Antimetabolite
Zytostatikatherapie
Wirkstoffe Dosier (ung Besonderheiten
Methotrexat 40 mg/m² i. v. über 30 Minuten [9] Zur Anwendung kann Methotrexat peroral (p. o.), intravenös (i. v.), intraarteriell (i.a.), subkutan (s. c.), intrathekal, intravitreal und als intramuskuläre Injektion (i. m.) verabreicht werden.
Cytarabin 100-200 mg/m² i. v. über 7 Tage [10] Cytarabin ist schnell wirksam und wird primär bei der Induktionstherapie der AML* eingesetzt
Fluorouracil (FU bzw. 5-Fluorouracil/5-FU)
600 mg/m² i. v. über 30 Minuten [9] Beachte: genetische Störungen in der Metabolisierung des Zytostatikums (s. u.)

*Akute Myeloische Leukämie (AML)

  • Wirkweise: Antimetabolite sind chemische Verbindungen, die auf Grund ihrer strukturellen Ähnlichkeit zu den natürlichen Metaboliten deren Stoffwechselwege inhibieren (Hemmstoffe). Hieraus resultiert eine Störung der physiologischen Enzymfunktion im vorliegenden biologischen Prozess.
  • Nebenwirkungen: Leberschäden, Magenulzerationen, hämorrhagische Enteritis (blutige Darmentzündung), Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen), Thrombopenien (Mangel an Blutplättchen), Nausea (Übelkeit), Erbrechen, Sterilität, Sensibilitätsstörungen, Alopecia (Haarausfall), Kanzerogenität (erhöhtes Risiko für Sekundär/Zweit- oder Folgetumoren), nephrotoxisch, lungenschädigend − je nach Arzneimittel
  • Hinweis: Zur Prävention der Mukositis (Schleimhautentzündungen) wird von der MASCC (Multinational Association of Supportive Care in Cancer) das Lutschen von Eiswürfeln 30 min vor Beginn einer 5‑Fluorouracil-Gabe –  empfohlen (Evidenzgrad II) [1].
  • Genetische Störungen in der Metabolisierung des Zytostatikums: Fluorouracil wird im Körper über das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) abgebaut; bei bis zu 8 % der Bevölkerung ist die DPD-Konzentration erniedrigt und bei 0,5 % der Bevölkerung fehlt das Enzym völlig!
    Die dadurch verstärkte Toxizität kann sich durch Neutropenie (Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut), Neurotoxizität, Diarrhoe (Durchfall) und Stomatitis (Mundschleimhautentzündung) bemerkbar machen. 
    Auch die nachfolgenden Prodrugs sind davon betroffen: Capecitabin, Tegafur und Flucytosin. Capecitabin und Tegafur. 
    Erforderlich ist in diesen Fällen eine Dosisreduktion: Bei heterozygoten Trägern der Mutationen "c.2846A>T" und "c.1236G>A" sollte die Dosis um 25 % und bei heterozygoten Trägern der Mutationen "DPYD*2A" und "c.1679T>G" um 50 gesenkt werden [2].
  • Antidot bei Vergiftungen mit 5-Fluorouracil oder Capecitabin (Vorstufe (Prodrug) von 5-Fluorouracil): Uridintriacetat

Die oben aufgeführten Wirkungen, Indikationen, Nebenwirkungen und Substanzen stellen einen Überblick dar und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.    

Literatur

  1. Lalla RV, Bowen J, Barasch A et al.: MASCC/ISOO clinical practice guidelines for the management of mucositis secondary to cancer therapy. Cancer 2014;120:1453–1461. https://​doi.​org/​10.​1002/​cncr.​28592
  2. Henricks LM et al.: DPYD genotype-guided dose individualisation of fluoropyrimidine therapy in patients with cancer: a prospective safety analysis. Lancet Oncol 2018; 19: 1459–67 Published Online October 19, 2018 http://dx.doi.org/10.1016/ S1470-2045(18)30686-7
     
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