Alkohol

9,3 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 69 Jahren weisen einen gesundheitsschädigenden hohen Alkoholkonsum auf, wobei der überwiegende Teil der Alkoholaufnahme in Form von Bier und ein geringerer Teil in Form von Wein, Sekt und Spirituosen erfolgen.

Folgen des Alkoholkonsums

Neben dem Rauchen ist Alkohol der wichtigste Faktor für schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen und für die Entstehung chronischer Erkrankungen. Außerdem geht Alkoholmissbrauch mit einer körperlichen sowie psychischen Abhängigkeit einher. Die körperliche Abhängigkeit zeigt sich durch eindeutige Störungen und Konflikte der physischen Verfassung. Wird einem Alkoholiker das Genussmittel entzogen, stellen sich Entzugssymptome wie Schwitzen, Zittern oder Brechreiz ein. Veränderungen der Psyche äußern sich in Form von Stresszuständen, Vernachlässigung beruflicher sowie häuslicher Pflichten, Problemen im Umgang mit Menschen und psychischem Druck. Betroffene verspüren einen Zwang und eine verminderte Kontrollfähigkeit hinsichtlich des Alkoholkonsums.

Stoffwechsel

Alkoholbedingte Veränderungen des Stoffwechsels beziehungsweise Schäden an der Leber bewirken eine Hypoglykämie. Die Glykogenreserven in der Leber sind unter diesen Umständen aufgrund einer äußerst geringen Nahrungs- und damit Kohlenhydrataufnahme unzureichend gefüllt. Ist die Leber, welche den Glucose-Serumspiegel steuert, zudem stark in ihrer Funktion beeinträchtigt, kann es zu einem hypoglykämischen Schock kommen [2.1.]. Ein stark erniedrigter Glucose-Serumspiegel kann zu Erschöpfungszuständen, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen [2.1.]. Alkoholiker haben ein hohes Risiko, an Hyperurikämie (Gicht) zu erkranken. Bei ihnen kommt es neben einem Anstieg der Harnsäureproduktion zu einer Hemmung der renalen Harnsäureausscheidung. Die Harnsäurekonzentration steigt somit an und die Ausbildung von Gicht wird begünstigt [2.1.].

Herzkreislaufsystem

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls die Folge einer erhöhten Alkoholaufnahme sein. Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Herzmuskel entzündet und sich daraus eine Herzinsuffizienz entwickelt. Hierbei ist das Herz nicht mehr in der Lage, die den Anforderungen entsprechenden Leistungen – Blutauswurf sowie Aufnahme des venösen Rückflusses – zu erbringen. Die Gefahr, dass viele Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Vitalstoffen (Mikronährstoffe) versorgt werden können, erhöht sich wegen der auftretenden Durchblutungs- und Kreislaufstörungen stark. Des Weiteren wird Alkoholkonsum mit Hypertonie (Bluthochdruck) in Verbindung gebracht. Nehmen Männer über 30 Gramm und Frauen über 20 Gramm Alkohol täglich zu sich, ist eine deutliche Steigerung des Blutdrucks erkennbar. Vor allem sind die Folgen des Alkoholeinflusses wie Magnesiummangel, die gesteigerte Zellmembrandurchlässigkeit für Natrium und die Calciumzunahme innerhalb der Zellen die Gründe für Bluthochdruck. Der blutdrucksteigernde Effekt liegt auch einer hohen Aktivität des sympathischen Nervensystems sowie einer erhöhten Steroidhormonausschüttung zugrunde. Da der Bluthochdruck bei Alkoholmissbrauch unabhängig von zusätzlichem Rauchen, Übergewicht und Kaffeegenuss zustande kommt, verstärken solche zusätzlichen Risikofaktoren das Bluthochdruckrisiko erheblich [4]. Im schlimmsten Fall kann ein  Schlaganfall (Apoplex) aus einem Bluthochdruck (Hypertonie) resultieren und Körperlähmungen verursachen oder auch zum Tode führen [2.1.].
Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Atherosklerose, mäßiger Konsum – ein Glas Wein/ Tag – verringert das Risiko einer Atherosklerose der Carotiden [11]

Cave (Achtung)!
Bei Männern, die mehr als 21 Drinks pro Monat konsumieren, steigt das Apoplexrisiko (Schlaganfallrisiko) um 22 % (= jeden Tag ein Glas Wein ist schon zu viel) [8].

