Ernährungstherapie bei Adipositas

Adipositas ist eine chronische, multifaktoriell bedingte Erkrankung mit übermäßiger Fettmasse und erhöhter Morbidität (Krankheitsbelastung) und Mortalität (Sterblichkeit) [1]. Klinisch wird sie meist über den BMI (Body-Mass-Index/Körpermassen-Index) klassifiziert (≥ 30 kg/m²), ergänzt durch Taillenumfang, Fettverteilung, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) und funktionelle Einschränkungen [1].

Adipositas ist nicht nur „Kalorienüberschuss“, sondern ein Zusammenspiel aus biologischer Regulation (Appetit ↔ Sättigung, Energiesparmechanismen), Lebensstil, Umwelt, Psychologie, Medikamentenwirkungen und sozialen Determinanten [1].

Wissenschaftliche Grundlagen

Bei der Entstehung von Übergewicht bzw. Adipositas spielt das Verhalten – insbesondere Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, Schlafmuster und Stress – in den meisten Fällen die zentrale Rolle [1].

Seltenere Ursachen können bestimmte Erkrankungen wie eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Cushing-Syndrom (Erkrankung mit chronisch erhöhtem Stresshormonspiegel), Prader-Willi-Syndrom (seltene genetische Erkrankung) oder Schädigungen des Hypothalamus (z. B. durch einen Unfall) sein [1, 3]. Auch einige Medikamente können eine Gewichtszunahme fördern (z. B. Glukokortikoide, bestimmte Antipsychotika oder Insulin) oder eine Gewichtsabnahme erschweren (z. B. Betablocker). Dabei handelt es sich insgesamt um vergleichsweise seltene Ursachen der Adipositas [1].

Der menschliche Organismus besitzt komplexe Regulationsmechanismen, die das Gewicht biologisch stabilisieren. Wird Gewicht reduziert, reagiert der Körper häufig mit Gegenregulationen [1]:

  • gesteigertes Hungergefühl,
  • verringerter Energieverbrauch,
  • stärkere Reaktion auf hochkalorische Reize,
  • veränderte Belohnungsverarbeitung.

Damit erklärt sich, warum langfristige Gewichtsreduktion für viele Menschen schwierig ist – selbst bei hoher Motivation.

Stoffwechselphysiologische Grundlagen

  • Energiehomöostase: Die Regulation von Hunger und Sättigung erfolgt zentral im Gehirn (Hypothalamus, Hirnstamm). Hormonelle Signale wie Leptin, Insulin, Ghrelin (Hungerhormon) und GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1, ein Sättigungshormon) beeinflussen:
    • Hunger
    • Sättigung
    • Nahrungspräferenzen
    • Energieverbrauch
  • Fettgewebe als Stoffwechselorgan: Vor allem viszerales Fett (Bauchfett) wirkt hormonell aktiv. Eine übermäßige Fettakkumulation kann:
    • Insulinresistenz fördern
    • Blutfette verschlechtern
    • Blutdruck erhöhen
    • Entzündliche Prozesse verstärken

Nicht jede Gewichtszunahme führt automatisch zu schweren Stoffwechselstörungen. Entscheidend sind Fettverteilung, Dauer des bestehenden erhöhten Körpergewichts/Körperfetts und individuelle Risikofaktoren [1].

Die heutige Lebensumgebung begünstigt Übergewicht:

    • Ständige Verfügbarkeit energiedichter Lebensmittel
    • Große Portionsgrößen
    • Hochverarbeitete Produkte mit hoher Belohnungswirkung
    • Bewegungsmangel im Alltag
    • Stress und Schlafmangel

Epidemiologische Studien zeigen Zusammenhänge zwischen hohem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und erhöhtem Adipositasrisiko. Das bedeutet nicht, dass einzelne Produkte „verboten“ sind – aber eine dauerhaft hohe Exposition erhöht die Wahrscheinlichkeit einer positiven Energiebilanz [4-6].

