Einleitung
Struma (Kropf)

Man spricht von einer Struma (Vergrößerung der Schilddrüse bzw. Kropf) (Synonyme: adenomatöser Kropf; adenomatöse zystische Schilddrüse; angeborene Hypothyreose mit diffuser Struma; angeborene nichttoxische Struma; angeborener Hypothyreoidismus mit diffuser Struma; Balgkropf; beweglicher Kropf; bewegliche Struma; blande Struma; diffuser Jodmangelkropf; diffuser toxischer Kropf; diffuse Struma; dyshormogener familiärer Kropf; dyshormogene Struma; einfacher Kropf; einfache Struma; einknotiger Jodmangelkropf; endemische kolloide Struma; endemischer adenomatöser Kropf; endemischer diffuser Kropf; endemischer einfacher Kropf; endemischer Jodmangelkropf; endemischer kolloider Kropf; Endemischer Kropf; Endemischer mehrknotiger Kropf; endemischer nodulärer Kropf; endemischer zystischer Kropf; endemische Schilddrüsenvergrößerung; endemische Struma; endemische Struma diffusa; endemische Struma nodosa simplex; endemische Struma simplex; endemische zystische adenomatöse Schilddrüse; endokrine Ophthalmopathie; endokrine Orbitopathie (EO); endokrine Orbitopathie mit Pseudoglaukom; euthyreote diffuse Struma; euthyreote Struma; exophthalmischer Kropf; Exophthalmus bei Kropf; Exophthalmus bei Störung der Schilddrüse; Exophthalmus bei Thyreotoxikose; familiäre dyshormogene Struma; Flajani-Krankheit; hyperplastische endemische Struma; Hyperthyreose bei Kropf; Hyperthyreose bei Struma; Hyperthyreose durch ektopisches Schilddrüsengewebe; Hyperthyreose mit diffuser Struma; Hyperthyreose mit Schilddrüsenknoten; Hyperthyreose mit toxischer einknotiger Struma; Hyperthyreosesyndrom mit Exophthalmus, Myxödem und Osteoarthropathia hypertrophicans [EMO]; immunogene Hyperthyreose; jodmangelbedingte diffuse Struma; jodmangelbedingte Knotenstruma; jodmangelbedingte mehrknotige Struma; Jodmangelstruma; juvenile Struma; Knotenkropf; Knotenstruma; Knotenstruma ohne Thyreotoxikose; kolloider Kropf; Kolloidstruma; kongenitaler diffuser Kropf; kongenitaler nichttoxischer Kropf; kongenitaler parenchymatöser Kropf; kongenitale Struma; Kropf; Kropf durch Enzymdefekt bei Synthese von Schilddrüsenhormon; latent hyperthyreote Struma; mehrknotiger Jodmangelkropf; mehrknotige Struma; mehrknotige zystische Struma; multifokale Autonomie bei Struma mit Euthyreose; multinodulärer zystischer Kropf; multinoduläre Struma; nichttoxische adenomatöse Struma; nichttoxische diffuse Struma; nichttoxische endemische Knotenstruma; nichttoxische Knotenstruma; nichttoxische mehrknotige Struma; nichttoxische multinoduläre Struma; nichttoxischer endemischer Knotenkropf; nichttoxischer Kropf; nichttoxischer multinodulärer Kropf; nichttoxischer nodulärer Kropf; nichttoxischer Schilddrüsenknoten; nichttoxische Struma; nichttoxische Struma congenita; nichttoxische Struma congenita parenchymatosa; nichttoxische Struma diffusa colloides; nichttoxische Struma nodosa; nichttoxische Struma simplex; nodulärer Jodmangelkropf; parenchymatöse endemische Struma; parenchymatöse Struma; retrosternale Struma; Retrosternale Struma mit Tracheaeinengung; rezidivierende Struma; Schilddrüsenhyperplasie; Schilddrüsenhypertrophie; Schilddrüsenvergrößerung; sporadische hyperplastische Struma; sporadische kolloide Struma; sporadische parenchymatöse Struma; sporadischer adenomatöser Kropf; sporadischer einfacher Kropf; sporadischer kolloider Kropf; sporadischer Kropf; sporadischer nichttoxischer Knotenkropf; sporadischer nodulärer Kropf; sporadischer zystischer Kropf; sporadische Schilddrüsenvergrößerung; sporadische Struma diffusa; sporadische Struma nodosa simplex; sporadische Struma simplex; sporadisch zystische adenomatöse Schilddrüse; Störung der Schilddrüsenfunktion mit Exophthalmus; Struma; Struma 1. Grades; Struma 2. Grades; Struma 3. Grades; Struma adenomatosa; Struma bei Enzymdefekt; Struma congenita; Struma congenita parenchymatosa; Struma diffusa; Struma endemica; Struma gangliosa; Struma hyperplastica; Struma mit Schilddrüsenautonomie; Struma multinodosa; Struma nodosa; Struma nodosa diffusa; Struma nodosa mit Euthyreose; Strumarezidiv; Struma simplex; substernaler Kropf; substernale Schilddrüse; substernale Struma; Tauchkropf; Thyreoideahyperplasie; Thyreoideahypertrophie; Thyreotoxikose durch ektopisches Schilddrüsengewebe; Thyreotoxikose mit einknotigem Kropf; Thyreotoxikose mit Kropf; Thyreotoxikose mit solitärem Schilddrüsenknoten; thyreotoxischer Exophthalmus; thyreotroper Exophthalmus; toxische diffuse Struma; toxischer Kropf; toxischer uninodulärer Kropf; toxische Struma; toxische Struma diffusa; toxische uninoduläre Struma; unifokale Autonomie bei Struma mit Hyperthyreose; zervikale Struma; Zystenstruma; zystischer Jodmangelkropf; zystischer Kropf; zystische Struma), wenn das Schilddrüsenvolumen oberhalb des geschlechts- und alterspezifischen Normbereichs liegt (unabhängig von Pathogenese/Krankheitsentstehung, Funktionslage und Dignität/Eigenschaft des "Tumors"):

