Einleitung
Eichelentzündung (Balanitis)

Bei der Balanitis (ICD-10 N48.1: Balanoposthitis) handelt es sich um die Entzündung der Eichel (Glans penis).
Häufig ist die Balanitis kombiniert mit der Entzündung des inneren Präputialblatts (Vorhautblattes) (Balanoposthitis).

Nach der Ursache kann man drei Formen der Balanitis unterscheiden:

  • akute infektiöse Balanitis – häufige Erreger sind: Bakterien (Staphylokokken, Mykobakterien, Gardnerella vaginalis) und Mykosen (Candida-Balanitis/Hefepilze) 
  • die nicht infektiöse Balanitis (z. B. durch mechanische Irritationen (Reizungen) und Entfettung der Eichelhaut durch zu häufiges Reinigen)
  • Lichen sclerosus – chronische Form der nicht infektiösen Balanitis (s. u.)

Man kann die folgenden Formen der Balanitis unterscheiden:

  • Balanitis simplex –  Rötung und Schwellung der Glans penis (Eichel)
  • Balanitis erosiva ‒ Entzündung der Glans penis mit Erosionen (oberflächlichen Epitheldefekten)
  • Balanitis ulcerosa ‒ Entzündung der Glans penis mit Bildung von Ulzera (Geschwüren)
  • Balanitis gangraenosa ‒ Entzündung der Glans penis, die mit einer Gangrän (Wundbrand) einhergeht
  • Balanitis mycotica (Candida-Balanitis) ‒ Entzündung der Glans penis, die durch Mykosen (Pilze) ausgelöst wird
  • Balanitis circinata ‒ Entzündung der Glans penis mit Erythem (flächenhafte Hautrötung) und girlandenförmigen Erosionen, die beim Morbus Reiter (Synonyme: Reiter-Syndrom, Reiter-Krankheit, Urethro-okulo-synoviales Syndrom, Arthritis dysenterica', postenteritisch reaktive Arthritis, Sexually acquired reactive arthritis (SARA), undifferenzierte Oligoarthritis) auftritt; es handelt sich dabei um eine seronegative Spondylarthropathie, die besonders bei HLA-B27 positiven Personen durch eine Darm- oder Harnwegserkrankung mit Bakterien (meistens Chlamydien) ausgelöst wird. Sie kann sich äußern als Arthritis (Gelenkentzündung), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Urethritis (Harnröhrenentzündung) und teils mit typischen Hautveränderungen
  • Balanitis plasmazellularis (Morbus Zoon) ‒ helle scharf begrenzte Glansrötung, eher asymptomatisch.
  • Balanitis xerotica obliterans ‒ Entzündung der Glans penis als Manifestation des Lichen sclerosus et atrophicans (chronisch verlaufende Erkrankung des Bindegewebes, die vermutlich zu den Autoimmunerkrankungen zählt)

Die häufigste Form ist die Balanitis simplex.

Häufigkeitsgipfel: Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko für eine Balanitis, da im Alter die oberste Hautschicht dünner ist.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 10 % aller männlichen Patienten in einer urologischen Praxis.

Verlauf und Prognose: Bei konsequenter Umsetzung der empfohlenen Pharmakotherapie (medikamentöse Behandlung) sind die Heilungschancen gut.
Handelt es sich um eine infektiöse Balanitis, sollte auch immer der Partner/die Partnerin mit behandelt werden.
Besteht eine chronische Balanitis, kann sich als Folge die Vorhaut verhärten. Es kann zu einer Phimose (Verengung der Vorhaut) kommen. 

Wird mit der Therapie zu spät begonnen, kann sich die Entzündung von der Eichel über die Urethra (Harnröhre) ausbreiten und zu einer
Urethritis (Harnröhrenentzündung), Zystitis (Blasenentzündung) sowie Prostatitis (Entzündung der Prostata) führen. Auch eine Epididymitis (Nebenhodenentzündung) ist möglich.

Die Balanitis kann rezidivierend (wiederkehrend) auftreten. In diesem Fall sollte eine Diabetes mellitus-Erkrankung ausgeschlossen werden. Bei häufigen Rezidiven kann eine Zirkumzision (Beschneidung) erforderlich werden. Männer, bei denen die Vorhaut entfernt wurde, erkranken signifikant seltener an einer Balanitis.


     
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