Frühstück – Pro und Contra
Ist Frühstücken mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden? Die Ergebnisse von Studien, die sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben, sind teilweise sehr widersprüchlich.
Nicht jeder kann morgens etwas essen. Bei vielen entwickelt sich der Appetit erst im Laufe des Vormittags. Trotzdem sind auch Nichtfrühstücker zu Beginn des Tages leistungsfähig. Letztlich ist es entscheidend, auf sein Hungergefühl zu hören. Jeder hat seinen eigenen Essrhythmus und keiner muss zum Frühstücken gezwungen werden bzw. muss keiner das Frühstück ausfallen lassen, wenn er ein Frühstücks-Typ ist.
Im Folgenden soll eine Übersicht über die Vor- bzw. Nachteile des Frühstückens gegeben werden, die sich aus Studien ableiten lassen.
Pro
- Es existiert ein signifikanter Zusammenhang zwischen Nicht-Frühstückern und Übergewicht [5].
- Frühstücker haben am Nachmittag und am Abend stabilere Blutglucose-Werte (Blutzucker-Werte) [2].
- Jugendliche, die gar nicht frühstücken oder nur sehr wenig, entwickeln im mittleren Lebensalter häufiger ein metabolisches Syndrom [2].
- Frühstücker haben einen niedrigeren mittleren Nüchtern-Insulinspiegel. Damit haben regelmäßig frühstückende Kinder ein geringeres Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes, vor allem, wenn das Frühstück viele Ballaststoffe enthielt [3].
- Kinder, die nicht täglich zu Hause frühstücken, haben ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung) und einen niedrigen HDL-Cholesterinspiegel, was wiederum zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Zudem scheinen sich Kinder, die seltener zu Hause frühstücken, weniger zu bewegen [4].
- Eine Studie, basierend auf den Daten der NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey), deutet zudem darauf hin, dass regelmäßiges Frühstücken das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) reduziert [6].
- Eine identische Kalorienzufuhr sowohl nach hoch- als auch nach niederkalorischen Mahlzeiten führt zu einer 2,5-fach höheren nahrungsinduzierten Thermogenese (NIT) am Morgen im Vergleich zum Abend [7].
Fazit: Ein ausgiebiges Frühstück sollte einem üppigen Abendessen vorgezogen werden, um Übergewicht oder Blutzuckerspitzen bei Diabetes mellitus zu vermeide
Contra
- Das tägliche Frühstück erleichtert nicht die Gewichtsreduktion. Menschen, die frühstücken, nehmen insgesamt pro Tag mehr Kalorien zu sich als Nichtfrühstücker [1].
- Frühstücker essen am Abend nicht weniger und zeigen auch keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich metabolischer (den Stoffwechsel betreffenden) Parameter oder kardiovaskulären (das Herz-Kreislauf-System betreffenden) Risikofaktoren im Vergleich zu Nichtfrühstückern [2].
- Bei vielen ist das Frühstück die ungesundeste Mahlzeit des Tages, da häufig Lebensmittel mit hohem glykämischen Index verzehrt werden, wie Semmeln, Croissants, Toast, Honig, Nuss-Nugat-Aufstrich, gezuckerte Müslis oder Cornflakes. Der Blutglucose-Spiegel (Blutzuckerspiegel) steigt schnell an und fällt wieder ab, was wiederum Hungergefühle auslösen kann.
Literatur
- Dhurandhar EJ, Dawson J, Alcorn A, Larsen LH, Thomas EA, Cardel M, Bourland AC, Astrup A, St-Onge MP, Hill JO, Apovian CM, Shikany JM, Allison DB: The effectiveness of breakfast recommendations on weight loss: a randomized controlled trial. Am J Clin Nutr. 2014 Aug; 100(2): 507–513. doi: 10.3945/ajcn.114.089573
- Wennberg M, Gustafsson PE, Wennberg P, Hammarström A: Irregular eating of meals in adolescence and the metabolic syndrome in adulthood: results from a 27-year prospective cohort. Public Health Nutr. 2016 Mar;19(4):667-73. doi: 10.1017/S1368980015001445. Epub 2015 May 4.
- Donin AS, Nightingale CM, Owen CG, Rudnicka AR, Perkin MR, Jebb SA, Stephen AM, Sattar N, Cook DG, Whincup PH: Regular Breakfast Consumption and Type 2 Diabetes Risk Markers in 9- to 10-Year-Old Children in the Child Heart and Health Study in England (CHASE): A Cross-Sectional Analysis. Published: September 2, 2014 http://dx.doi.org/10.1371/journal.pmed.1001703
- Papoutsou S, Briassoulis G, Wolters M, Peplies J, Iacoviello L, Eiben G, Veidebaum T, Molnar D, Russo P, Michels N, Moreno LA, Tornaritis M: No breakfast at home: association with cardiovascular disease risk factors in childhood. European Journal of Clinical Nutrition. 2014 Jul;68 (7): 829-34
- Manios Y, Moschonis G, Androutsos O, Filippou C, Van Lippevelde W, Vika FN, te Velde SJ, Jan N, Dössegger A, Bere E, Molnar E, Moreno LA, Chinapaw MJM, De Bourdeaudhuij I, Brug J on behalf of the ENERGY Consortium: Family sociodemographic characteristics as correlates of children’s breakfast habits and weight status in eight European countries. The ENERGY (EuropeaN Energy balance Research to prevent excessive weight Gain among Youth) project. Public Health Nutr. 2015 Apr;18(5):774-83. doi: 10.1017/S1368980014001219.
- Marie-Pierre St-Onge et al.: Meal Timing and Frequency: Implications for Cardiovascular Disease Prevention: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation. 2017;135:e96-e121 doi.org/10.1161/CIR.0000000000000476
- Richter J, Herzog N, Janka S, Baumann T, Kistenmacher A, Oltmanns KM: Twice as high diet-induced thermogenesis after breakfast vs dinner on high-calorie as well as low-calorie meals. J Clin Endocrinol Metab, 2020 Mar 1;105(3)