Es kursieren zahlreiche Diäten (Low Carb, Low Fat, GLYX-Diät, Paleo-Diät, Fastenformen, Crash-Diäten etc.). Wissenschaftlich belastbar ist weniger die Ideologie dieser als die Schnittmenge wirksamer Strategien [1, 4-6, 9]:

  • Nachhaltiges Energiedefizit
  • Hohe Ernährungsqualität
  • Ausreichend Proteine (Eiweiß)
  • Viele Ballaststoffe
  • Wenig hochverarbeitete Energieträger
  • Strukturierte, langfristige Verhaltensänderung

Zentrale Annahmen der evidenzbasierten Ernährungstherapie:

  • Eine klinisch relevante Gewichtsreduktion ist möglich, aber der Körper reagiert häufig mit Gegenregulation (Hunger ↑, Energieverbrauch ↓).
  • Langfristiger Erfolg ist wahrscheinlicher bei dauerhaft alltagstauglichen Mustern statt kurzfristiger „Crash“-Programme.
  • „Die beste Diät“ ist jene, die ein Energiedefizit ermöglicht, medizinisch sicher ist und langfristig beibehalten werden kann.

Zielsetzung der Ernährungstherapie

Ziel ist nebst einer Gewichtsreduktion in den altersentsprechenden, gesunden Bereich, die Reduktion adipositasassoziierter Risiken, die Verbesserung von Funktion und Lebensqualität sowie – wenn möglich – eine dauerhafte Gewichtsreduktion und -stabilisierung [1, 11].

Primäre therapeutische Zielparameter:

  • Körpergewicht und Gewichtsverlauf (realistische Zielspannen, z. B. initial 5-10 % in 6-12 Monaten)
  • Taillenumfang (Bauchfett)
  • Blutdruck
  • Glucosestoffwechsel (Nüchternglucose, HbA1c (Langzeitblutzucker) bei Prädiabetes/Diabetes mellitus)
  • Lipidprofil (LDL-Cholesterin, Triglyceride, HDL-Cholesterin)
  • Leberparameter (bei nicht-alkoholischer Fettleber (NAFLD))
  • Entzündungsmarker (hochsensitives C-reaktives Protein (hsCRP))

Sekundäre Ziele:

  • Symptomkontrolle (z. B. Belastungsdyspnoe (Atemnot bei Belastung), Arthralgie (Gelenkschmerz))
  • Schlafqualität (z. B. bei Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafes))
  • Körperliche Fitness, Leistungsfähigkeit
  • Medikamentenreduktion (wenn medizinisch möglich)
  • Lebensqualität, Selbstwirksamkeit, Essverhalten (Binge-Eating-Disorder/Esssucht mit Kontrollverlust, emotionales Essen)

Leitlinienlogik (Indikation → Intervention → Monitoring → Risiken):

  • Indikation: BMI/Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), adipositasassoziierte Funktionsbeeinträchtigung, psychische Faktoren, Medikamente
  • Intervention: individualisierte Ernährungstherapie (Energiedefizit, Qualität, Protein, Struktur), Bewegungs- und Verhaltenstherapie; bei Bedarf Pharmakotherapie/Chirurgie nach Indikation
  • Monitoring: Gewicht/Taille, Blutdruck, Labor (Glucose/Lipide/Leber), Ernährungsprotokolle (kurz), Essverhalten, Nebenwirkungen, Umsetzbarkeit im Alltag
  • Risiken: Nährstoffmängel (v. a. bei restriktiven Diäten), Muskelmasseverlust, Gallensteine bei raschem Gewichtsverlust, Essstörungsverschlechterung, Interaktionen mit Antidiabetika (blutzuckersenkende Medikamente), Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente)

Kurz- und langfristige Ziele:

  • Kurzfristig: Ernährungsstruktur stabilisieren, Energiebilanz verbessern, protein-/ballaststoffreichere Auswahl, Alltagsbarrieren bearbeiten
  • Langfristig: Gewicht stabilisieren, Rückfallprophylaxe, metabolische Risikofaktoren dauerhaft senken, Ernährungsmuster normalisieren

Grundprinzipien

Die Ernährungstherapie beruht auf folgenden Prinzipien [1, 4-9, 11]:

