherapie bei Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) – gezielte Modifikation der Fettqualität und Ballaststoffzufuhr zur Senkung von LDL-Cholesterin und Reduktion des atherosklerotischen Risikos
- Ernährungstherapie bei metabolischem Syndrom – strukturierte Ernährungsintervention zur Reduktion kardiometabolischer Risikofaktoren, Verbesserung der Insulinsensitivität und Prävention kardiovaskulärer Folgeerkrankungen
Muskuloskelettale und knochenstoffwechselbezogene Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei Osteoporose – evidenzbasierte Ernährungskonzepte zur Unterstützung der Knochenmineralisation, Frakturprävention und langfristigen Knochengesundheit
- Ernährung bei erhöhtem Frakturrisiko – diätetische Interventionen zur Stabilisierung von Knochen- und Muskelfunktion bei Sturzgefährdung, Immobilisation und medikamentöser Risikokonstellation
- Ernährungstherapie bei Arthrose – gewichts- und entzündungsmodulierende Ernährung zur Reduktion mechanischer Gelenkbelastung und symptomatischer Progression
- Ernährungstherapie bei chronischen Rückenschmerzen degenerativer Genese – ernährungsmedizinische Unterstützung bei muskuloskelettaler Degeneration, Adipositas und funktioneller Einschränkung
- Ernährungstherapie bei Tendinopathien (Tendinosen) – adjuvante, evidenzbasierte Ernährungsstrategien zur Unterstützung des Kollagenstoffwechsels, Reduktion oxidativen Stresses und Optimierung der Regeneration in Kombination mit mechanischer Therapie
- Ernährungstherapie bei Vitamin-D-Mangel-assoziierten Knochenerkrankungen – diätetische und nutritive Strategien zur Unterstützung der Knochen- und Muskelfunktion
Nephrologische/urologische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei chronischer Nierenerkrankung (CKD) – stadienadaptierte Anpassung von Eiweiß-, Natrium-, Kalium- und Phosphatzufuhr zur Progressionshemmung und Prävention renaler Komplikationen
- Ernährungstherapie bei diabetischer Nephropathie (Nierenerkrankung infolge des Diabetes mellitus) – optimierte Stoffwechselkontrolle durch kohlenhydrat- und proteinadaptierte Ernährung zur Verzögerung des Funktionsverlustes der Niere
- Ernährungstherapie bei hypertensiver Nephropathie (Nierenerkrankung in Folge des Bluthochdrucks) – natriumreduzierte, blutdruckmodulierende Ernährung zur Reduktion glomerulärer Belastung und Progressionsverlangsamung
- Ernährungstherapie bei nephrotischem Syndrom – protein- und fettqualitätsadaptierte Ernährung zur Kontrolle von Proteinverlusten, Dyslipidämie und Ödembildung
- Ernährungstherapie bei Urolithiasis (Harnsteinleiden) – diätetische Rezidivprophylaxe durch angepasste Flüssigkeitszufuhr sowie Modifikation oxalat-, purin- und natriumreicher Nahrungsmittel
Neurologische Indikationen
- Ernährungstherapie bei Epilepsie – Einsatz klar definierter therapeutischer Diäten (z. B. ketogene Ernährung) zur Reduktion der Anfallshäufigkeit bei pharmakoresistenter Epilepsie
- Ernährungstherapie bei Morbus Parkinson – proteinadaptierte und antioxidativ ausgerichtete Ernährung zur Unterstützung der motorischen Funktion und Optimierung der medikamentösen Therapie
- Ernährungstherapie bei Multipler Sklerose – ergänzende, entzündungsmodulierende Ernährungsmuster zur Unterstützung neuroimmunologischer Prozesse und Reduktion krankheitsassoziierter Fatigue
- Ernährungstherapie bei neurodegenerativen Erkrankungen – neuroprotektive Ernährungskonzepte zur Unterstützung kognitiver Funktionen und zur Prävention ernährungsassoziierter Mangelzustände
- MIND-Diät – neuroprotektiv orientiertes Ernährungsmuster zur Unterstützung kognitiver Funktionen und zur Prävention neurodegenerativer Prozesse
Onkologische Indikationen
- Ernährung zur Unterstützung antineoplastischer Therapien – begleitende Ernährungskonzepte zur Verbesserung der Therapieverträglichkeit, Unterstützung der Rekonvaleszenz und Erhaltung der Lebensqualität
