Einleitung
Fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis

Bei der Glomerulonephritis handelt es sich um eine Entzündung der Glomeruli (Nierenkörperchen) der Nieren durch viele verschiedene Faktoren. Sie ist in Deutschland mit 15 % die zweithäufigste Ursache der terminalen Niereninsuffizienz (Nierenversagen mit der Notwendigkeit der Ersatztherapie in Form von Dialyse oder Nierentransplantation). 

Bei der "Fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis" (FSSGN) (Synonyme: Herdglomerulitis; Herdnephritis; ICD-10 N05.1: Nicht näher bezeichnetes nephritisches Syndrom: Fokale und segmentale glomeruläre Läsionen) kommt es zu Sklerosierungen (Gewebeverhärtungen) und Einlagerungen im Bereich der Glomeruli (Nierenfilterchen).

Man unterscheidet die folgenden Hauptformen der Glomerulonephritis:

  • Minimal-Change-Glomerulonephritis (MCGN) (glomeruläre Minimalläsion) – häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms im Kindesalter
  • Fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis (FSSGN) – in ca. 15 % der Fälle mit einem nephrotischen Syndrom einhergehend
  • Membranöse Glomerulonephritis (MGN) – bei Erwachsenen die häufigste Ursache eines nephrotischen Syndroms; macht 20-30 % aller Glomerulonephritiden aus; kann primär oder sekundär (als Folge anderer Erkrankungen) auftreten
  • Membranoproliferative Glomerulonephritis (MPGN) – in 50 % mit einem nephrotischen Syndrom einhergehend
  • Mesangiale IgA-Glomerulonephritis – häufigste Form mit bis zu 35 % der Fälle
  • Rapid progrediente Glomerulonephritis (RPGN) – tritt bei 2-7 % der Patienten auf; die Erkrankung wird in verschiedene ursächliche Gruppen eingeteilt

Die fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis kann primär oder sekundär (als Folge anderer Erkrankungen wie Heroinabusus (Heroinmissbrauch), HIV, Adipositas u. a.) auftreten. In ca. 30 % der Fälle ist sie genetisch bedingt (primär).

Bei Erwachsenen ist die fokal-segmental sklerosierende Glomerulonephritis Ursache für circa 15 % des nephrotischen Syndroms (bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe ca. 50 %). Das nephrotische Syndrom ist gekennzeichnet durch eine Proteinurie (Eiweißverlust mit dem Urin), eine dadurch bedingte Hypoproteinämie (zu wenig Eiweiß im Blut), sowie eine Hyperlipoproteinämie (Fettstoffwechselstörungen) und Ödeme (Wassereinlagerungen).

Geschlechterverhältnis: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Personen unter 50 Jahren auf.

Verlauf und Prognose: Ohne Remission (temporäres (vorübergehendes) oder dauerhaftes Nachlassen von Krankheitssymptomen) sind 60 % der Patienten nach 10 Jahren terminal niereninsuffizient (Nierenversagen). Bei Vollremission (dauerhaftes Nachlassen von Krankheitssymptomen) sind es dagegen nur 10 %.


     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag