Neuraltherapie – Störfelddiagnostik

Die Neuraltherapie nach Huneke (Behandlung mit örtlichen Betäubungsmitteln nach dem Huneke-Konzept) ist ein alternativ-/komplementärmedizinisches Injektionsverfahren (alternativ-/ergänzungsmedizinisches Verfahren mit Spritzen), bei dem Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel), insbesondere Procain oder Lidocain, diagnostisch (zur Erkennung von Krankheiten) und therapeutisch (zur Behandlung) eingesetzt werden. Nach dem Konzept der Neuraltherapie soll durch die Applikation (Verabreichung) eines Lokalanästhetikums eine Beeinflussung lokaler, segmentaler oder vegetativer Regulationsmechanismen (örtlicher, einem Nervenabschnitt zugeordneter oder unwillkürlicher Steuerungsmechanismen) erreicht werden.

Die Neuraltherapie nach Huneke ist von der etablierten medizinischen Anwendung von Lokalanästhetika in Anästhesie (Narkosemedizin), Regionalanästhesie (Betäubung einer Körperregion) und Schmerzmedizin zu unterscheiden. Die pharmakologische Wirkung (arzneimittelbezogene Wirkung) von Lokalanästhetika über die Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle (Ionenkanäle für Natrium) ist gesichert. Daraus ergibt sich jedoch kein Beleg für das Huneke-spezifische Störfeldkonzept (Erklärungsmodell zu krankheitsauslösenden Reizherden), die Störfelddiagnostik (Suche nach solchen Reizherden) oder eine krankheitsübergreifende Fernwirkung (Wirkung an entfernten Körperstellen) [1, 4].

Einordnung und Evidenzbewertung

  • Komplementärmedizinische Einordnung: Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein komplementärmedizinisches Verfahren und keine evidenzbasierte Standardtherapie (wissenschaftlich belegte Regelbehandlung).
  • Evidenzlage: Die verfügbare Literatur umfasst Übersichtsarbeiten (zusammenfassende wissenschaftliche Arbeiten), Beobachtungsstudien (Studien ohne gezielte Behandlungszuteilung) und einzelne klinische Studien (Untersuchungen an Patienten) zu niedrig dosierten Lokalanästhetika bzw. neuraltherapeutischen Anwendungen. Die Studienlage ist heterogen (uneinheitlich), indikationsbezogen (auf bestimmte Anwendungsgebiete bezogen) begrenzt und erlaubt keine pauschale Wirksamkeitsaussage (Aussage zur Wirkung) für die Neuraltherapie nach Huneke [1-3].
  • Störfelddiagnostik: Die Annahme, dass sogenannte Störfelder (krankheitsauslösende Reizherde) Beschwerden in entfernten Körperregionen verursachen oder aufrechterhalten können, ist ein alternativ-/komplementärmedizinisches Erklärungsmodell. Sie ist nicht als validierte Diagnostik (überprüfte Krankheitsfeststellung) im Sinne evidenzbasierter Medizin gesichert [1-3].
  • Quaddeltherapie: Die intradermale (in die Haut) bzw. oberflächlich subkutane Infiltrationstherapie (oberflächlich unter die Haut erfolgende Einspritzbehandlung) wird als Teilkonzept der Neuraltherapie beschrieben. Der AIHTA-Rapid-Review 2026 (schnelle systematische Bewertung des Austrian Institute for Health Technology Assessment 2026) fand für die Quaddeltherapie bei muskuloskelettalen Schmerzen (Schmerzen an Muskeln, Knochen und Gelenken) positive Effekte in einzelnen Studien, bewertet die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz (wissenschaftlichen Belege) jedoch wegen methodischer Limitationen (methodischer Einschränkungen) als deutlich eingeschränkt. Ein patientenrelevanter Nutzen (für Patienten spürbarer Nutzen) ist nach dieser Bewertung derzeit nicht nachgewiesen [3].
  • Klinische Konsequenz: Die Neuraltherapie darf nicht an die Stelle leitliniengerechter Diagnostik und Therapie (Untersuchung und Behandlung nach medizinischen Handlungsempfehlungen) treten. Eine Anwendung kommt allenfalls ergänzend, nach medizinischer Abklärung (ärztlicher Untersuchung) und nach Aufklärung über den komplementärmedizinischen Charakter und die begrenzte Evidenz in Betracht.