  • Realistisches Energiedefizit (500-800 kcal pro Tag)
    • Ein Energiedefizit ist für Gewichtsverlust notwendig, jedoch ist „einfach weniger essen“ in der Praxis selten ausreichend. Entscheidend ist, wie das Defizit erreicht wird: durch höhere Sättigung, weniger Trigger-Lebensmittel, bessere Mahlzeitenplanung und passende Portionsstrategien.
    • Sehr aggressive Defizite führen häufiger zu Abbruch, Heißhunger, Muskelverlust oder kompensatorischem Essen.
  • Sättigung steuern (Proteine, Ballaststoffe, Volumen)
    • Proteine erhöhen Sättigung, unterstützen Muskelerhalt und verbessern die „Diätverträglichkeit“. Eine höhere Proteinzufuhr kann den Verlust an Muskelmasse während Gewichtsreduktion reduzieren (Zufuhrmenge individuell anzupassen, insbesondere bei Nierenfunktion).
  • Ballaststoffe und Lebensmittelvolumen
    • Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, wasserreiche Speisen erhöhen Sättigung pro Kalorie.
  • Mahlzeitenstruktur
    • Regelmäßig, planbar, ausreichend – reduziert impulsives Essen
  • Ernährungsqualität im Blick haben
    • Viele Makronährstoffverteilungen (Verteilung der Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Fette, Proteine) können wirksam sein, wenn sie ein Energiedefizit ermöglichen. Langfristig sind Muster mit hoher Nährstoffdichte, wenig stark verarbeiteten Energieträgern, moderater Energiedichte und hohem Anteil pflanzlicher Lebensmittel günstiger.
    • Für die mediterrane Kost gibt es konsistente Evidenz für günstige Effekte auf metabolische Risikofaktoren und Körpergewicht im Vergleich zu weniger strukturierten Mustern.
  • Ultra-verarbeitete Lebensmittel (Snacks, Süßgetränke, Süßwaren, hochkalorische Fertigprodukte)
    • Diese sind nicht nur kalorienreich, sondern häufig eine Kombination aus hoher Energiedichte, niedriger Sättigung, hoher Belohnungswirkung, hoher Verfügbarkeit und leichter Überessbarkeit. Systematische Übersichten und Metaanalysen zeigen Zusammenhänge zwischen höherer Aufnahme solcher und Adipositas sowie weiteren kardiometabolischen Risiken. Für die Praxis heißt das: Nicht jedes verarbeitete Produkt ist „verboten“, aber die Basis sollte überwiegend aus minimal verarbeiteten Lebensmitteln bestehen.
  • Mahlzeitenstruktur
    • Ein häufiger Erfolgsfaktor ist eine reduzierte Entscheidungsdichte: Je weniger Essensentscheidungen täglich spontan getroffen werden müssen, desto geringer ist das Risiko für impulsives oder unbewusstes Überessen. Willenskraft ist eine begrenzte Ressource. Viele kleine Entscheidungen über den Tag („Was esse ich jetzt?“, „Nur ein Snack?“, „Bestelle ich etwas?“) erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer ungünstigen Wahl.
  • Portionsanker
    • Z. B. Tellerprinzip: Halber Teller Gemüse/Salat, ein Viertel Protein, ein Viertel stärkehaltige Beilage) erleichtern die Umsetzung ohne Kalorienzählen.
  • Umgebungssteuerung
    • Einkauf, Vorräte, Arbeitsumfeld senkt Trigger.
  • Phasenmodell
    • Initialphase (4-12 Wochen): klare Struktur, begrenzte Lebensmittelrotation, Fokus auf Proteine und Ballaststoffe → erste Gewichtsreduktion
    • Konsolidierungsphase (3-12 Monate): flexible Umsetzung im Alltag und Sozialen, Aufbau von Routinen, Rückfallpläne
    • Erhaltungsphase (langfristig): Gewichtsstabilisierung, Monitoring in größeren Abständen, gezielte „Korrekturwochen“ nach Gewichtszunahme

Angestrebte Wirkmechanismen

Die Ernährungstherapie wirkt über mehrere miteinander verknüpfte Mechanismen:

Energetische Mechanismen

  • Negativbilanz: Die Energieaufnahme muss kleiner sein als der Energieverbrauch → führt zur Mobilisierung von Speicherfett [1]
  • Energiedichte: Lebensmittel mit hohem Wasser-/Ballaststoffanteil erlauben größere Portionsgrößen bei weniger Energie [10].
  • „Liquid Calories“: Kalorien aus Getränken (z. B. Alkohol, Softdrinks (Limonaden), Säfte) werden oft schlechter kompensiert als feste Nahrung [11].