Eine niedrigere Mortalität (Sterberate) als Nicht-Trinker haben Männer im Alter von 50-64 Jahren mit einem Alkohokonsum von 15-20 Einheiten pro Woche oder 0,1 bis höchstens 1,5 Einheiten am Tag. Gleiches gilt für Frauen ab 65 Jahre die maximal 10 Einheiten pro Woche konsumierten [10]. 

Verdauungstrakt

Alkohol durchläuft sämtliche Organe des oberen Verdauungstraktes von der Mundhöhle bis zum Dünndarm und beeinträchtigt somit deren Funktionen. In der Mundhöhle zeigen sich durch Alkoholmissbrauch Schleimhautveränderungen, Parodontitis sowie eine vorzeitige, ausgeprägte Karies [2.1.]. Dabei lagern sich Bakterien auf der Zahnschmelzoberfläche an und bilden einen klebrigen sauren Zahnbelag (Plaque). In der Plaque werden durch Bakterien aus Nahrungsmittelresten Säuren gebildet, welche die Zahnhartsubstanzen angreifen und zerstören. Die Vitalstoffdefizite und die Mangelernährung können die schädigende Wirkung der Plaque verstärken [2.3.]. Alkoholiker verlieren ihre Zähne zwei- bis dreimal so häufig wie Menschen, die dieses Genussmittel kaum konsumieren.
In der unteren Speiseröhre lässt sich ein durch übermäßigen Alkoholkonsum verursachter gesenkter Druck beobachten, welcher einen Rückfluss von saurem Mageninhalt und damit Sodbrennen verursacht. Weiterhin können Entzündungen auftreten, die schließlich der Auslöser für Schmerzen und Schädigungen an der Speiseröhre darstellen und häufig Übelkeit aufkommen lassen.
Im Magen führt der Alkohol zu Verletzungen der Schleimhaut, welche sich ebenfalls schwerwiegend entzünden kann – Gastritis. Die Funktion des Magens wird dementsprechend beeinträchtigt und die Nahrungsaufnahme und -verwertung entwickelt sich zum Problem. Der Magen stößt die Lebensmittel ab und es kommt zum Erbrechen. Aufgrund des angesäuerten Mageninhaltes können Schleimhauteinrisse im Mageneingang mit schweren Blutungen infolge von Erbrechen entstehen [2.1.]. Des Weiteren kann der Zahnschmelz stark angegriffen werden und der Nahrungsverlust über die Mundhöhle mit hohen Kaliumverlusten einhergehen [2.1.]. Die Gründe für die Aufnahmestörungen von wasserlöslichen Vitaminen – Vitamin B1, B6, B12, Folsäure –, einigen Aminosäuren – Leucin, Lysin – und essentiellen Fettsäuren im Dünndarm sind die funktionellen sowie äußerlichen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut infolge des häufig bei Alkoholikern auftretenden Folsäuremangels. Verletzungen der Schleimhaut führen wiederum zu Resorptionsstörungen und beeinflussen negativ den Vitalstoffhaushalt im Körper. Übermäßiger Alkoholgenuss hemmt im Dünndarm die Natrium- und Wasseraufnahme, was Obstipation (Darmträgheit) und Diarrhöen (Durchfall) begünstigt. Aufgrund derartiger Schäden ist die Schleimhaut vermehrt durchlässig für Bakterien, Schadstoffe, Schwermetalle und andere toxische Stoffe aus dem Alkohol. Der Dünndarm wird somit einer großen Gefahr ausgesetzt, stark von Bakterien und Keimen besiedelt zu werden. Daraus ergeben sich Darmbeschwerden wie Schmerzen sowie enorme Druck- und Völlegefühle [2.1.].