Zielsetzung

  • Schmerzlinderung: Ziel kann eine kurzfristige Reduktion lokaler oder segmentaler Schmerzen (auf ein Nervenversorgungsgebiet bezogene Schmerzen) sein, insbesondere bei ausgewählten Schmerzsyndromen (Beschwerdebildern mit Schmerzen), bei denen eine lokale, myofasziale (Muskeln und Bindegewebe betreffende) oder segmentale Schmerzkomponente plausibel ist.
  • Diagnostische Orientierung: Eine vorübergehende Beschwerdelinderung nach Injektion (Einspritzung) kann Hinweise auf lokale oder segmentale Schmerzanteile geben. Sie beweist jedoch keine kausale Störfeldwirkung (ursächliche Wirkung eines Störfeldes).
  • Ergänzende Behandlung: Die Neuraltherapie kann im komplementärmedizinischen Kontext als ergänzende Maßnahme diskutiert werden, wenn keine Warnzeichen bestehen, die Grunderkrankung (zugrunde liegende Krankheit) abgeklärt ist und etablierte Behandlungsoptionen (Behandlungsmöglichkeiten) nicht verzögert oder ersetzt werden.

Postulierte und belegbare Wirkmechanismen

  • Gesicherte pharmakologische Wirkung: Lokalanästhetika hemmen die Erregungsleitung peripherer Nerven (Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark) über die Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle.
  • Antiinflammatorische Eigenschaften: Für Lokalanästhetika sind experimentelle und klinisch diskutierte antiinflammatorische Effekte (entzündungshemmende Wirkungen) beschrieben. Diese Effekte belegen jedoch nicht automatisch die Störfeldhypothese (Annahme eines krankheitsauslösenden Reizherdes) oder eine krankheitsübergreifende Fernwirkung [4].
  • Lokale und segmentale Effekte: Eine Wirkung kann durch lokale Analgesie (Schmerzlinderung), Unterbrechung nozizeptiver Reize (Schmerzreize), Injektionseffekte, Erwartungs-/Kontexteffekte (Einflüsse durch Erwartung und Behandlungssituation) und natürliche Verlaufsvariabilität (natürliche Schwankungen des Krankheitsverlaufs) mitbedingt sein.
  • Nicht gesicherte Konzepte: Die Huneke-spezifischen Konzepte des Störfeldes, des Sekundenphänomens (sofortige Beschwerdelinderung nach Injektion) und systemischer Fernwirkungen (den gesamten Körper betreffender Fernwirkungen) sind nicht ausreichend validiert, um daraus eine gesicherte diagnostische oder therapeutische Kausalität (Ursächlichkeit) abzuleiten [1-3].

Mögliche ergänzende Anwendungsbereiche

  • Muskuloskelettale Schmerzen: Anwendungen bei muskuloskelettalen Schmerzsyndromen werden beschrieben. Die Evidenz ist jedoch begrenzt und rechtfertigt keine Einordnung als Standardtherapie [1-3].
  • Chronische Schmerzsyndrome: Beobachtungsdaten berichten Verbesserungen bei Patienten mit refraktären chronischen Schmerzen (therapieresistenten langanhaltenden Schmerzen). Aufgrund des Studiendesigns (Studienaufbaus) lassen sich daraus keine gesicherten kausalen Wirksamkeitsnachweise (Nachweise einer Wirkung) ableiten [2].
  • Narben- und lokale Reizzustände: Eine Anwendung bei lokalen Narbenbeschwerden oder myofaszialen Reizzuständen kann im komplementärmedizinischen Kontext beschrieben werden. Sie sollte jedoch nicht als gesicherte kausale Störfeldtherapie dargestellt werden.

