Einleitung
Blasenentzündung (Zystitis)

Bei einer Zystitis (Synonyme: HWI; Harnblasenentzündung; Harnblaseninfektion; Harnblasenkatarrh; Harnwegsinfekt (HWI); Cystitis; ICD-10 N30.-: Zystitis) handelt es sich um eine Entzündung der Harnblasenschleimhaut. Es handelt sich um eine typische und häufige Harnwegsinfektion (HWI) der sogenannten unteren Harnwege.

Bei einer Zystitis spricht man von einer unteren Harnwegsinfektion (HWI) und bei einer Beteiligung der Nieren (Pyelonephritis) von einer oberen HWI.

Die akute unkomplizierte Zystitis (AUZ) wird in den meisten Fällen durch Escherichia coli (gramnegative Stäbchen aus der Darmflora) verursacht. Auch Kokken (grampositiv), Mykoplasmen, Ureaplasmen, Hefen, Chlamydien und Viren können zu einer Zystitis führen.

Eine Zystitis kann unterteilt werden in:

  • Nosokomiale Zystitis – durch das Krankenhaus verursachte Blasenentzündungen, z. B. durch infektiöse Harnblasenkatheter
  • Nicht nosokomiale Zystitis, welche außerhalb des Krankenhauses auftreten, relativ häufig sind und beispielsweise ein bis drei Prozent der schulpflichtigen Mädchen betreffen

Weiterhin kann eine Zystitis nach Art der Beschwerden unterteilt werden in:

  • Symptomatische Zystitis – mit Beschwerden einhergehend
  • Asymptomatische Zystitis – ohne Beschwerden und oft unbemerkt ablaufend

Des Weiteren unterscheidet man eine akute von einer chronischen Zystitis.
Bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen (rHWI) handelt es sich definitionsgemäß um ≥ 3 symptomatische HWI pro Jahr oder ≥ 2 innerhalb eines halben Jahres.

Das Auftreten einer akuten Zystitis nach den Flitterwochen wird als "Honeymoon-Zystitis" bezeichnet.

Geschlechterverhältnis: Da Frauen eine kürzere Urethra (Harnröhre) haben, sind diese signifikant häufiger von einer Zystitis betroffen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt häufig bei älteren Männern mit einer benignen Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrößerung) auf. Bei Männern unter 50 Jahren ist eine Zystitis hingegen ausgesprochen selten. 

Die Lebenszeitprävalenz (Krankheitshäufigkeit, bezogen auf die gesamte Lebenszeit) liegt bei 50-70 % aller Frauen (in Deutschland). Ungefähr 5 % der Schwangeren haben eine Zystitis.

Verlauf und Prognose: Eine akute unkomplizierte Zystitis (AUZ) liegt vor, wenn keine funktionellen oder anatomischen Anomalien im Harntrakt, keine Nierenfunktionsstörungen und keine Begleiterkrankungen vorliegen, die den Harnwegsinfekt begünstigen. Die Therapie der AUZ dauert normalerweise 1-3 Tage (Antibiotikatherapie). Eine mögliche Komplikation ist die Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung). Die Zystitis kann rezidivierend (wiederkehrend) auftreten. Die Rezidivrate liegt bei 5-10 %.

Literatur

  1. Beetz R, Mannhardt-Laakman W, Schulte-Wissermann H (2011) Harnwegsinfektionen. In: Stein R, Beetz R, Thüroff JW (Hrsg) Kinderurologie in Klinik und Praxis, 3. Aufl. Georg Thieme, Stuttgart, New York, S 149-173

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter bakterieller ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten. (AWMF-Registernummer: 043-044), Juni 2010 Kurzfassung Langfassung

     
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