Leber

Starker Alkoholverzehr verkürzt die Lebenserwartung um 10 bis 15 Jahre. Obwohl übermäßiger Alkoholmissbrauch jedes Organ im menschlichen Körper belastet, treten am häufigsten Erkrankungen der Leber, des oberen Verdauungstraktes – Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Dünndarm – und des zentralen sowie vegetativen Nervensystems in Erscheinung. Der überwiegende Teil des Alkohols wird in der Leber verstoffwechselt, wo auch das toxische Acetaldehyd als Abbauprodukt entsteht. Die giftige Wirkung des Alkohols beziehungsweise seines Abbauproduktes verursacht schwere Leberveränderungen. Fette können nicht mehr abgebaut werden und lagern sich in der Leber an, was schließlich zur Verfettung der Leber führt [2.1.]. Kommen Entzündungen hinzu – Alkoholhepatitis –, folgen Schwellungen, eine Hepatomegalie sowie ein Umbau der Leberstruktur in Form von einer extremen Vermehrung des Bindegewebes (Leberzirrhose). Die Funktion dieses Organs wird nun stark vermindert, woraus Gelbsucht, Blutungsneigung und Störungen im Blutfluss resultieren. Im weiteren Verlauf des Krankheitsbildes erhöht sich der Druck der Pfortader, wodurch sich die Milz vergrößern kann und Blutungen in der Speiseröhre auftreten. Alkoholbedingte Leberveränderungen erhöhen stark das Risiko, an einem Leberkarzinom zu erkranken [3]. An dieser Stelle sei erwähnt, dass regelmäßiger Kaffeegenuss das Risiko an einem Leberkarzinom zu erkranken um mehr als die Hälfte senkt [8]. Des Weiteren zeigen Studien, dass ein täglicher Kaffeekonsum von zwei oder mehr Tassen die Mortalität (Sterblichkeit) an einer nicht-virusbedingten Leberzirrhose senkt. Forscher führen diesen protektiven (schützenden) Effekt auf die im Kaffee enthaltenen bioaktiven Substanzen zurück [9]. Diese Erkenntnisse dürfen aber nicht missverstanden und als Freibrief für einen unbegrenzten Alkohol- und Kaffeekonsum interpretiert werden.

Nervensystem

Alkohol hat einen starken Einfluss auf das zentrale Nervensystem, indem zentralnervöse Beschwerden wie Unruhe, Schlafstörungen (Insomnie), Schwitzen, Wahrnehmungsstörungen und Fehlorientierung in Erscheinung treten. Ebenso leiden Alkoholiker oftmals an dem „Wernicke-Korsakow-Syndrom“, das sich in Form von Augenmuskellähmungen, Wesensveränderungen sowie Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen äußert. Für die Erscheinung des Syndroms ist der Vitamin B1-Status im Körper entscheidend. Weisen Betroffene niedrige Thiamin-Spiegel auf, so besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung dieses Syndroms.
Neben dem zentralen wird auch das periphere Nervensystem in seiner Funktion stark beeinträchtigt – Polyneuropathie. Es kommen Missempfindungen in Bezug auf Schmerz– und Temperatureinwirkungen, Taubheitsgefühl, Kribbelzustände und Störungen des Lageempfindens vor [2.1.].

Hoher Alkoholkonsum stellt einen Risikofaktor für ischämische Insulte und Hirnblutungen dar.
Eine Studie aus den Niederlanden – 5.395 Studienteilnehmer – zeigt, dass ein geringer Alkoholkonsum (Männer < 35 Gramm/Tag und Frauen < 20 Gramm/Tag) mit einem geringeren Risiko für eine Makuladegeneration und einem 58 % geringeren Risiko für eine Demenz einhergeht.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass bereits ein als moderat angesehener Alkoholkonsum zu Schäden im Gehirn führen kann. Wer Jahrzehnte lang pro Woche 110-170 g Alkohol trinkt – das entspricht zum Beispiel fünf bis sieben Gläsern Wein (á 0,1 l) beziehungsweise Flaschen Bier (á 0,5 l) – hat im Vergleich zu Nichttrinkern ein doppelt bis dreifach erhöhtes Risiko für eine Atrophie (Schwund) der Gehirnmasse im Hippocampus. Der Hippocampus ist Teil des limbischen Systems im Gehirn und vor allem an der Gedächtnisbildung (Informationsspeicherung, Assoziationen, Informationsabrufung) sowie der räumlichen Orientierung beteiligt.
"Moderater Alkoholkonsum" wird weltweit unterschiedlich definiert. Die Fachgesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-C-H) sehen für gesunde, nicht-schwangere Frauen einen täglichen Alkoholkonsum von 10 g (entspricht ungefähr 0,1 l Wein) und für gesunde Männer von 20 g (entspricht ungefähr 0,5 l Bier) als akzeptabel an. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) spricht von einer "risikoarmen Schwellendosis" bei 12 g Alkohol pro Tag für eine Frau und 24 g für einen Mann. Zum Vergleich: In Großbritannien liegt die Schwellendosis bei 16 g Alkohol/Tag und in den USA bei 28 g [12].

