Einleitung
Schlafstörungen (Insomnie)

Schlafstörungen (Synonyme: Asomnie; atmungsbedingte Schlafstörung; chronische Schlafstörung; Durchschlafstörung; Dyssomnie; Einschlafstörung; exzessive Somnolenz; Hypersomnie; Insomnie (Schlafstörungen); Narkolepsie; Schlaflosigkeit; Sleep Initiation and Maintenance Disorders; ICD-10 G47.-: Schlafstörungen) sind Abweichung vom gesunden Schlafverhalten.

Sie werden u. a. eingeteilt in:

  • Insomnie*:
    • Einschlafstörungen und/oder
    • Durchschlafstörungen
  • Übermäßiges Schlafen (Hypersomnie)
  • Schlafwandeln (Mondsucht, Somnambulismus)
  • Albträume; Pavor nocturnus (nächtliches Aufschrecken; Nachtschreck; Nachtangst)
  • etc.

*Beachte: Die Diagnose einer Insomnie erfordert das Vorhandensein von zwei Hauptkriterien: Schlafstörungen und damit verbundene Beeinträchtigung während des Tages [3].

Siehe zur Klassifikation von Schlafstörungen unter dem gleichnamigen Thema.

Die Schlafdauer (Gesamtschlafepisode; engl.: sleep period time, SPT) hängt vom Alter sowie der körperlichen und seelischen Verfassung ab. Säuglinge brauchen circa 16 Stunden, Kinder etwa 7 bis 12 Stunden und Erwachsene bis zu 8 Stunden Schlaf.
Die Einschlaflatenz (sleep latency, SL), d. h. die Zeit zwischen dem Löschen des Lichtes und dem Auftreten der ersten Schlafzeichen, sollte weniger als 30 Minuten betragen.
Die Wachliegezeit (engl.: wake after sleep onset, WASO), d. h. die Summe der Wachzeit nach dem Einschlafen und vor dem endgültigen Erwachen, darf im höheren Lebensalter bis zu zwei Stunden betragen.

Geschlechterverhältnis: Frauen sind mit zunehmendem Alter häufiger von Schlafstörungen betroffen als Männer.

Häufigkeitsgipfel: Pavor nocturnus (Nachtschreck) haben 56 % der Kinder einmal im Alter zwischen 1 ½ und 13 Jahren; etwa jeder zehnte Zehnjährige wandelt im Schlaf (Somnambulismus) [1].
Die Tendenz zum nächtlichen Erwachen (Durchschlafstörungen) nehmen im Laufe des Alterns zu, da die Phasen des Tiefschlafes und die Schlaftiefe abnehmen.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt für Pavor nocturnus bei 56 % und für Somnambulismus bei 29,1 % [1].
Für Insomnie liegt die Prävalenz bei 10-50 % (in Deutschland). Von einer gelegentlichen Insomnie sind 25-30 % betroffen und von einer chronischen Insomnie 10-13 %.

Verlauf und Prognose: Schlafstörungen können zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen führen.

Eine chronische Insomnie ist unter anderem assoziiert mit psychiatrischen Erkrankungen. So ist das Risiko für Depressionen um das 2,6-fache erhöht. Ebenso ist das Risiko für einen Myokardinfarkt und einen Apoplex um bis zu 70 % gesteigert. Des Weiteren sind affektive Erkrankungen, Angststörungen, Alkoholabusus (Alkoholabhängigkeit), Borderlinestörungen, Demenzen, Essstörungen und Schizophrenie mit Schlafstörungen assoziiert (s. u. Folgeerkrankungen). 

Bei Kurzschläfern, die nur ein paar Stunden Ruhe in der Nacht benötigen und sich morgens ausgeschlafen fühlen, lässt sich kein erhöhtes Erkrankungsrisiko nachweisen. Im Gegenteil, bei Kurzschläfern ohne Insomnie ließen sich verminderte Raten von Herzerkrankungen und Hypercholesterinämie um ca. 40 Prozent, von Hypertonie um ca. 25 % nachweisen [2]. 

Literatur

  1. Petit D et al.: Childhood Sleepwalking and Sleep Terrors. A Longitudinal Study of Prevalence and Familial Aggregation. JAMA Pediatr. 2015; online 4. Mai 2015; doi:10.1001/jamapediatrics.2015.127
  2. Ohayon MM: Epidemiology of sleep disorders and their effects on human health. Abstractband der Zeitschrift „Somnologie“ des Springer Medizin Verlages GmbH, 3.-5. Dezember, 2015
  3. American Academy of Sleep Medicine. International Classification of Sleep Disorders – Third Edition (ICSD-3). AASM Resource Library; 2014

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Nicht erholsamer Schlaf - Schlafstörungen. (AWMF-Registernummer: 063-001), Oktober 2009 Kurzfassung Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Insomnie. (AWMF-Registernummer: 030-045), September 2012 Langfassung

     
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