- Prävention und Therapie tumorassoziierter Mangelernährung – frühzeitige, strukturierte ernährungstherapeutische Interventionen zur Vermeidung von Gewichtsverlust, Nährstoffdefiziten und funktionellen Einschränkungen
- Prävention und Therapie tumorassoziierter Kachexie (Auszehrung) – energie- und proteinadaptierte Ernährungskonzepte zur Reduktion von Muskelabbau, Funktionsverlust und therapieassoziierter Morbidität
- Ernährungstherapie bei Mammakarzinom (Brustkrebs) – indikationsspezifische Ernährungskonzepte zur Unterstützung systemischer Therapien, Reduktion therapieassoziierter Nebenwirkungen und Prävention metabolischer Langzeitfolgen
- Ernährungstherapie bei Prostatakarzinom (Prostatakrebs) – evidenzbasierte Ernährung zur Unterstützung der Therapie, Modulation hormoneller und inflammatorischer Faktoren sowie Prävention kardiometabolischer Begleiterkrankungen unter antihormoneller Behandlung
- Ernährungstherapie bei gastrointestinalen Tumoren (Ösophagus-, Magen-, Kolorektal- und Pankreaskarzinom) – angepasste Ernährungskonzepte zur Prävention und Therapie von Mangelernährung, Behandlung malabsorptiver Zustände und Unterstützung perioperativer Therapiestrategien
- Ernährungstherapie bei Kopf-Hals-Tumoren – textur- und energieadaptierte Ernährung zur Sicherstellung der Nahrungsaufnahme bei Kau- und Schluckstörungen sowie zur Prävention therapieassoziierter Mangelernährung
- Ernährungstherapie bei Lungenkarzinom – ernährungsmedizinische Unterstützung zur Prävention tumorassoziierter Kachexie, Stabilisierung der Leistungsfähigkeit und Verbesserung der Therapieadhärenz
- Ernährungstherapie in palliativen Therapiesituationen – symptomorientierte, individuell angepasste Ernährung zur Unterstützung von Komfort, Autonomie und Lebensqualität
Psychische Störungen
- Ernährungstherapie bei depressiven Störungen – entzündungsmodulierende und nährstoffdichte Ernährung zur Unterstützung neurobiologischer Regulationsmechanismen und zur Reduktion depressiver Symptomatik
- Ernährungstherapie bei Angststörungen – stabilisierende Ernährungskonzepte zur Unterstützung der Stressachsen-Regulation und Vermeidung blutzuckerbedingter vegetativer Symptomverstärkung
- Ernährungstherapie bei bipolaren Störungen – strukturierte, metabolisch stabile Ernährung zur Unterstützung der Stimmungsstabilisierung und Reduktion therapieassoziierter metabolischer Nebenwirkungen
- Ernährungstherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – eliminations- und mikronährstoffadaptierte Ernährung zur unterstützenden Behandlung neurokognitiver Dysregulation
- Ernährungstherapie bei Essstörungen – indikationsspezifische Ernährungskonzepte zur Wiederherstellung des Ernährungsstatus, metabolischer Stabilisierung und Prävention somatischer Komplikationen
Pulmonologische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) – evidenzbasierte energie- und proteinadaptierte Ernährung zur Prävention von Muskelabbau, Verbesserung der Belastbarkeit und Reduktion der Atemarbeit
- Ernährungstherapie bei Asthma bronchiale – unterstützende Ernährung zur Gewichtskontrolle, Reduktion systemischer Inflammation und Verbesserung der Lungenfunktion bei adipösen und metabolisch belasteten Patienten
- Ernährungstherapie bei pulmonaler Hypertonie (PH; Lungenhochdruck) – individuell angepasste Ernährung zur Unterstützung der Leistungsfähigkeit sowie zum Management von Volumen- und Natriumhaushalt
- Ernährungstherapie bei Mukoviszidose (zystische Fibrose) – hochkalorische, nährstoffdichte Ernährung zur Kompensation erhöhter Energieverluste und Behandlung malabsorptiver Zustände
- Ernährungstherapie bei schlafbezogenen Atmungsstörungen (z. B. obstruktive Schlafapnoe) – gewichts- und metabolisch orientierte Ernährung zur Reduktion der ventilatorischen Belastung und Verbesserung der Atemregulation
Reproduktionsmedizinische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei weiblicher Infertilität (Sterilität) – evidenzbasierte Ernährungskonzepte zur Verbesserung der ovulatorischen Funktion, Optimierung der endometrialen Rezeptivität und Reduktion metabolischer und inflammatorischer Einflussfaktoren