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen, die durch Alkoholabhängigkeit mit bedingt sein können:

Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00-Q99)

  •  Fehlbildungen des Kindes

Atmungssystem (J00-J99) 

  • Laryngitis (Kehlkopfentzündung)
  • Pharyngitis (Rachenentzündung)
  • Pneumonie (Lungenentzündung)

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Anämie (Blutarmut) durch Folsäuremangel
  • Immundefizienz (Abwehrschwäche)
  • Leukozytopenie – verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen
  • Thrombozytopenie – verminderte Anzahl an Blutplättchen
  • Zieve-Syndrom – Stoffwechselstörung, die gekennzeichnet ist durch eine Trias aus: Hyperlipoproteinämie (auch Hyperlipidämie; Fettstoffwechselstörung), hämolytischer Anämie (Blutarmut aufgrund Zerstörung der roten Blutkörperchen) und alkoholtoxischer Leberschaden mit Ikterus (Gelbsucht)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Adrenopause – Rückgang der adrenalen (von der Nebennierenrinde ausgehend) DHEA(S)-Produktion bei Erwachsenen
  • Andropause (Wechseljahre des Mannes)
  • Fehlernährung
  • Hypercholesterinämie – LDL-Erhöhung
  • Hyperhomocysteinämie
  • Hyperlipoproteinämie – isolierte HDL-Erniedrigung
  • Hypertriglyzeridämie (Fettstoffwechselstörung)
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Latente metabolische Azidose (Übersäuerung)
  • Mangelernährung
  • Metabolisches Syndrom – klinische Bezeichnung für die Symptomkombination Adipositas (Übergewicht), Hypertonie (Bluthochdruck), erhöhte Nüchternglucose (Nüchternblutzucker) und Nüchterninsulin-Serumspiegels (Insulinresistenz) und Fettstoffwechselstörung (erhöhte VLDL-Triglyceride, erniedrigtes HDL-Cholesterin). Des Weiteren ist häufig auch eine Koagulationsstörung (vermehrte Gerinnungsneigung), mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien nachzuweisen
  • Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsenschwäche)
  • Somatopause (Wachstumshormonmangel)

Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen (Z00-Z99)

  • Burnout-Syndrom

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Hautalterung
  • Nagelpsoriasis (Nagelschuppenflechte)
  • Pityriasis simplex capitis (Kopfschuppen)
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Rosacea (Kupferrose)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Apoplex (Schlaganfall)
  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Herzrhythmusstörungen – Extrasystolen (Herzstolpern; zusätzliche Herzschläge), aber vor allem paroxysmale Tachykardien
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung)
  • Koronare Herzkrankheit (KHK; Erkrankungen der Herzkranzgefäße)
  • Vorhofflimmern (VHF)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99) 

  • Diarrhoe (Durchfall)
  • Legionellose (Legionärskrankheit)

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Chronische Pankreatitis
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Hepatitis B (Leberentzündung)
  • Hepatitis C
  • Leberzirrhose – bindegewebiger Umbau des Lebergewebes mit folgendem Funktionsverlust
  • Steatosis hepatis (Fettleber)

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Akute Gastritis (Magenentzündung)
  • Colitis ulcerosa – chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Dickdarms oder des Mastdarms
  • Dysbiose (Gleichgewichtsstörung der Darmflora)
  • Enteritis (Dünndarmentzündung)
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (Synonyme: GERD, Gastro-oesophageal reflux disease; Gastroesophageal Reflux Disease (GERD); Gastroösophageale Refluxkrankheit (Refluxkrankheit); Gastroösophagealer Reflux; Reflux-Ösophagitis; Refluxkrankheit; Refluxösophagitis; peptische Ösophagitis) – entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagitis), die durch den krankhaften Rückfluss (Reflux) von saurem Magensaft und anderen Mageninhalten hervorgerufen wird
  • Gingivitis (Zahnfleischentzündung)
  • Karies
  • Kolonadenom (Dickdarmpolypen)
  • Mallory-Weiss-Syndrom – gehäuft bei Alkoholikern auftretende longitudinale (längliche) Einrisse der Mukosa (Schleimhaut) und Submukosa (Unterschleimhautbindegewebe) der Speiseröhre, die als Komplikation mit potentiell lebensbedrohlichen Blutungen der äußeren Speiseröhre und/oder dem Mageneingang (gastrointestinale Blutung/GIB) einhergehen können
  • Pulpitis (Zahnnervenentzündung)
  • Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Ulcus ventriculi (Magengeschwür)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Dupuytren-Kontraktur – fortschreitende Bildung einer Kontraktur eines oder mehrerer Fingerbeuger
  • Frakturen (Knochenbrüche) durch gefährdendes Verhalten
  • Hüftkopfnekrose – Untergang des Knochengewebes am Oberschenkel
  • Hyperurikämie (Gicht)
  • Myopathie (Muskelschwäche)
  • Osteopenie – verringerte Knochendichte
  • Osteoporose (Knochenschwund)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48) 

