Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Koniotomie

Bei der Koniotomie (Cricothyreoidotomie) handelt es sich um die notfallmäßige Atemwegssicherung durch einen Hautschnitt unterhalb des Kehlkopfes auf Höhe des Ligamentum cricothyroideum (Band zwischen Ring- und Schildknorpel). Dieser Eingriff wird umgangssprachlich als "Luftröhrenschnitt" bezeichnet.

Eine Notkoniotomie (Notfallkoniotomie) zur Atemwegssicherung kommt nur in extrem seltenen Fällen (< 1/1.000) vor. Es handelt sich dabei um eine akut lebensbedrohliche Komplikation bei der Atemwegssicherung, die als Cannot-ventilate-cannot-intubate-Situation bezeichnet wird.

Indikationen

  • Notfälle mit unmöglicher endotrachealer Intubation und drohendem Erstickungstod

Das Operationsverfahren

Chirurgische Technik: Bei diesem Verfahren wird bei überstrecktem Kopf die Haut längs durchtrennt und das darunterliegende Ligamentum cricothyroideum (conicum) zwischen Schild- und Ringknorpel (lat. Cartilago cricoidea) quer durchtrennt. Anschließend wird eine Klinge eingeführt und mittels Schere gespreizt, um eine Trachealkanüle oder einen Endotrachealtubus (kurz Tubus genannt; es handelt sich dabei um den Beatmungsschlauch, einer Hohlsonde aus Kunststoff, die in die Trachea (Luftröhre) eingebracht wird) einführen zu können. Danach wird der Tubus fixiert.

Punktionstechnik: Zur Notfallkoniotomie gibt es kommerziell erhältliche Fertigsets.
Procedere: Der Anwender steht oder kniet hinter dem Kopf des Patienten und arbeitet über den Kopf hinweg, da dadurch die Punktion nach kaudal (nach unten hin" orientiert) erleichtert wird. Im ersten Schritt wird die Membrana cricothyroidea identifiziert und der Schildknorpel wird mit der nicht dominanten Hand stabilisiert. Anschließend wird die Haut und die Membrana cricothyroidea mittels einer Metallkanüle punktiert. Dabei wird ein Trokar eingesetzt oder die Seldinger-Technik angewandt, wobei die Membran mit einer dünnen Kanüle punktiert wird, über die dann ein Führungsdraht eingeführt wird. Nach Entfernung der Kanüle kann über den Führungsdraht die Trachealkanüle (Beatmungsschlauch) in die Trachea (Luftröhre) eingeschoben werden, über die der Patient dann beatmet werden kann.

Die Koniotomie stellt die ultima ratio der Atemwegssicherung dar und ist nur eine vorübergehende provisorische Maßnahme zur Atemwegssicherung. Es sollte umgehend danach eine endotracheale Intubation oder eine Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) durchgeführt werden.

Mögliche Komplikationen

  • Akute Blutungen
  • Druckulzera (Druckgeschwüre)
  • Paratracheale Fehllagen ("neben der Luftröhre")
  • Stenose (Verengung) der Luftröhre
  • Tracheoösophageale Fisteln – Fistelverbindungen zwischen Trachea (Luftröhre) und Ösophagus (Speiseröhre)
  • Verlegung des Stomas (gr. στόμα stóma „Mund“, auch „Mündung“, „Öffnung“) durch Sekret (Wundwasser)
  • Verletzungen von Gefäßen, Nerven, Haut oder Weichteilen
  • Wundinfektion

     
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