Neuroendokrine Mechanismen (Hunger/Sättigung/Belohnung)

  • Protein- und ballaststoffreiche Mahlzeiten erhöhen Sättigung und reduzieren Folgeaufnahme [9, 11].
  • Regelmäßige, ausreichende Mahlzeiten reduzieren „Restriktions-Rebound“ (späteres Überessen) [1].
  • Ultra-verarbeitete Lebensmittel können durch hohe Palatabilität (Schmackhaftigkeit) und Belohnungssysteme zu „passiver Hyperphagie“ (deutlich erhöhte Nahrungsaufnahme, die über das normale Maß hinausgeht) beitragen [4-6]. Die Reduktion kann Heißhungertrigger senken (insbesondere bei Snackmustern).

Stoffwechsel- und Organmechanismen

  • Reduktion viszeraler Fettmasse (Bauchfett) verbessert Insulinresistenz und Blutdruckregulation [1, 11].
  • Leberfett sinkt bei Gewichtsreduktion; das verbessert häufig metabolische Parameter [11].
  • Proteinadäquate Gewichtsreduktion reduziert das Risiko von Muskelmasseverlust; Muskelerhalt ist wichtig für Grundumsatz, Funktion, Sturzprophylaxe (v. a. geriatrisch) [9].

Verhaltens- und Umgebungsmechanismen 

  • Struktur, Einkauf/Meal-Prep (Mahlzeiten im Voraus planen und vorbereiten) und Triggerkontrolle senken die „Friktion“ (alltägliche Hürden) für gesundheitsförderliches Verhalten [1].
  • Selbstmonitoring (z. B. wöchentliches Wiegen, einfache Protokolle) erhöht die Wahrscheinlichkeit, Rückfälle früh zu erkennen [1].

Zielgruppen und Ausschlusskriterien

Geeignete Zielgruppen [1, 2, 9, 11]

  • Erwachsene mit Übergewicht/Adipositas (mit/ohne metabolische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen))
  • Prädiabetes/Typ-2-Diabetes, Hypertonie (Bluthochdruck), Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung), NAFLD (nicht-alkoholische Fettlebererkrankung) → individuell angepasst
  • Geriatrische (ältere) Patienten: Fokus auf Muskelerhalt, ausreichende Proteinzufuhr, Sturzprophylaxe
  • Schwangerschaft und Stillzeit: keine aggressiven Defizite; Gewichtsentwicklung leitliniengerecht, Nährstoffdichte priorisieren
  • Kinder und Jugendliche: familienbasierte Therapie, altersgerechte Struktur, keine restriktiven Crash-Diäten

Eingeschränkte Eignung [1, 3, 11]

  • Essstörungen (Binge-Eating-Disorder, Bulimia nervosa/Ess-Brech-Sucht) oder hohes Risiko dafür: engmaschige verhaltenstherapeutische Einbindung
  • Schwere Depression, Trauma, hohe psychosoziale Belastung: Priorität auf Stabilisierung, Alltagshilfen, realistische Ziele
  • Chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche): Proteinziele individuell nach Stadium festlegen
  • Medikamentengetriebene Gewichtszunahme (z. B. Antipsychotika, Glukokortikoide): interdisziplinäre Anpassung

Indikationsbezogene Eignung [1, 7, 10, 11]

  • Typ-2-Diabetes: Energiedefizit + Proteine/Ballaststoffe, ggf. Kohlenhydratqualität und -verteilung
  • Adipositas (Fettleibigkeit) + nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Gewichtsreduktion, mediterranes Muster, Alkoholreduktion
  • Reizdarm: Gewichtsreduktion möglich, aber FODMAP-/Ballaststoffstrategie individuell

Insgesamt gilt: Je komplexer Komorbiditäten und Essverhalten, desto wichtiger sind Individualisierung und interprofessionelle Versorgung [1].

Durchführung und Ablauf der Ernährungstherapie

Eine erfolgreiche Therapie beginnt vor dem ersten "Diättag“ mit einer realistischen Diagnose der Ursachen: Essmuster (Snacking, Alkohol, Abendessen, Stressessen), Schlaf, Schichtarbeit, Bewegungsniveau, Medikamentenliste, psychosoziale Faktoren, Haushalts-/Arbeitsumgebung. Praktisch hilfreich ist eine kurze Bestandsaufnahme: Welche 2-3 Situationen treiben die Kalorienbilanz am stärksten (z. B. „Abend-Snacks“, „Bäckerei/To-go“, „Wochenende“)?