  • Bösartige Tumoren im Mund, Pharynx (Rachen) und Ösophagus (Speiseröhre) 
  • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
  • Hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs)
  • Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs)
  • Magenkarzinom (Magenkrebs)
  • Mammakarzinom (Brustkrebs) der Frau
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Spinaliom (Stachelzellkrebs)

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Dysakusis (Hörstörung)
  • Morbus Menière (Erkrankung des Innenohres, die meist nur ein Ohr betrifft)

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Alkoholentzugsdelir – Psychose aufgrund eines Entzuges
  • Alkoholischer Eifersuchtswahn
  • Angststörung
  • Auditive Wahrnehmungsstörungen (AVWS) – auf Grund von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – auf Grund von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
  • Clusterkopfschmerz
  • Demenz
  • Depression
  • Diabetische Polyneuropathie – chronische Störungen der peripheren Nerven oder Anteilen von Nerven bei Diabetes mellitus. Diese führen vorwiegend zu Gefühlsstörungen in den betroffenen Körperregionen.
  • Epilepsie
  • Erektile Dysfunktion (ED; Erektionsstörung)
  • Halluzinationen
  • Insomnie (Schlafstörungen)
  • Korsakoff-Syndrom (amnestisches Psychosyndrom) – eine zuerst bei Alkoholikern beschriebene Form der Amnesie (Gedächtnisstörung)
  • Libidostörungen der Frau/des Mannes
  • Marchiafava-Bignami-Syndrom (Synonym: Corpus-callosum-Atrophie) – seltene neuropsychiatrische Erkrankung bezeichnet, dessen Ursache noch nicht abschließend geklärt ist; tritt vor allem in Folge von chronischem Alkoholismus in Verbindung mit einer Mangelernährung auf
  • Migräne
  • Morbus Alzheimer
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom – Atemaussetzer im Schlaf, die durch die Verlegung der Atemwege entstehen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Polyneuropathie (Nervenschäden)
  • Pontine Myelinolyse – Schädigung des zentralen Nervensystems durch schnellen Ausgleich einer Hyponatriämie (Natriummangel)
  • Psychosen
  • Restless-Legs-Syndrom (RLS)
  • Somatoforme Störungen
  • Transitorisch ischämische Attacke (TIA) – plötzlich auftretende neurologische Störung, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbildet und somit die einzige Unterscheidung zum Apoplex (Schlaganfall) darstellt
  • Wernicke-Enzephalopathie – durch Vitamin B1-Mangel verursachte Veränderungen von Gehirn und Nerven

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Spontanabort (Fehlgeburt)

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Emesis (Erbrechen)
  • Harninkontinenz (unwillkürliche, unfreiwillige Harnverlust)
  • Ikterus (Gelbsucht)
  • Nausea (Übelkeit)
  • Pyrosis (Sodbrennen)
  • Rhonchopathie (Schnarchen)
  • Sinustachykardie (beschleunigte Herzfrequenz; Reizbildungsstörung)
  • Suizidalität (Suizidgefährdung)
  • Tremor (Zittern) der Hände
  • Untergewicht
  • Vertigo (Schwindel)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Amenorrhoe – keine Menstruationsblutung bis zum 15. Lebensjahr (primäre Amenorrhoe) oder keine Menstruationsblutung seit mehr als drei Monaten (sekundäre Amenorrhoe)
  • Infertilität – Unfähigkeit, eine Schwangerschaft bis zur Lebensfähigkeit des Kindes auszutragen
  • Nephrolithiasis (Nierensteine)
  • Testikuläre Atrophie – Verkleinerung der Hoden durch Gewebeschwund
  • Urolithiasis (Harnsteine)

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Nahrungsmittelallergie (immunologische Reaktion)

Weiteres

  • Schuld- und Schamgefühl
  • Soziale Probleme, vor allem in der Partnerschaft und im Beruf

Wird neben dem Alkohol zusätzlich Tabak beziehungsweise Koffein konsumiert, verstärken sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie die Erkrankungserscheinungen und es kommt zu einer additiven Wirkung. Der Körper wird mit mehreren toxisch wirkenden Substanzen zugleich konfrontiert wird und besitzt nicht ausreichende Abwehrmechanismen – aufgrund des stetigen Abbaus –, um die giftigen Stoffe unschädlich zu machen [1.1.].   

Fertilität (Fruchtbarkeit)

Alkoholkonsum beeinträchtigt die Fruchtbarkeit der Frau und des Mannes. Sexualhormone können aufgrund alkoholbedingter Leberschädigungen nicht mehr entsprechend abgebaut werden und führen zu hormonellen Störung auf der Ebene Hypothalamus-Hypophyse, das heißt auf der Ebene von Zwischenhirn und Hirnanhangsdrüse. Dieses bedingt Störungen der Follikelreifung und des Monatszyklus', wodurch die weibliche Fertilität eingeschränkt wird. Beim Mann führt erhöhter Alkoholkonsum zu einer schlechteren Qualität der Spermien: Die Spermatozoendichte wird reduziert und der Anteil der fehlgebildeten Spermien nimmt zu. Des Weiteren führt erhöhter Alkoholkonsum zur Beeinträchtigungen der Libido.

Alkoholkonsum und Vitalstoffe

Aufgrund des hohen Energiegehaltes von Alkohol – 7,1 Kalorien in einem Gramm – wird bei regelmäßiger Zufuhr der Energiebedarf zu einem großen Anteil durch alkoholische Getränke gedeckt. Somit können zum Beispiel 160 Gramm Alkohol – in 2 Litern Wein – 70 % des Energiebedarfs enthalten, wodurch in den häufigsten Fällen die Aufnahme von Lebensmitteln mit essentiellen Vitalstoffen wie Proteinen, Eisen, Calcium und Kalium vernachlässigt wird [1.1.]. Alkoholische Getränke sind in der Regel frei beziehungsweise arm an wichtigen Nähr- und Vitalstoffen und stellen somit leere Energieträger für den Körper dar. Abgesehen davon verursacht das Genussmittel in hoher Konzentration infolge der vermehrten Bildung seines Abbauproduktes Acetaldehyd schwere Stoffwechselstörungen. Zum einen kommt es zu einer Funktionsstörung der Zellmembranen sowie der Mitochondrien, welche den Zellen als Kraftwerke dienen und zum anderen zu einer Veränderung von Proteinen, die selber in diesem Zustand die Leberzellen schädigen. Aufgenommene Fette häufen sich wegen auftretender Störungen im Fettstoffwechsel vermehrt im Körper an, wobei die nicht verstoffwechselten Lipide gespeichert werden [2.1.]. Des Weiteren führen Stoffwechselbeeinträchtigungen zu Veränderungen im Vitalstoffhaushalt und zu Störungen in der Umwandlung bestimmter Vitamine – Vitamin B1, B2, B6, Folsäure, A, D und E – in ihre stoffwechselaktive Form [6]. Der Alkoholmissbrauch führt zu Veränderungen im Körper, die einerseits zur verminderten Aufnahme von Vitalstoffen führen und anderseits durch Vitalstoff-Mehrbedarf zu einem Vitalstoffmangel beitragen. Dazu gehört die durch den Alkohol bedingte ungenügende Nahrungszufuhr, Aufnahme- sowie Transportschwierigkeiten von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und eine vermehrte Ausscheidung [1.1.]. 