Nicht als evidenzbasierte Indikationen (Anwendungsgebiete) darzustellen

  • Apoplex: Die Neuraltherapie ist keine Behandlung des Apoplex (Schlaganfall) und darf neurologische Akutdiagnostik (sofortige Abklärung des Nervensystems), Akuttherapie (sofortige Behandlung) oder Sekundärprävention (Vorbeugung erneuter Ereignisse) nicht ersetzen.
  • Tumorerkrankungen: Die Neuraltherapie ist keine onkologische Therapie (Krebsbehandlung). Eine Anwendung kann allenfalls symptomorientiert (an Beschwerden ausgerichtet) im Rahmen eines ärztlich abgestimmten Schmerz- oder Supportivkonzepts (unterstützenden Behandlungskonzepts) diskutiert werden.
  • Asthma bronchiale, hormonelle Störungen, Gallenkoliken und Infektionen: Diese Erkrankungen sind in der hier geprüften Literatur nicht tragfähig als evidenzbasierte Anwendungsgebiete der Neuraltherapie nach Huneke belegt und sollten daher nicht als Indikationen aufgeführt werden.
  • Akute Warnsymptome: Akute neurologische Ausfälle (plötzlich auftretende Ausfälle des Nervensystems), Thoraxschmerz (Brustkorbschmerz), akutes Abdomen (akuter Bauch), Fieber, septische Zeichen (Hinweise auf Blutvergiftung), Frakturverdacht (Verdacht auf Knochenbruch), Tumorverdacht oder progrediente Schmerzen (zunehmende Schmerzen) erfordern primär leitliniengerechte Diagnostik und Therapie.

Kontraindikationen und Vorsichtssituationen

Absolute Kontraindikationen

  • Gesicherte Allergie (Überempfindlichkeit) oder schwere Überempfindlichkeitsreaktion gegen das vorgesehene Lokalanästhetikum
  • Infektion (Ansteckung oder Entzündung durch Krankheitserreger), Abszess (Eiteransammlung) oder floride entzündliche Hautveränderung (aktive entzündliche Hautveränderung) im geplanten Injektionsgebiet
  • Fehlende Einwilligung (Zustimmung) nach Aufklärung
  • Unklare Beschwerden mit Warnzeichen, bei denen durch die Anwendung eine notwendige Akutdiagnostik oder leitliniengerechte Therapie verzögert würde

Relative Kontraindikationen bzw. Vorsichtssituationen

  • Antikoagulation (Blutgerinnungshemmung), Thrombozytenaggregationshemmung (Hemmung der Blutplättchenfunktion) oder Blutgerinnungsstörung, insbesondere bei tiefen oder nicht komprimierbaren Injektionsorten (nicht durch Druck stillbaren Einstichstellen)
  • Schwangerschaft, insbesondere ohne klare Nutzen-Risiko-Abwägung (Abwägung von Nutzen und Risiken)
  • Epilepsie (Anfallsleiden) oder erhöhte Krampfbereitschaft
  • Relevante kardiale Vorerkrankungen (Herzerkrankungen) oder relevante Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung mit möglicher Beeinträchtigung von Metabolismus (Abbau im Körper) oder Elimination (Ausscheidung) des Lokalanästhetikums
  • Mehrfachallergien oder anamnestisch (aus der Krankengeschichte) unklare Reaktionen auf Injektionspräparate (gespritzte Präparate)

Vor der Therapie

  • Medizinische Abklärung: Vor einer Anwendung müssen klinisch relevante Ursachen der Beschwerden entsprechend Symptomatik (Beschwerdebild) und Risikoprofil (Risikokonstellation) abgeklärt sein.
  • Anamnese: Zu erfassen sind Schmerzcharakter, zeitlicher Verlauf, Vorerkrankungen, Operationen, Narben, Allergien, Medikamentenanamnese (Medikamentenvorgeschichte), Antikoagulation, frühere Reaktionen auf Lokalanästhetika und bisherige Therapien.
  • Körperliche Untersuchung: Die Untersuchung richtet sich nach Beschwerdebild und Verdachtsdiagnose (vermuteter Diagnose). Bei Schmerzsyndromen sind Lokalbefund (örtlicher Untersuchungsbefund), Beweglichkeit, neurologischer Status (Untersuchungsbefund des Nervensystems) und mögliche myofasziale oder segmentale Schmerzkomponenten zu prüfen.
  • Aufklärung: Die Aufklärung muss den komplementärmedizinischen Charakter, die begrenzte Evidenz, realistische Therapieziele, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und Abbruchkriterien umfassen.
  • Therapieziel: Vor Beginn sollten Zielparameter (Messgrößen) wie Schmerzintensität (Schmerzstärke), Funktion, Medikamentenbedarf und Behandlungsdauer festgelegt werden.

