Komplementärmedizin (Einleitung)
Komplementärmedizinische Verfahren

Komplementärmedizin ist eine Bezeichnung für unterschiedliche Behandlungsverfahren, aber auch diagnostische Konzepte, die sich ergänzend, eben komplementär, zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden (klassische Medizin/"Schulmedizin") verstehen. Die Methoden haben nicht den Anspruch, die Schulmedizin zu ersetzen, sondern machen es sich zur Aufgabe, den Behandlungserfolg der klassischen Therapien zu unterstützen.

Eine Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet: Der Begriff Komplementärmedizin (Complementary and alternative medicine, CAM) umfasst ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind.

Das Spektrum komplementärmedizinischer Verfahren ist groß. So zählen beispielsweise die Akupunktur, Bachblütentherapie, Bioresonanztherapie, Bobath-Konzept, Eigenbluttherapie, Homöopathie, Ozontherapie, Schröpftherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin dazu, um nur einige zu nennen.

Die Bereitschaft für komplementärmedizinische Behandlungen ist groß. Komplexe Erkrankungen werden in der Regel durch mehrere Faktoren beeinflusst (z. B. Ernährung, Sport, Psyche, Lifestyle, Bildung, Umwelt), die in der klassischen Medizin nicht oder nur ungenügend Berücksichtigung finden. Die Komplementärmedizin ist ganzheitlich orientiert und versucht, Körper, Geist und Seele in die Therapie mit einzuschließen.

Typische Indikationen (Anwendungsgebiete) für komplementärmedizinische Methoden sind Schmerzzustände, Kopfschmerzen, Angst und Depressionen, Asthma und Allergien, Insomnie (Schlafstörungen) sowie Verdauungsstörungen. Bei Tumorerkrankungen (Krebserkrankungen) kann die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessert werden und Nebenwirkungen abgemildert.

Schulmediziner verlangen von den Komplementärmedizinern den Nachweis von Studien und Metaanalysen*. Anwender komplementärmedizinischer Verfahren berufen sich bei der Frage nach der Wirksamkeit auf ihre eigenen therapeutischen Erfahrungen und verweisen mit dem Hinweis „Wer heilt, hat Recht“ auf die Wirksamkeit ihrer Behandlungsmethoden.

Auch nicht alle klassischen medizinischen Verfahren (sogenannte anerkannte schulmedizinischen Methoden), die die deutschen Krankenkassen bezahlen, sind in Studien und Metaanalysen belegt!

An einigen Universitäten gibt es inzwischen Forschungsprojekte zur Komplementärmedizin, die in der Hauptsache von Stiftungsgeldern der Krankenkassen im Rahmen von Modellprojekten gefördert werden.

Für einige komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden sind von den Ärztekammern Weiterbildungsvorschriften erlassen worden:

  • Akupunktur
  • Chirotherapie
  • Homöopathie
  • Naturheilverfahren
  • Physikalische Therapie und Balneologie
  • Psychoanalyse
  • Psychotherapie
  • Spezielle Schmerztherapie

Auch Heilpraktiker, Heilmasseure, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Osteopathen dürfen komplementärmedizinische Methoden anbieten bzw. durchführen.

Außer Acht gelassen werden darf aber nicht, dass komplementärmedizinische Behandlungen ebenso Nebenwirkungen hervorrufen können, wie Standardtherapien. 

*Statistisches Verfahren, um die Resultate aus verschiedenen, aber vergleichbaren Studien zu vereinen. Metaanalysen werden meist im Rahmen eines Systematic Review verwendet, um die identifizierten Studien quantitativ zu analysieren.

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