Vitamin-B-Komplex

Die Versorgung des Organismus' mit wasserlöslichen Vitaminen ist bei übermäßiger Alkoholzufuhr nicht gewährleistet, da deren Aufnahme, Speicherung und Verbrauch stark beeinflusst wird. Das Genussmittel hemmt den Transport von Vitamin B1 – Thiamin – und blockiert dessen Umwandlung in das aktive Coenzym Thiaminpyrophosphat, welches insbesondere für die Energieproduktion zuständig ist. Thiamin wird für den biochemischen Alkoholabbau benötigt und deshalb in hohen Mengen verbraucht. Des Weiteren wird es aus den Leberzellen abgegeben und verstärkt über die Niere ausgeschieden [1.1.]. Erhebliche Vitamin B1-Verluste führen zu Verwirrungszuständen, Störungen des zentralen sowie vegetativen Nervensystems, Herzklopfen und -versagen sowie Persönlichkeitsveränderungen, die sich in Form von Streitsucht, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und Depressionen äußern können [2.2.]. Vitamin B3, B6 und B12 treten ebenfalls vermindert im Körper auf, da eine Mangelernährung mit deutlich zu wenig frischem Obst und Gemüse die ausreichende Zufuhr dieser Vitamine verhindert. Alkoholbedingte Störungen im Leberstoffwechsel und die vermehrte Ausscheidung mit dem Urin, tragen zum erhöhten Verlust der B-Vitamine bei, welcher durch ihre Wasserlöslichkeit erleichtert wird, bei [1.1.].

Folsäure

Fast alle Menschen, die an chronischem Alkoholismus leiden, weisen einen extrem niedrigen Folsäure-Status auf. Neben einer verminderten Folsäureaufnahme über die Nahrung sind auch eine gestörte Speicherfähigkeit in der Leber und eine verstärkte Entleerung der Folsäurereserven für die Folsäuredefizite verantwortlich. Das toxische Abbauprodukt Acetaldehyd, die unter Alkoholeinfluss vermehrt anfallenden Freien Radikalen sowie erhöhte Verluste über die Nieren gehören ebenfalls zu den Ursachen einer gestörten Folsäurefunktion. Da das Spurenelement nur wirken kann, wenn Vitamin B12 in ausreichenden Mengen im Körper vorhanden ist, beeinflusst der alkoholbedingt verringerte Vitamin B12-Spiegel die Folsäurekonzentration negativ [1.1.]. Bei 40 % der Alkoholiker hat ein Folsäuremangel im Körper eine Anämie (Blutarmut) zur Folge. Zudem müssen Alkoholiker wegen der Folsäuredefizite mit einem dreifach erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit gesteigertem Myokardinfarktrisiko leben [5].

Vitamin C

Die Aufnahme von Vitamin C wird infolge von alkoholverursachten Magen-Darm-Schädigungen blockiert. Ein niedriger Vitamin C-Spiegel in Plasma, Geweben und Blutzellen ist außerdem auf eine verstärkte Ausscheidung im Urin zurückzuführen [1.1.].

Vitamin A und Beta-Carotin

Das fettlösliche Vitamin A, beziehungsweise Beta-Carotin, ist einerseits durch die ungenügende Nahrungszufuhr und andererseits durch Schädigungen der Schleimhaut im Verdauungstrakt und Störungen der Ausscheidung, des Blutflusses sowie der unwillkürlichen Muskelaktivität infolge der toxischen Alkoholwirkung nur unzureichend im Körper vorhanden. Unter diesen Bedingungen kann Vitamin A vom Organismus nicht resorbiert werden [1.1.]. Wichtige Stoffwechselwege dieses Vitamins werden durch chronischen Alkoholkonsum behindert, wodurch die Oxidation des Retinols – eine natürliche Form des Vitamins A in tierischen Lebensmitteln – zur wichtigen Retinsäure gehemmt wird [2.1.]. Weitere Ursachen für einen niedrigen Vitamin A-Spiegel sind der erhöhte Transport aus den Leberspeichern, verstärkter Vitaminabbau, vermehrte Ausscheidung des Vitamins und schließlich Zinkmangel, welcher die Entleerung des Vitamins A-Speichers in der Leber beschleunigen kann [7.1.]. Da diesem Vitamin eine besondere Rolle für das Sehen, das Wachstum, die Sexualentwicklung und zur Tumorvorbeugung zugesprochen wird, erhöht sich bei Vitamin-A-Mangel die Gefahr für Nachtblindheit und für den allgemeinen Verlust der Sehkraft, für Wachstumsstörungen bei Kindern, für Fruchtbarkeitsstörungen und unter anderem an Kehlkopf-, Blasen-, Prostata-, Leber-, Magen- und Darmkarzinom zu erkranken [7.1.].

