Einleitung
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)

Beim Schilddrüsenkarzinom (Synonyme: Adenokarzinom der Hürthle-Zellen; Adenokarzinom der Schilddrüse; anaplastisches Schilddrüsenkarzinom; Angiosarkom der Schilddrüse; bösartige Neubildung der Thyreoidea; bösartige Neubildung des Ductus thyreoglossus; bösartiger Hürthle-Zell-Tumor; bösartiger Kropf; C-Zell-Karzinom; follikuläres Karzinom der Schilddrüse; follikuläres Schilddrüsenkarzinom; Graham-Tumor; Hürthle-Zell-Karzinom; Langhans-Struma; Maligne Struma; medulläres Schilddrüsenkarzinom; medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom); nichtabgekapselter sklerosierender Tumor der Schilddrüse; papilläres Schilddrüsenkarzinom; parafollikuläres Karzinom; Schilddrüsenkrebs; undifferenziertes (anaplastisches) Schilddrüsenkarzinom; ICD-10 C73.) handelt es sich um eine maligne Neoplasie (bösartige Neubildung) der Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs).

Das Schilddrüsenkarzinom ist die häufigste maligne Neoplasie des endokrinen (die Hormone betreffende) Systems.

Man kann verschiedene Formen des Schilddrüsenkarzinoms unterscheiden:

  • Papilläres Schilddrüsenkarzinom (engl. papillary thyroid cancer, PTC; ca. 50-60 %, steigende Tendenz)
  • Follikuläres Schilddrüsenkarzinom (engl. follicular thyroid cancer, FTC; 20-30 %)
  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom; engl. medullary thyroid cancer, MTC; sezerniert Calcitonin; ca. 5-10 %)
  • Gering differenzierte Schilddrüsenkarzinome (engl. poorly differentiated thyroid cancer, PDTC)
  • Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom (undifferenziertes Schilddrüsenkarzinom; engl. anaplastic thyroid cancer, ATC; ca. 1-5 %)
  • Seltene Formen wie das maligne Lymphom (Krebserkrankungen des lymphatischen Systems/Lymphknoten, Mandeln oder Milz) oder das Sarkom (bösartige Tumoren, die entweder vom Weichteilgewebe (z. B. Bindegewebe, Fettgewebe, Muskelgewebe) oder vom Knochen ausgehen)
  • Metastasen (Tochtergeschwülste) anderer Tumoren

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 1 : 3 (differenziertes Karzinom). Beim medullären Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom) sowie beim undifferenzierten (anaplastisches) Schilddrüsenkarzinom ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.
In den USA sind 74 % der Schilddrüsenkarzinome bei Frauen diagnostiziert worden.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im 5. Lebensjahrzehnt auf, beim medullären Schilddrüsenkarzinom früher.
Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Frauen bei ca. 55 Jahren und bei Männern bei ca. 56 Jahren.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) des Schilddrüsenkarzinoms beträgt für Frauen 7,5-9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr und für Männer 3,2-4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland). In Österreich beträgt die Inzidenz ca. 9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. In den USA 14,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
Die Inzidenz des anaplastischen Schilddrüsenkarzinoms beträgt ca. 1-2 Fälle pro 1.000.000 Einwohner pro Jahr.

Verlauf und Prognose: Die Prognose ist abhängig vom histologischen (feingeweblichen) Subtyp des Karzinoms sowie dem Zeitpunkt der Diagnosestellung. Bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen ist die Heilungschance sehr gut. Das Schilddrüsenkarzinom tritt häufig rezidivierend (wiederkehrend) auf, sodass eine konsequente Nachsorge wichtig ist.

Die 5-Jahres-Überlebensrate des follikulären Schilddrüsenkarzinoms liegt bei circa 80 %, die des medullären Schilddrüsenkarzinoms bei 60-70 % und die des papillären Schilddrüsenkarzinoms bei 80-90 %. Beim anaplastischen (undifferenzierten) Schilddrüsenkarzinom sterben die Betroffenen häufig innerhalb von sechs Monaten nach Stellung der Diagnose.  

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Radioiodtherapie bei benignen Schilddrüsenerkrankungen. (AWMF-Registernummer: 031 - 003), Oktober 2015 Langfassung

 


     
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