  • Frauen: Schilddrüsenvolumen > 18 ml
  • Männer: Schilddrüsenvolumen > 25 ml

Das Vorligen einer Struma stellt nur ein Symptom dar! Die Stoffwechsellage kann dabei euthyreot (eine normale Schilddrüsenfunktion aufweisend), hyperthyreot (eine Schilddrüsenüberfunktion aufweisend) oder hypothyreot (eine Schilddrüsenunterfunktion aufweisend) sein. Morphologisch kann es sich um eine Struma diffusa oder um eine Knotenstruma (Struma uni- bzw. multinodosa) handeln.

Von einer blanden Struma spricht man nach der Definition der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie [1], wenn es sich um eine Schilddrüsenvergrößerung handelt, die

  • nicht entzündlich und
  • nicht maligne (bösartig) ist und
  • eine euthyreote Stoffwechselsituation unterhält.

Es wird zunehmend von einer blanden Struma gesprochen, wenn eine Schilddrüsenvergrößerung bei euthyreoter Stoffwechsellage vorliegt.
In mehr als 90 % der Fälle handelt es sich bei Schilddrüsenerkrankungen um
euthyreote Strumen. 

Die Schilddrüsenvergrößerung wird gemäß WHO eingeteilt in:

  • Grad I: Struma tastbar und bei rekliniertem (zurück geneigtem) Kopf sichtbar
  • Grad II: sichtbare Struma
  • Grad III: sehr große, aus der Entfernung sichtbare Struma

Bei einer Struma kann man die folgenden Formen nach ICD-10 unterscheiden:

  • Jodmangelbedingte diffuse Struma* (E01.0)
  • Jodmangelbedingte mehrknotige Struma* (E01.1)
  • Jodmangelbedingte Struma*, nicht näher bezeichnet (E01.2)
  • Angeborene Hypothyreose mit diffuser Struma E03.0)
  • Nichttoxische diffuse Struma (E04.0)
  • Nichttoxischer solitärer Schilddrüsenknoten (E04.2)
  • Nichttoxische mehrknotige Struma (E04.2)
  • Sonstige näher bezeichnete nichttoxische Struma (E04.8)
  • Nichttoxische Struma, nicht näher bezeichnet (E04.9)
  • Hyperthyreose mit diffuser Struma (E05.0)
  • Hyperthyreose mit toxischem solitärem Schilddrüsenknoten (E05.1)
  • Hyperthyreose mit toxischer mehrknotiger Struma (E05.3)
  • Dyshormogene Struma (E07.1)

*Endemische Struma (Jodmangel ist in Mitteleuropa die häufigste Ursache einer Struma)

Geschlechterverhältnis: Bei Männern findet sich häufiger eine Struma und bei Frauen häufiger ein Knoten. Bzgl. der euthyreoten Struma (Struma mit normaler Schilddrüsenfunktion) ist das Verhältnis von Männern zu Frauen ausgeglichen. 

Häufigkeitsgipfel: Das Maximum des Auftretens der Strumen (mit oder ohne Knoten) sowie der Knoten (mit oder ohne Strumen) liegt in der Altersgruppe 46-65 Jahre.

Die Strumaprävalenz (Krankheitshäufigkeit für eine Struma) liegt bei 9,7 % und die Knotenprävalenz sogar bei 23,3 % (Papillon-Studie). Die Prävalenz korreliert mit der Jodversorgung der Bevölkerung in Deutschland.

Verlauf und Prognose: Die Therapie der Struma ist abhängig von der zu Grunde liegenden Ursache (z. B. Jodmangel). Bei Verdacht auf maligne (bösartige) Veränderungen (Schilddrüsenkarzinom/Schilddrüsenkrebs) oder falls die Struma so groß ist, dass die Luftröhre eingeengt wird oder eine obere Einflussstörung (Stauung der Venen des Kopfes und der oberen Gliedmaßen durch Kompression der Hohlvenen) vorliegt, wird eine Operation erforderlich. Andernfalls steht die Pharmakotherapie (medikamentöse Behandlung) im Vordergrund.

Literatur

  1. Klein E, Kracht J, Krüskemper HL, Reinwein D, Scriba PC: Klassifikation der Schilddrüsenkrankheiten. Dtsch. med. Wschr. 98, 2249 (1973)

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Benigne Schilddrüsenerkrankungen, operative Therapie. (AWMF-Registernummer: 088-007), Oktober 2015 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Radioiodtherapie bei benignen Schilddrüsenerkrankungen. (AWMF-Registernummer: 031 - 003), Oktober 2015 Langfassung

     
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