Einleitung
Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)

Bei der Ejaculatio praecox (EP; Synonyme: Ejaculatio präcox; Ejakulatio praecox; Premature ejaculation; ICD-10 F52.4: Ejaculatio praecox) handelt es sich um den vorzeitigen (früher als gewünscht stattfindenden) Samenerguss des Mannes beim Geschlechtsverkehr. Dieser kann vor oder beim Eindringen in die Vagina (Scheide) geschehen.

Die Ejaculatio praecox zählt zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes. Fast jeder Mann wird in seinem Leben schon einmal einen vorzeitigen Samenerguss erlebt haben. Krankhaft wird dies jedoch erst gewertet, wenn der vorzeitige Samenerguss in der Mehrzahl der sexuellen Kontakte auftritt.

Die sogenannte IELT – „intravaginale Ejakulationslatenzzeit (engl: „intravaginal ejaculatory latency time (IVELT“) – beschreibt den Zeitraum vom Einführen des Penis in die Vagina bis zum Samenerguss in der Vagina. Die gefühlte normale Zeit von der Penetration bis zur Ejakulation liegt im Durchschnitt bei 7 Minuten. Bei Männern mit Ejaculatio praecox beträgt die IELT weniger als 2 Minuten.

Häufigkeitsgipfel: Die Häufigkeit der Ejaculatio praecox ist in allen Altersgruppen vergleichbar groß.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 25-30 % der männlichen Bevölkerung (weltweit). In Kontinenten wie Asien, Zentral- und Südamerika ist die Prävalenz höher.

Verlauf und Prognose: Die Ejaculatio praecox führt dauerhaft bei mindestens einem der Partner zur Unzufriedenheit. Zunächst sollten organische und medikamentöse Ursachen ausgeschlossen werden. Im Vordergrund der Therapie stehen in der Regel psycho- und verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Die Therapie der Ejaculatio praecox versteht sich als Paartherapie. Die beste Prognose liefert die Sexualtherapie.

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): Bei Patienten mit einer sexuellen Dysfunktion bestehen in vielen Fällen eine Depression (12,5 %) und/oder Angststörungen (23,4 %) [1]. 

Literatur

  1. Rajkumar RP et al.: Depression and anxiety in men with sexual dysfunction: a retrospective study. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.comppsych.2015.03.001

Leitlinien

  1. Jungwirth A, Thomay G, Scholz M Danner C, Scrinzi U, Gunzer K: Leitlinie Ejaculatio praecox. Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (Sonderheft 6) (Ausgabe für Österreich), 15-16
  2. Montague DK, Jarow J, Broderick GA, Dmochowski RR, Heaton JP, Lue TF, Nehra A, Sharlip ID; AUA Erectile Dysfunction Guideline Update Panel: AUA guideline on the pharmacologic management of premature ejaculation. J Urol. 2004 Jul; 172 (1): 290-4 DOI: 10.1097/01.ju.0000132159.61156.ea

 


     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag