Einleitung
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) (Synonyme: Adenom der Vorsteherdrüse; BOO (bladder outlet obstruction); BPE; BPH; BPO (benign prostate obstruction); BPS (benignes Prostatasyndrom); Benign prostatic hyperplasia; Prostataadenom; Prostatahyperplasie; Prostatahypertrophie; benign prostatic enlargement (BPE); Prostatavergrößerung, gutartige; ICD-10 N40: Prostatahyperplasie) wurde früher als Prostataadenom (PA) bezeichnet. Es handelt sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) des Mannes.

Führt die benigne Proatatahyperplasie (BPH) zu einer Erhöhung des Blasenauslasswiderstandes, so wird dieses als benigne Prostataobstruktion (BPO; engl.: Bladder outlet obstruction, BOO; Blasenauslassobstruktion) bezeichnet. Ist die BPH Ursache von Miktionsbeschwerden (Beschwerden beim Wasserlassen), den sogenannten Symptomen des unteren Harntraktes (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS), wird von einem benignen Prostata-Syndrom (BPS) gesprochen [1]. 

Der Ausdruck "benigne Prostatahyperplasie (BPH)" bezeichnet in einer weltweit veränderten Terminologie nur noch die histologisch (feingewebliche) zugrunde liegende Gewebeveränderung, d. h. die Zunahme der Anzahl an Bindegewebs- und Muskelzellen sowie von Drüsengewebe.

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) wird histologisch wie folgt klassifiziert:

  1. Benigne noduläre Hyperplasie
  2. Atrophieassoziierte Hyperplasie
  3. Atypische adenomatöse Hyperplasie

Häufigkeitsgipfel: Das Maximum des Auftretens der Erkrankung liegt nach dem 60. Lebensjahr.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) steigt mit zunehmendem Alter an und liegt bei Männern in Deutschland, die 50 bis 59 Jahre alt sind, bei 10-20 % und 25-35 % im Alter von 60-79 Jahren. Im 9. Lebensjahrzehnt beträgt die Prävalenz mehr als 90 %.

Verlauf und Prognose: Bei Patienten mit einem benignen Prostata-Syndrom (BPS) tritt in ca. einem Fünftel bis Drittel der Fälle innerhalb von 3 bis 5 Jahren nach Diagnosestellung ein Fortschreiten der Krankheit auf [2, 3]. Dieses zeigt sich in den Symptomen des unteren Harntraktes (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS) – siehe dazu unter "Symptome – Beschwerden".
In Folge der Prostatahyperplasie (BPH) kann die Urethra (Harnröhre) soweit eingeengt werden, dass
es zu Beschwerden wie Blasenentleerungsstörungen kommen kann.
Die BPH ist die häufigste Ursache für
Blasenentleerungsstörungen beim Mann. Dadurch bedingt kommt es zur Restharnbildung, die wiederum zu einer Zystitis (Blasenentzündung) und Urolithiasis (Harnsteine) führen kann. Eine weitere mögliche Folge der Prostatahyperplasie ist eine Harnverhaltung (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren).
Beachte: Klinisch relevant ist eine Restharnbildung ab einer Menge von 50-100 ml.
Die effektivste Therapie der benignen Prostatahyperplasie ist eine Operation. Dadurch lassen sich die zuvor beschriebenen Beschwerden im Regelfall wirkungsvoll behandeln.

Literatur

  1. S2e-Leitlinie: Therapie des Benignen Prostatasydroms (BPS). (AWMF-Registernummer: 043-035), November 2014 Langfassung
  2. McConnell JD, Roehrborn CG, Bautista OM et al. (2003) The long-term effect of doxazosin, finasteride, and combination therapy on the clinical progression of benign prostatic hyperplasia. N Engl J Med 349:2387-2398
  3. Jimenez-Cruz F (2003) Identifying the patients at risk for disease progression. Eur Urol Suppl 2:6-12

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Therapie des Benignen Prostatasydroms (BPS). (AWMF-Registernummer: 043-035), November 2014 Langfassung

     
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