Typische Fehler zu Beginn können sein:

  • Zu starkes Defizit („alles auf einmal“), das nach 1-2 Wochen kollabiert
  • Proteine und Gemüse zu niedrig → Hunger bzw. Heißhunger
  • „Unsichtbare Kalorien“ (Getränke, Alkohol, Öl, Nüsse, Käse, Snacks) werden unterschätzt
  • Kein Plan für kritische Situationen (Restaurant, Stress, Reisen, Wochenenden)

Statt sofortiger Komplettumstellung ist oft wirksamer:

  • zunächst Getränke und Snacks strukturieren,
  • dann Mahlzeiten-Standardisierung (2-3 feste Frühstücksoptionen, 4-6 bewährte Hauptgerichte).
  • Anschließend Feinsteuerung (Portionen, Energiedichte, Proteine, Alkohol).

Adipositastherapie ist Rückfallmanagement. Gewichtsschwankungen sind normal. Wichtig ist die frühe Korrektur. Das entlastet moralisch und erhöht die Nachhaltigkeit.

Schritt-für-Schritt-Ablauf

  1. Zieldefinition (medizinisch + alltagstauglich): z. B.  zwischen 5 und 10 % in 6-12 Monaten Gewicht reduzieren, Taillenumfang senken, Blutdruck verbessern
  2. Basisregeln: Getränke- und Alkoholstrategie, Proteinanker, Gemüse/Volumen, Snack-Entscheidung
  3. Mahlzeitenbaukasten: wiederholbare Rezepte, Portionsanker, Routinen für Arbeit/Unterwegs
  4. Monitoring: wöchentliches Wiegen, Taillenumfang 1 ×/Monat, Labor nach Indikation
  5. Rückfallplan: Wenn +2 kg über „Wohlfühlkorridor“ → 1-2 Wochen strukturierte Korrekturphase
  6. Langfristige Integration: flexible Wochenenden, Restaurantregeln, Urlaubskonzept

Empfohlene Lebensmittel

  • Proteinreiche Basis
    • Magerquark, Skyr, Joghurt (natur), Hüttenkäse
    • Eier, Fisch, mageres Fleisch (maßvoll), Tofu/Tempeh, Hülsenfrüchte
    • Protein als „Anker“ in jeder Hauptmahlzeit
  • Gemüse, Salate, Volumen
    • Alle nicht-stärkehaltigen Gemüsearten, Pilze, Tomaten, Gurken, Blattgemüse
    • Suppen, Ofengemüse, Gemüsepfannen (hohes Volumen, niedrige Energiedichte)
  • Ballaststoffträger
    • Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Hafer, Gerste
    • Obst (v. a. ganze Früchte statt Saft)
  • Fettqualität
    • Olivenöl, Rapsöl, Nüsse und Samen (portionsbewusst), fetter Fisch
    • Ziel: Qualität hoch, Menge kontrolliert
  • Getränke
    • Wasser, ungesüßter Tee/Kaffee (ohne „Kalorienbeigaben“)
    • Zero-Getränke können Übergangshilfe sein (individuelle Verträglichkeit)

Entscheidend ist nicht „perfekt“, sondern eine Basisernährung, die in ≥ 80 % der Zeit funktioniert.

Nicht empfohlene bzw. einzuschränkende Lebensmitte

Diese Lebensmittel sind nicht „verboten“, aber sie erhöhen häufig unbemerkt die Energiezufuhr und erschweren die Gewichtsstabilisierung.

  • Zucker- und stärke-/fettreiche Snackmuster
    • Süßwaren, Gebäck, Chips, Cracker, Knabberzeug
    • Häufige kleine Portionen über den Tag (kumulativer Effekt)
  • Kalorienhaltige Getränke
    • Alkohol, Softdrinks, Säfte, gesüßte Kaffeegetränke
    • Flüssige Kalorien werden oft nicht durch weniger Essen kompensiert.
  • Hochkalorische Fertig- und Fast-Food-Optionen
    • Energiedichte Fertiggerichte, stark verarbeitete Fleischprodukte, viele Convenience-Snacks
    • Besonders kritisch: Kombination aus Fett + Zucker + Salz (Belohnung, Überessbarkeit)
  • Energiedichte gesund wirkende Zusatzkalorien
    • Große Mengen Nüsse, Käse, Öl, Avocado, Fitnessriegel
    • Sinnvoll, aber portionssensibel

Genussmittelkonsum

Tabak (Rauchen)

  • Raucher mit mehr als 20 Zigaretten täglich (starke Raucher) weisen sowohl ein höheres Körpergewicht als auch einen BMI (Body-Mass-Index) signifikant über den Durchschnittswerten der Nichtraucher auf [12].
  • Bei Rauchern ist eine Gewichtszunahme nach Rauchstopp möglich. Sie ist gesundheitlich meistens deutlich weniger relevant als fortgesetztes Rauchen.

