Einleitung
Hodenentzündung (Orchitis)

Bei der Orchitis (ICD-10 N45.-) handelt es sich um die Entzündung des Hodens. Häufig liegt die Orchitis in Kombination mit einer Epididymitis (Nebenhodenentzündung) vor und wird dann als Epididymoorchitis bezeichnet.

Man kann die folgenden Formen einer Orchitis (Hodenentzündung) unterscheiden:

  • Hämatogen-metastatisch ‒ als Komplikation von Infektionserkrankungen wie Mumps (Mumpsvirus), Rubella (Rötelnvirus), Varizellen (Windpocken), Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis) auftretend, wobei die Mumps-Orchitis die häufigste Ursache ist
  • Aszendierend (aufsteigende Infektion) – Über den Ductus deferens (Samenleiter) aszendierende Infektion bei vorbestehender Urethritis (Harnröhrenentzündung) oder Prostatitis (Prostataentzündung); häufige Erreger sind E. coli, Neisserien (Gonorrhoe, Tripper), Proteus, Staphylokokken, Streptokokken (= bakterielle Orchitis).
  • Posttraumatisch ‒ nach Verletzungen auftretend

Beachte: Eine isolierte Orchitis tritt viel seltener als die Epididymitis (Nebenhodenentzündung) auf.

Die meisten Fälle einer Mumps-Orchitis treten vor der Pubertät auf. Circa 30 % der Mumps-Erkrankten bekommen eine Orchitis jenseits der Pubertät. In der Regel tritt die Mumps-Orchitis unilateral (einseitig) auf, es kann jedoch zeitversetzt der zweiten Hoden ebenfalls betroffen werden.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt bei der Mumps-Orchitis in der Regel 14 bis 25 Tage.

Verlauf und Prognose: Die Orchitis beginnt mit einer Schwellung des Hodens (Ödem), gefolgt von Hodenschmerzen (Orchialgie). Diese können ein unterschiedliches Spektrum der Intensität haben, d. h. sie können von unangenehmem Ziehen bis hin zu starken Schmerzen im Sinne eines akuten Skrotums (akute, schmerzhafte Schwellung des Skrotums/Hodensacks) gehen. Dieses Beschwerdebild kann bereits innerhalb weniger Stunden auftreten.
Nach einer bis zwei Wochen kommt es bei einer Mumps-Orchitis zu einer spontanen Besserung. Therapeutische Maßnahmen sind Bettruhe, Hochlagerung und Kühlung des Hoden sowie ggf. die Gabe eines Analgetikums (Schmerzmittel) und bei einer bakteriellen Orchitis eines geeigneten Antibiotikums.

Folge einer Orchitis kann die Sterilität (Unfruchtbarkeit) sein.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Akutes Skrotum im Kindes- und Jugendalter. (AWMF-Registernummer: 006-023), August 2015 Langfassung

     
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