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Einleitung
Mesangiale IgA-Glomerulonephritis

Die Mesangiale IgA-Glomerulonephritis bzw. IgA-Nephropathie (IgAN) (Synonyme: IgA-Nephritis (IgAN); Morbus Berger; Glomerulonephritis, mesangiale IgA-; IgA-Glomerulonephritis; ICD-10-GM N05.3: Nicht näher bezeichnetes nephritisches Syndrom: Diffuse mesangioproliferative Glomerulonephritis) geht mit der Ablagerung von Immunglobulin A (Ig A) im Mesangium (Zwischengewebe) der Glomeruli einher.

Man unterscheidet die folgenden Hauptformen der Glomerulonephritis:

  • Minimal-Change-Glomerulonephritis (MCGN) (glomeruläre Minimalläsion) – häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms im Kindesalter
  • Fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis (FSSGN) – in ca. 15 % der Fälle mit einem nephrotischen Syndrom einhergehend
  • Membranöse Glomerulonephritis (MGN) – bei Erwachsenen die häufigste Ursache eines nephrotischen Syndroms; macht 20-30 % aller Glomerulonephritiden aus; kann primär oder sekundär (als Folge anderer Erkrankungen) auftreten
  • Membranoproliferative Glomerulonephritis (MPGN) – in 50 % mit einem nephrotischen Syndrom einhergehend
  • Mesangiale IgA-Glomerulonephritis (IgA-Nephropathie, IgAN) – häufigste Form mit etwa 10-20 % aller Glomerulopathien in Europa und Nordamerika; in Asien sind es 40 %.
  • Rapid progrediente Glomerulonephritis (RPGN) – tritt bei 2-7 % der Patienten auf; die Erkrankung wird in verschiedene ursächliche Gruppen eingeteilt

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 2-3 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr auf.

In Deutschland, Frankreich und Japan beträgt der Anteil der mesangialen IgA-Glomerulonephritis an der Gesamtzahl der Glomerulonephritiden bis zu 35 %. In England, Kanada und den USA ist diese Form mit bis zu 10 % relativ selten.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 8-40 Erkrankungen pro 1.000.000 Einwohner pro Jahr (Westeuropa).

Verlauf und Prognose: Im Verlauf zeigt sich eine begleitende Hypertonie (Bluthochdruck), persistierende Proteinurie (Eiweiß im Urin) und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Häufig zeigen die Betroffenen nur milde Symptome (ca. 70 %) und Spontanremission (20-30 %) sind möglich [2, 3].
Bei 15-30 % kommt es zu einem progredienten (fortschreitenden) Verlust der Nierenfunktion [2]. Nach 20 bis 25 Jahren tritt bei bis zu 40 % der Patienten ein terminales Nierenversagen ein [4].
In einer Studie wurde gezeigt, dass die Serum-Harnsäurekonzentration zu der Abfallrate der Nierenfunktion bei Patienten mit einer mesangialen IgA-Glomerulonephritis (IgA-Nephritis) direkt proportional ist [1].

Literatur

  1. Bakan A et al.: Hyperuricemia is associated with progression of IgA nephropathy. Int Urol Nephrol. 2015 Mar 12.
  2. Sommerer C. IgA-Nephropathie: Pathogenese, Klinik und Therapie. Hessisches Ärzteblatt. 2020;6.
  3. Seikrit C et al.: IgA-Nephropathie. Der Nephrologe. 2020;15(6):336-342.
  4. Selvaskandan H et al.: Immunological drivers of IgA nephropathy: Exploring the mucosa-kidney link. Int J Immunogenet. 2022;49(1):8-21

     
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