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TRH-Test
Schilddrüsendiagnostik

Der TRH-Test dient dem Nachweis einer Schilddrüsenhormonresistenz oder anderen Schilddrüsenerkrankungen, die durch die Standarduntersuchungen nicht sicher erfasst werden konnten.

TRH (Thyreoidea-Releasing Hormon; gebildet im Hypothalamus) stimuliert die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) zur Freisetzung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) und Prolaktin (Brustwachstum und Milchsekretion werden durch Prolaktin gefördert).

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Nachweis einer Schilddrüsenhormonresistenz (überhöhte Stimulierbarkeit)
  • DD supprimiertes und erniedrigtes TSH
  • Bei Hyperprolaktinämie (im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik; Libidostörung des Mannes) – zum Nachweis einer latenten Hypothyreose
  • Bestätigung der therapeutischen Suppression von TSH beim Schilddrüsenkarzinom
  • Diagnostik unklarer Fälle von Schilddrüsenfunktionsstörungen

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Akutes koronares Syndrom – Herzinfarkt oder instabile Angina pectoris
  • Epilepsie (Krampfanfälle)
  • Schwere COPD – chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen TRH

Nebenwirkungen

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Vermehrter Harndrang
  • Allergische Reaktion
  • Asthmaanfall bei Asthmatikern
Die Symptome bestehen meist nur über wenige Minuten.  

Benötigtes Material

  • Blutserum, morgens vor der Medikamenteneinnahme abgenommen

Vorbereitung des Patienten

  • Es werden zwei Blutentnahmen benötigt: die erste zur Messung der basalen TSH-Konzentration (Basalwert), die zweite Messung erfolgt 30 Minuten nach der Gabe von TRH intravenös (Stimulationswert).

Störfaktoren

Folgende Medikamente hemmen den Anstieg des TSH-Wertes

  • Barbiturate – Beruhigungsmittel wie Phenobarbital
  • Dopamin – Katecholamin
  • Morphin – starkes Schmerzmittel
  • Glukokortikoide – Medikamente gegen Entzündungen wie beispielsweise Kortison
  • Salizylate – Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS)

Folgende Medikamente erhöhen den Anstieg des TSH-Wertes

  • Biperiden – Anti-Parkinson-Mittel
  • Chlorpromazin – Neuroleptikum (nervendämpfendes Medikament)
  • Clomifen – Mittel zur Eisprungauslösung (Kinderwunsch)
  • Haloperidol – Neuroleptikum (nervendämpfendes Medikament)
  • Östrogene – weibliches Geschlechtshormon
  • Metoclopramid – Medikament, welches unter anderem gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird
  • Spironolacton – Diuretikum (entwässerndes Medikament)

Aus diesen Gründen sollte der Betroffene morgens vor Einnahme der Medikamente zur Blutentnahme erscheinen.

Normalwerte und Bewertung des TRH-Tests

TSH-Anstieg nach Stimulation Bewertung
ΔTSH >2,0 mU/l und
TSHmax <25 mU/l
Unauffälliger Befund
ΔTSH < 2,0 mU/l
  • Verdacht auf Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Sekundäre Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) (selten)
  • Schwere Allgemeinerkrankungen und andere Störungen, die TSH erniedrigen
  • Akromegalie (Stoffwechselerkrankung mit Überproduktion des Wachstumshormon mit Gigantismus)
  • Morbus Cushing (Stoffwechselerkrankung mit vermehrter Kortison-Ausschüttung)
ΔTSH >2,0 mU/l und
TSHmax >4,0  und
TSHmax <25 mU/l    
Latente Hypothyreose (milde Schildrüsenunterfunktion)
TSHmax  >25 mU/l Hypothyreose
 
ΔTSH = TSHstimuliert - TSHbasal

*Es besteht noch keine endgültige Übereinkunft der Experten für die Grenzwerte der latenten Hypothyreose!


     
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