Einleitung
Blut im Ejakulat (Hämospermie)

Hämospermie (Synonyme: Hämatospermie; Blut im Sperma; Blut im Ejakulat; ICD-10 R86.9: Abnorme Befunde in Untersuchungsmaterialien aus den männlichen Genitalorganen) bezeichnet die Blutbeimengung im Sperma. Das Sperma färbt sich daraufhin rosa bis dunkelrot oder auch bräunlich. Häufig wird die Hämospermie nicht bemerkt. 

Eine Hämospermie kann einmalig, sporadisch oder chronisch auftreten.

Eine Hämospermie kann Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen"). In 50-70 % der Fälle handelt es sich um eine idiopathische Hämospermie, d. h. es ist keine Ursache zu finden.

Häufigkeitsgipfel: Das Symptom tritt vorwiegend zwischen dem 3. und 4. Lebensjahrzehnt auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) wird auf circa 1:5.000 aller urologischen Patienten geschätzt [2].

Verlauf und Prognose: Verlauf und Prognose sind abhängig von der Ursache der Erkrankung. Eine medizinische Abklärung ist in jedem Fall erforderlich.
Beim erstmaligen Auftreten einer Hämospermie ist neben einer Anamnese und körperlichen Untersuchung inkl. Blutdruckmessung eine Urinuntersuchung (Urinstatus inklusive Bakteriologie, Urinzytologie) erforderlich. Ggf. wird auch eine makroskopische und mikroskopische Untersuchung der Ejakulationsflüssigkeit durchgeführt.
Bei einer rezidivierenden (wiederkehrenden) Hämospermie und Patienten älter 40 Jahre sowie bei Patienten mit positiver Familienanamnese für ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) sind zusätzliche Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie ggf. interventionelle Untersuchungen erforderlich.
Eine schmerzlose Hämospermie, bei der keine Entzündung, Infektion oder maligne (bösartige) Entartung (z. B. Prostata- und Blasenkarzinom) nachweisbar ist, bildet sich spontan zurück: Rezidivfreiheit von 96,6 % nach drei Monaten, 89 % nach einem Jahr, 84,8 % nach fünf Jahren und 78,2 % nach zehn Jahren. Ursachen der Hämospermie waren Blutungen der Bläschendrüsen (42,3 %) und Prostatazysten (29,1 %) [1]. 

Literatur

  1. Furuya S et al.: Natural history of hematospermia in 189 Japanese men. Int J Urol 2016, online 12. August; doi: 10.1111/iju.13176
  2. Leary FJ, Aguilo JJ: Clinical significance of hematospermia. Mayo Clin Proc 1974; 49: 815-7

     
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