Alkohol

  • Alkohol liefert ~7 kcal/g und wird metabolisch bevorzugt verbrannt – dadurch kann die Fettoxidation sinken, während Nahrungsfette leichter gespeichert werden.
  • Viele alkoholische Getränke liefern zusätzliche Kalorien über Zucker/Mischgetränke (Cocktails, Longdrinks, Bier + Snacks).
  • Alkohol senkt oft die Esskontrolle (Enthemmung) und erhöht die Wahrscheinlichkeit energiedichter Entscheidungen („zweite Portion“, Nacht-Snacks).
  • Die Schlafqualität kann leiden: Schlechter Schlaf erhöht bei vielen Menschen Hunger, Snackneigung und Energieaufnahme.
  • Empfehlung: Bei Gewichtsreduktion ist Alkoholreduktion (bis zu Phasen der Abstinenz) eine sehr effektive Kalorienhebel-Maßnahme.

Koffein

  • Ungesüßter Kaffee und Tee sind unproblematisch. Kritisch werden Kalorienbeigaben wie Zucker, Sirup und Sahne sowie eine sehr späte Einnahme, die unter Umständen zu Schlafstörungen führen kann.

Praktische Tipps zur Umsetzung im Alltag

Erfolgreiche Gewichtsreduktion wird im Supermarkt entschieden: Je weniger „Trigger“ zu Hause verfügbar sind, desto weniger Willenskraft ist nötig. Bewährt ist eine Vorratsstruktur mit proteinreichen Basics (Quark, Skyr, Tofu, Eier, Hülsenfrüchte), Tiefkühlgemüse, Salatgrundlagen, Vollkornoptionen und planbaren Snacks (Obst, Skyr, Proteinjoghurt natur). Einkauf nach Liste reduziert Impulskäufe.

Meal-Prep (Vorbereiten bzw. Vorkochen von Essen) muss nicht „sonntags 3 Stunden“ bedeuten. Klinisch praktikabel sind zwei Strategien:

  • Komponenten-Prep: Proteine (z. B. Hähnchen, Tofu), Gemüse (Ofenblech), Kohlenhydratbeilage (Kartoffeln, Reis) – kombinierbar über mehrere Tage
  • „Notfallgerichte“: drei schnelle Standardgerichte (z. B. Omelett + Salat; Linsensuppe; TK-Gemüsepfanne (Tiefkühlessen) + Protein)

Alltagstauglichkeit (Beruf, Familie, sozialer Kontext)

  • Unterwegs: proteinbasierte Optionen wählen (Skyr, Hüttenkäse, belegtes Vollkorn mit magerem Belag, Bowl mit Protein) statt Backwaren
  • Restaurant: 2-3 Regeln reichen (z. B. Protein + Gemüse als Basis, Soßen separat, Alkoholstrategie)
  • Familie: nicht „Sonderkost“, sondern Tellerprinzip für alle; nur Portions- und Snackstruktur anpassen
  • Wochenenden: häufig der Haupttreiber von Gewichtsstagnation; daher „Wochenendplan“ (ein Highlight, ein strukturierter Tag, Alkoholregel) statt „alles oder nichts“

Ernährungsphysiologische Bewertung

Im Rahmen einer Gewichtsreduktion sind Proteine klinisch besonders relevant, weil sie die Sättigung erhöhen und Muskelverlust reduzieren können (angepasst an Alter, Aktivität und Nierenfunktion) [9, 11].

Wichtig ist zudem weniger „viel vs. wenig“ als Qualität und Kontext: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und ganze Früchte sind günstiger als raffinierte Produkte und zuckerreiche Getränke. Bei Diabetes können Kohlenhydratverteilung und -qualität stärker gewichtet werden [11].

Die Fettqualität ist zentral (mehr ungesättigte, weniger trans-/gesättigte Fette). Fett ist energiedicht, daher ist das Portionsbewusstsein entscheidend [11].

Bei Adipositas kann trotz hoher Energiezufuhr eine ungünstige Mikronährstoffqualität bestehen. Klinisch relevant sind Vitamin D (häufig niedrig), Eisen (insbesondere bei Frauen), Folsäure, B12 (bei wenig tierischen Produkten), Jod (je nach Salznutzung), Magnesium (je nach Kostmuster). Vor allem stark restriktive Diäten erhöhen Mangelrisiken. Deshalb sollte die Basisernährung nährstoffdicht sein, und bei klinischem Verdacht und laborgestützten Defiziten gezielt substituiert werden [11].

Ein moderates Energiedefizit ist meist nachhaltiger als extreme Restriktion [1]. Energiedichte „Nebenbei-Kalorien“ (Getränke, Snacks, Öl/Nüsse/Käse) sind häufig der effektivste Ansatzpunkt [1, 10].

Ballaststoffe erhöhen Sättigung und unterstützen metabolische Gesundheit. Praktisch ist die Zielsetzung „zu jeder Mahlzeit eine ballaststoffreiche Komponente“ oft wirksamer als das starre Grammziel [11].

Die langfristig beste Strategie ist ein Muster, das auch nach der Abnahme weitergeführt werden kann: mediterran orientiert, proteinadäquat, ballaststoffreich, wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln, mit flexiblen Spielräumen [7, 8, 11].

Medizinische Risiken und mögliche Komplikationen

  • Nährstoffmängel
    • Risiko v. a. bei sehr restriktiven Diäten, einseitigen „Trenddiäten“ oder Mahlzeitenersatz ohne medizinische Planung [1]
    • Kritisch: Proteine (Muskelerhalt), Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Calcium, Jod (kontextabhängig) [11]
  • Stoffwechselveränderungen
    • Adaptive Thermogenese (Energieverbrauch sinkt), Hungeranstieg → erhöhtes Rückfallrisiko [1]
    • Bei Diabetes mellitus: Hypoglykämierisiko (Risiko für Unterzuckerung) unter Insulin und Sulfonylharnstoffen bei rascher Kalorienreduktion [1]
  • Gastrointestinale oder systemische Effekte
    • Obstipation (Verstopfung) bei ballaststoffarmer Restriktion; ggf. auch Diarrhoe (Durchfall) bei abrupt sehr ballaststoffreicher Umstellung [11]
    • Gallensteinrisiko bei raschem Gewichtsverlust [1]
  • Relevante Wechselwirkungen
    • Antidiabetika: Dosisanpassung bei Kalorien-/Kohlenhydratreduktion (Hypoglykämieprävention) [11]
    • Antihypertensiva, Diuretika (entwässernde Medikamente): Blutdruckabfall bei Gewichtsverlust möglich [11]
    • Antikoagulanzien (Blutverdünner): stabile Vitamin-K-Zufuhr bei stark schwankendem Gemüseanteil beachten (v. a. Vitamin-K-Antagonisten) [11]
  • Kurzfristige Risiken
    • Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen bei zu großem Defizit oder unzureichender Proteinzufuhr [1]
    • Essanfälle bzw. Überkompensation bei rigiden Verboten [1]
  • Langfristige Risiken
    • Gewichtsstigma, Frustration, Jo-Jo-Muster bei wiederholten Crash-Diäten [1]
    • Muskelverlust und Funktionsabnahme bei unzureichender Proteinzufuhr und Bewegung (besonders bei älteren Menschen) [9]

Die Risiken sind in der Regel vermeidbar, wenn das Energiedefizit moderat ausfällt, die Proteinzufuhr adäquat ist, die Mikronährstoffqualität hoch und ein Monitoring vorhanden ist.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Vor Beginn restriktiver Maßnahmen ist bei komplexer Komorbidität eine ärztliche Rücksprache empfohlen [1].

  • Absolute Kontraindikationen (für stark restriktive/monoforme Diäten, nicht für ausgewogene Energiereduktion an sich)
    • Akute Essstörung mit hohem Risiko (z. B. schwere Bulimia nervosa/Ess-Brech-Sucht, akute Anorexia nervosa/Magersucht) [1, 3]
    • Akute schwere psychiatrische Dekompensation [1]
    • Unbehandelte schwere Mangelernährung [1]
  • Relative Kontraindikationen (ggf. mit Monitoringbedarf)
    • Schwangerschaft/Stillzeit (keine aggressiven Defizite; Nährstoffdichte priorisieren) [3]
    • Chronische Niereninsuffizienz (Proteinziele individuell) [11]
    • Diabetes unter hypoglykämiegefährdender Therapie (Dosisanpassungen/Schulung) [11]
    • Höheres Alter/Frailty (Muskelerhalt priorisieren, Defizit moderat) [11]
    • Medikamentenregime mit Interaktionen (z. B. VKA, Diuretika) [11]

Die meisten Kontraindikationen betreffen nicht die Ernährungstherapie an sich, sondern das Ausmaß und die Form der Restriktion [1].

Vorteile

  • Klinisch relevante Gewichtsreduktion kann Blutdruck, Glucosestoffwechsel, Lipide und Leberfett verbessern [1, 11].
  • Reduktion viszeraler Fettmasse (Bauchfett) senkt kardiometabolische Risiken [1, 11].
  • Proteinadäquate Strategien unterstützen Muskelerhalt während Gewichtsreduktion [9].
  • Reduktion stark verarbeiteter Lebensmittel kann „Nebenbei-Kalorien“ senken und Esskontrolle erleichtern [4-6].
  • Alltagstaugliche Strukturen fördern langfristige Gewichtsstabilisierung und Lebensqualität [1].

Grenzen

Eine Ernährungstherapie bei Adipositas ist wirksam, aber nicht allmächtig. Biologische Gegenregulation, Umweltfaktoren und psychische Belastungen limitieren den Erfolg bei vielen Betroffenen. Eine vorübergehende Gewichtsstagnation ist im Verlauf einer Gewichtsabnahme üblich und Ausdruck einer biologischen Anpassung des Körpers [1].

Zudem sind zusätzliche Bausteine wie Bewegung, Verhaltenstherapie, ggf. medikamentöse Therapie, bei medizinischer Medikation bariatrische Verfahren sinnvoll und leitliniengerecht [1, 2].

Wissenschaftliche Einordnung

Zur Adipositasbehandlung bilden Leitlinien (siehe unten) den strukturellen Rahmen (indikationsbezogene Diagnostik, Stufentherapie, Verhalten/Bewegung/Ernährung, bei Bedarf Pharmako- und Chirurgiestrategien) [1-3]. Ergänzend stützen aktuelle systematische Übersichten mehrere Kernpunkte der Ernährungstherapie:

  • Stark verarbeitete Lebensmittel sind in Metaanalysen konsistent mit höherem Risiko für Adipositas und weitere Outcomes assoziiert [4-6].
  • Mediterrane Ernährungsmuster zeigen in Übersichten günstige Effekte auf Gewicht und kardiometabolische Parameter [7, 8].
  • Eine höhere Proteinzufuhr während der Gewichtsreduktion kann den Muskelerhalt verbessern, was für Langfristigkeit und Funktion relevant ist [9].
  • Die Wirksamkeit verschiedener „Diätformen“ ist häufig weniger durch das Etikett bestimmt als durch Umsetzbarkeit, Energiedefizit, Struktur und Rückfallmanagement [1, 8].

Fazit

Kurzfristig ist eine strukturierte, protein- und ballaststoffbetonte, energiereduzierte Ernährung wirksam, um klinisch relevante Gewichtsverluste und metabolische Verbesserungen zu erreichen [1, 11]. Langfristig entscheidet aber die Fähigkeit, ein alltagstaugliches Ernährungsmuster stabil zu halten, Rückfälle früh zu korrigieren und die biologischen Gegenregulationen (Hunger, geringerer Energieverbrauch) strategisch zu managen [1].

Deutlich ist: Crash-Diäten ohne Struktur und ohne Muskelerhalt-Strategie sind medizinisch und praktisch unterlegen. Eine moderne Ernährungstherapie bei Adipositas ist daher qualitativ hochwertig, beinhaltet wenig stark verarbeitete Lebensmittel, ist proteinadäquat, strukturiert und langfristig angelegt [1, 4-6, 9].

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Literatur

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  2. S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen. (AWMF-Registernummer: 088-001), Februar 2018 Langfassung
  3. S3-Leitlinie: Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. (AWMF-Registernummer: 050-002), August 2019 Langfassung
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