- Ernährungstherapie bei männlicher Infertilität (Sterilität) – gezielte ernährungsmedizinische Strategien zur Unterstützung der Spermatogenese, Reduktion oxidativen Stresses und Verbesserung der Spermienqualität unter Berücksichtigung hormoneller und metabolischer Einflussgrößen
- Ernährungstherapie bei Endometriose – entzündungsmodulierende und hormonregulierende Ernährungskonzepte zur Reduktion chronischer Entzündungsaktivität, Linderung zyklusassoziierter Beschwerden und Unterstützung der reproduktiven Funktion
Schlafmedizinische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei Insomnie – schlafunterstützende und zirkadian ausgerichtete Ernährungskonzepte zur Förderung der Schlafarchitektur, Reduktion nächtlicher Hyperarousal-Zustände und Stabilisierung des Glukose- und Stressstoffwechsels
- Ernährungstherapie bei zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen – zeitlich strukturierte Ernährungsstrategien (Chrononutrition) zur Synchronisation peripherer und zentraler biologischer Uhren
- Ernährungstherapie bei schichtarbeitsassoziierter Schlafstörung – metabolisch und zeitlich adaptierte Ernährung zur Reduktion circadianer Fehlanpassung, Verbesserung der Schlafqualität und Prävention schichtarbeitsassoziierter Stoffwechselstörungen
- Ernährungstherapie bei chronischer Tagesmüdigkeit (nicht pulmonal) – stabilisierende, blutzucker- und entzündungsmodulierende Ernährungskonzepte zur Verbesserung der Tagesvigilanz und Reduktion ernährungsbedingter Leistungseinbrüche
Stoffwechsel- und internistische Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei Adipositas – strukturierte, energieadaptierte Ernährung zur nachhaltigen Gewichtsreduktion und Reduktion kardiometabolischer Risiken
- Ernährungstherapie bei Untergewicht und Mangelernährung – strukturierte, energie- und proteinadaptierte Ernährung zur Wiederherstellung des Ernährungsstatus, Prävention metabolischer und funktioneller Komplikationen sowie Unterstützung der Rekonvaleszenz bei internistischen Erkrankungen
- Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus – indikationsspezifische Ernährung zur Optimierung der glykämischen Kontrolle und Prävention mikro- und makrovaskulärer Komplikationen
- Ernährungstherapie bei metabolisch-assoziierter Fettlebererkrankung (MASLD) – gewichts- und makronährstoffmodulierende Ernährung als zentrale Therapie zur Reduktion hepatischer Steatose und Fibroseprogression
- Ernährungstherapie bei Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörungen) – gezielte Modifikation der Fettqualität und Ballaststoffzufuhr zur Senkung des atherogenen Risikoprofils
- Ernährungstherapie bei arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) – natriumreduzierte, blutdrucksenkende Ernährung zur Reduktion kardiovaskulärer Folgeerkrankungen
- Ernährungstherapie bei metabolischem Syndrom und chronischer metabolischer Entzündung – integrierte, entzündungsmodulierende Ernährungskonzepte zur gleichzeitigen Beeinflussung von Insulinresistenz, Adipositas, Dyslipidämie, Hypertonie und systemischer Low-Grade-Inflammation
- Ernährungstherapie bei Gicht und Hyperurikämie – purin- und fruktosemodifizierte, harnsäuresenkende Ernährung zur Prävention akuter Gichtanfälle, chronischer Gelenkschäden und kardiometabolischer Begleiterkrankungen
Zielsetzung des Themenbereichs
Die nachfolgenden Kapitel vertiefen die einzelnen therapeutischen Diäten differenziert nach Indikation, Wirkprinzip und klinischer Relevanz. Ziel ist eine medizinisch fundierte, strukturierte Orientierung, die eine sachgerechte Einordnung, indikationsgerechte Anwendung und kritische Bewertung ernährungstherapeutischer Konzepte ermöglicht.
Alle genannten Beiträge werden derzeit fachlich evaluiert und redaktionell aufbereitet. Die Veröffentlichung erfolgt schrittweise innerhalb der nächsten zwei Monate.