Einleitung
Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom)

Beim Harnblasenkarzinom (Synonyme: Blasenkarzinom (Harnblase); Blasenkrebs; Blasenwandkarzinom; Harnblasenkarzinom; Harnblasenkrebs; Harnblasenmalignom; Harnblasensarkom; maligner Harnblasentumor; metastasierendes Blasenkarzinom (Harnblase); Transitionalzellkarzinom der Blase; Transitionalzellkarzinom der Harnblase; Urothelkarzinom; Übergangszellkarzinom der Blase; Übergangszellkarzinom der Harnblase; ICD-10 C67.-: Bösartige Neubildung der Harnblase) handelt es sich um eine maligne (bösartige) Neubildung im Bereich der Harnblasenwand.

Etwa vier Prozent aller auftretenden Karzinome beim Menschen sind Harnblasenkarzinome.
In mehr als 90 % der Fälle liegt histologisch ein Urothelkarzinom (Übergangszellkarzinom) vor, in einigen Fällen kann es sich jedoch auch um eine Adeno- oder ein Plattenepithelkarzinom (5 %) handeln.

Häufigkeit der Urothelkarzinome nach ihrer Lokalisation in den ableitenden Harnwegen [1]:

Lokalisation Anteil an der uroepithelialen Oberfläche (%) Häufigkeit des uroepithelialen Karzinoms (%)
Nierenbecken 4 4,6
Harnleiter 3 2,9
Harnblase 93 92,5

Trend: Die Urothelkarzinome des oberen Harntrakts (UTUC, "upper tract urothelial carcinoma"), also der Nierenkelche und der oberen Harnleiter, nehmen zu.

Das Harnblasenkarzinom kann nicht-muskelinvasiv (auf die Schleimhaut beschränkt) oder muskelinvasiv und metastasierend sein. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind ca. 70 % aller erstmals diagnostizierten Harnblasenkarzinome nicht-muskelinvasiv und rund 30 % muskelinvasiv.

Geschlechterverhältnis: ab dem 25. Lebensjahr bei Männern höher als bei Frauen; Männer zu Frauen beträgt 2,5 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im 6. Lebensjahrzehnt auf.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) bei Männern beträgt ca. 35,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr und bei Frauen ca. 11,1  Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Europa). Weltweit beträgt die Inzidenz bei Männern 23 und bei Frauen 7,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
Ab dem achten Lebensjahrzehnt liegt die Erkrankungshäufigkeit bei 200 pro 100.000 Einwohner.

Verlauf und Prognose:
Je früher das Harnblasenkarzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Das Harnblasenkarzinom wächst oft schnell infiltrierend (eindringend/einwandernd), durchsetzt den M. detrusor vesicae und metastasiert (bildet Tochtergeschwülste) in iliakale Lymphknoten (und Fossa obturatoria). Die Tumoren sind in circa 50 % multilokulär ("an mehreren Orten") und circa zu 70 % an der Blasenhinterwand. Ein oberflächliches Harnblasenkarzinom (superfizielles Harnblasenkarzinom) lässt sich gut therapieren.
Die Rezidivrate liegt bei bis zu 85 %. Daher ist eine konsequente Nachsorge sehr wichtig, um das Rezidiv frühzeitig zu erkennen.
Die Mortalität (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population) beträgt ca. 14 %.

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nicht invasiven Tumoren bei 64-96 %.

Literatur

  1. Dorp F vom, Kausch I, Jocham D: Diagnostik und Therapie des nichtinvasiven Harnblasenkarzinoms. Dtsch Ärztebl. 2007;104:A797–A802.
  2. S3-Leitlinie: Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms. (AWMF-Registernummer: 032-038OL), September 2016 Kurzfassung Langfassung

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms. (AWMF-Registernummer: 032-038OL), November 2016 Kurzfassung Langfassung
  2. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Zitierbare Quelle: Zeitschrift "Urologe A" Leitlinie zur Therapie des Blasenkarzinoms
  3. Witjes JA et al.: Muscle-invasive and Metastatic Bladder Cancer. 2016 Leitlinie der European Association of Urology
  4. Milowsky M et al.: Guideline on Muscle-Invasive and Metastatic Bladder Cancer (European Association of Urology guideline): American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline Endorsement. doi: 10.1200/JCO.2015.65.9797

     
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