Einleitung
Nierenzellkarzinom (Hypernephrom)

Beim Nierenzellkarzinom (Synonyme: chromophobzelliges Nierenzellkarzinom; hypernephroider Nierentumor; hypernephroides Nierenkarzinom; Hypernephrom; konventionelles Nierenzellkarzinom; medullärzelliges Nierenzellkarzinom; Nierenembryom; Nierenkarzinom; Nierenmalignom; Nierenparenchymkarzinom; Nierenstruma; Onkozytom; Papilläres Nierenzellkarzinom; renale bösartige Neubildung; renales Adenokarzinom; Sammelrohrkarzinom; hypernephroides Nierenkarzinom; engl. renal cell carcinoma, RCC; ICD-10 C64: Bösartige Neubildung der Niere, ausgenommen Nierenbecken) handelt es sich um die häufigste maligne (bösartige) Neubildung im Bereich der Nieren (Nierenkrebs).

Maligne Tumoren der Nieren sind selten. Etwa drei Prozent aller auftretenden Karzinome beim Menschen sind maligne Nierentumoren. Ca. 90 % dieser sind Nierenzellkarzinome, die in 97 % der Fälle unilateral (inseitig) und in 3 % bilateral (beidseitig) auftreten.

Das Nierenzellkarzinom tritt in 1-3 % der Fälle bilateral, das heißt an beiden Nieren gleichzeitig auf. Zudem tritt es meist sporadisch auf.

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 2 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Das Nierenzellkarzinom ist eine Erkrankung der älteren Menschen. Bei Männern liegt das mittlere Erkrankungsalter bei ca. 68 Jahren und bei Frauen bei 71 Jahren [1].

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt für Männer ca. 22,9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr und für Frauen ca. 12,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Meist wird ein Nierentumor zufällig während einer Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane) entdeckt.
Die Prognose hängt hauptsächlich vom Lymphknotenstatus und weniger von der Tumorkategorie oder der Tumorgröße ab. Die Rezidivrate nach erfolgreicher Therapie liegt bei 5 %.

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 70 und 97 % im Stadium I (der Tumor ist noch auf die Niere begrenzt bzw. sehr klein), im Stadium II zwischen 50 und 60 %. Im Stadium III liegt sie nur noch zwischen 10 und 50 %. Bei Nachweis von Lymphknotenmetastasen (Tochtergeschwülste in einem Lymphknoten) liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 20 %. Falls Fernmetastasen (Metastasen in anderen Organen) nachweisbar sind, leben nur noch 14 % länger als 5 Jahre.

Literatur

  1. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2009/10.www.rki.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2013/krebs_in_deutschland_2013.pdf;jsessionid=0BE7FFCB4020E20CEE977217CD5A350B.2_cid298?__blob=publicationFile (last accessed on 12 September 2016).

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms. (AWMF-Registernummer: 043-017OL), September 2015 Kurzfassung Langfassung

 


     
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