Das Verfahren

  • Lokale Injektion: Ein Lokalanästhetikum wird in ausgewählte Haut-, Unterhaut-, Muskel-, Narben- oder Triggerpunktareale injiziert.
  • Segmentale Anwendung: Injektionen können in Areale erfolgen, die einem bestimmten spinalen Segment (Nervenversorgungsabschnitt der Wirbelsäule) zugeordnet werden. Ziel ist nach neuraltherapeutischem Konzept eine Beeinflussung segmentaler Reflexmechanismen (Reflexsteuerungen eines Nervenabschnitts).
  • Störfeldbehandlung: Die Injektion in vermutete Störfelder, zum Beispiel Narben oder andere chronisch gereizte Areale, beruht auf dem Huneke-Konzept. Diese Vorgehensweise ist nicht als validierte Diagnostik oder gesicherte Kausaltherapie (ursächliche Behandlung) darzustellen.
  • Sekundenphänomen: Als Sekundenphänomen wird in der Neuraltherapie eine rasche Beschwerdelinderung nach Injektion beschrieben. Dieses Phänomen ist kein wissenschaftlich gesicherter Kausalitätsbeweis (Beweis eines ursächlichen Zusammenhangs) für ein Störfeld.
  • Dokumentation: Zu dokumentieren sind Diagnose, Aufklärung, Substanz (Wirkstoff), Konzentration (Wirkstoffstärke), Dosis (Menge), Injektionsort, unmittelbare Wirkung, Nebenwirkungen und Verlauf.

Nach der Therapie

  • Kurzzeitbeobachtung: Nach der Injektion sollte auf vasovagale Reaktionen (Kreislaufreaktionen durch Nervenreflex), allergische Reaktionen, neurologische Symptome (Beschwerden des Nervensystems) und Zeichen einer systemischen Lokalanästhetika-Toxizität (Vergiftung durch örtliche Betäubungsmittel im ganzen Körper) geachtet werden.
  • Verlaufskontrolle: Sinnvoll sind eine strukturierte Erfassung von Schmerz, Funktion, Analgetikabedarf (Bedarf an Schmerzmitteln) und unerwünschten Wirkungen.
  • Abbruchkriterien: Ausbleibender Nutzen nach wenigen Sitzungen, Symptomprogression (Zunahme der Beschwerden), neue Warnzeichen oder Nebenwirkungen sprechen gegen eine Fortsetzung.
  • Weiterführende Diagnostik: Persistierende (anhaltende), zunehmende oder unklare Beschwerden müssen erneut leitliniengerecht abgeklärt werden.

Mögliche Komplikationen

  • Lokale Reaktionen: Schmerzen, Brennen, Rötung, Schwellung, Hämatom (Bluterguss), lokale Blutung oder vorübergehendes Taubheitsgefühl an der Injektionsstelle
  • Infektionen: Hautinfektion, Weichteilinfektion oder Abszess bei unzureichender Sterilität (Keimfreiheit) oder ungünstiger Risikokonstellation
  • Allergische Reaktionen: Urtikaria (Nesselsucht), Bronchospasmus (Verkrampfung der Bronchien) oder anaphylaktische Reaktion (schwere allergische Sofortreaktion)
  • Vasovagale Reaktionen: Schwindel, Übelkeit, Blutdruckabfall oder Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit)
  • Nerven- und Gewebeschäden: Direkte Nervenreizung, persistierende Dysästhesien (anhaltende Missempfindungen), lokale Gewebeschädigung oder Fehlapplikation (falsche Verabreichung)
  • Systemische Lokalanästhetika-Toxizität: Bei Überdosierung oder versehentlicher intravasaler Injektion (Einspritzen in ein Blutgefäß) können periorale Parästhesien (Missempfindungen um den Mund), metallischer Geschmack, Tinnitus (Ohrgeräusch), Unruhe, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen Kreislaufstillstand auftreten [5, 6].
  • Organverletzungen: Bei tiefen oder thorakalen Injektionen (Injektionen im Brustkorbbereich) sind je nach Injektionsort Verletzungen von Gefäßen, Nerven oder Organen möglich.
  • Verzögerung wirksamer Therapie: Eine indirekte Komplikation besteht darin, dass relevante Erkrankungen übersehen oder notwendige Behandlungen verzögert werden.

Nutzenbewertung

  • Potenzielle Effekte: Kurzfristige analgetische Effekte (schmerzlindernde Wirkungen) können durch die pharmakologische Wirkung des Lokalanästhetikums, lokale Injektionseffekte und unspezifische Behandlungseffekte erklärbar sein.
  • Methodische Grenzen: Viele Studien sind klein, heterogen, nicht ausreichend verblindet (ohne ausreichende Verdeckung der Behandlung) oder beobachtend. Dadurch sind spezifische Behandlungseffekte, Placeboeffekte (Scheinbehandlungseffekte), Regression zur Mitte (Rückkehr extremer Beschwerden zum Durchschnitt) und natürliche Krankheitsverläufe nicht sicher voneinander abzugrenzen [1-3].
  • Keine gesicherte Fernwirkung: Eine systematische Fernwirkung über sogenannte Störfelder ist nicht ausreichend belegt.
  • Keine Standardtherapie: Die Neuraltherapie nach Huneke sollte als komplementärmedizinisches Verfahren mit begrenzter Evidenz dargestellt werden, nicht als evidenzbasierte Standardtherapie.

Fazit

Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein alternativ-/komplementärmedizinisches Injektionsverfahren mit Lokalanästhetika. Gesichert sind pharmakologische Wirkungen von Lokalanästhetika; nicht ausreichend validiert sind die Huneke-spezifischen Konzepte der Störfelddiagnostik, des Sekundenphänomens und krankheitsübergreifender Fernwirkungen. Eine Anwendung sollte nur ergänzend, nach medizinischer Abklärung, mit enger Indikationsstellung und nach Aufklärung über die begrenzte Evidenz erfolgen. Überbreite Indikationsangaben wie Apoplex, Tumorerkrankungen, Asthma bronchiale, hormonelle Störungen, Gallenkoliken oder Infektionen sind in der geprüften Literatur nicht tragfähig als evidenzbasierte Anwendungsgebiete belegt und sollten nicht als Indikationen der Neuraltherapie dargestellt werden [1-6].

Literatur

  1. Vinyes D, Muñoz-Sellart M, Fischer L: Therapeutic Use of Low-Dose Local Anesthetics in Pain, Inflammation, and Other Clinical Conditions: A Systematic Scoping Review. Journal of Clinical Medicine. 2023;12(23):7221. https://doi.org/10.3390/jcm12237221
  2. Egli S, Pfister M, Ludin SM et al.: Long-term results of therapeutic local anesthesia (neural therapy) in 280 referred refractory chronic pain patients. BMC Complementary and Alternative Medicine. 2015;15:200. https://doi.org/10.1186/s12906-015-0735-z
  3. Mayer-Ferbas J, Jeindl R: Infiltrationstherapien bei muskuloskelettalen Schmerzen: Quaddeltherapie. AIHTA Rapid Review Nr. 020. 2026. https://eprints.aihta.at/1610/1/HTA-Informationsdienst_Rapid_Review_020.pdf
  4. Cassuto J, Sinclair R, Bonderovic M: Anti-inflammatory properties of local anesthetics and their present and potential clinical implications. Acta Anaesthesiologica Scandinavica. 2006;50(3):265-282. https://doi.org/10.1111/j.1399-6576.2006.00936.x
  5. Neal JM, Barrington MJ, Fettiplace MR et al.: The Third American Society of Regional Anesthesia and Pain Medicine Practice Advisory on Local Anesthetic Systemic Toxicity: Executive Summary 2017. Regional Anesthesia and Pain Medicine. 2018;43(2):113-123. https://doi.org/10.1097/AAP.0000000000000720
  6. Neal JM, Neal EJ, Weinberg GL: American Society of Regional Anesthesia and Pain Medicine Local Anesthetic Systemic Toxicity checklist: 2020 version. Regional Anesthesia and Pain Medicine. 2021;46(1):81-82. https://doi.org/10.1136/rapm-2020-101986