Niedrige Beta-Carotin-Serumspiegel in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum

Alkoholmenge pro Tag Alkoholkonsumenten mit Beta-Carotin-Mangel
< 15 g 10 %
16-30 g 16 %
31-60 g 19 %
61-90 g 41 %

[5]

Vitamin D, K

Vitamin D kann in der Haut synthetisiert werden, wenn wir unseren Körper den Sonnenstrahlen aussetzen. Alkoholiker haben jedoch eine gestörte Thermogenese, wobei die Energie des Alkohols sofort im Körper in Wärmeenergie umgesetzt wird und dadurch viel Wärmebildung erfolgt. Betroffene meiden aufgrund der Hitzewallungen die Sonnenstrahlung und weisen demzufolge eine herabgesetzte Vitamin-D-Synthese auf. Eine auf regelmäßigen Alkoholkonsum zurückzuführende Leberschädigung mit anschließender Hemmung der Vitaminaufnahme und Vitamintransportfähigkeit, verstärkt nicht nur den Vitamin-D-Mangel, sondern auch den Verbrauch von Vitamin E und K [1.1.]. Vitamin D-Defizite begünstigen Kolonkarzinome sowie Mammakarzinom, Verluste von Mineralstoffen aus den Knochen mit folgenden Knochenschmerzen, -schwächen, und -brüchen sowie Störungen im Immunsystem [7.1.]. Ein Vitamin K-Mangel wirkt sich ebenfalls überaus problematisch auf den Organismus aus. Es kann zu Gerinnungsstörungen kommen, indem abnormale Blutungen entstehen, die sich in Form von Blutspuren im Stuhl oder durch lang anhaltendes Bluten bei Verletzungen äußern. Des Weiteren kann die Entwicklung des Knochenaufbaus behindert und schließlich die Entwicklung von Osteoporose begünstigt werden [7.1.].

Mineralstoffe und Spurenelemente

Weiterhin treten unter chronischem Alkoholeinfluss Mangelerscheinungen von vielen Mineralstoffen und Spurenelementen im Körper auf. Die Ursachen für einen geringen Zink-, Magnesium-, Calcium-, Kupfer- und Selenstatus entsprechen denen, die für die Vitamindefizite verantwortlich sind. Demzufolge steigt bei starker Alkoholzufuhr der Verlust dieser Vitalstoffe durch die ungenügende Ernährungsweise, Probleme in der Aufnahme und beim Transport der Vitalstoffe sowie eine erhöhte Ausscheidung infolge von Leberfunktionsstörungen. Da der Alkohol insbesondere die Schleimhäute von Magen und Darm reizt und sie entzündet, kommt es häufig zu Diarrhöen (Durchfälle), wodurch verstärkt Magnesium und Selen ausgeschwemmt werden [2.1.]. Magnesiumdefizite können Herzprobleme und Muskelfunktionsstörungen verursachen. Zink ist als essentielles Spurenelement für die Entgiftung von Alkohol zuständig. Ohne Zink gerät der Organismus in Schwierigkeiten, das toxisch wirkende Genussmittel abzubauen. Eine mangelhafte, verzögerte Alkoholverwertung zieht ernste Organschäden nach sich [7.2.]. Auftretender Vitamin D-Mangel beeinflusst zusätzlich das Gleichgewicht von Calcium im Körper, wodurch der Mineralstoff vermehrt aus den Knochen verloren geht und diese erheblichen Schädigungen unterliegen [2.1.].

Carnitin

Alkohol zerstört die Aminosäure Carnitin, welche aus den Aminosäuren Lysin und Methionin gebildet wird und natürlicher Bestandteil der Herz- und Skelettmuskulatur ist. Sie ist aufgrund der geringfügigen Nahrungsaufnahme nur mangelhaft im Körper anzutreffen. In geringer Konzentration ist es Carnitin nicht mehr möglich, die Leber vor alkoholbedingten Schäden und Fettansammlung zu schützen. Des Weiteren bleibt ihre wichtige Funktion, die Leber zu entgiften und körperfremde Stoffe auszuscheiden, aus, wodurch sich vermehrt Chemikalien, Medikamente und Schwermetalle im Körper anreichern [1.1.].

Übermäßiger Alkoholkonsum – Vitalstoffmangel

Vitalstoffmangel Mangelsymptome
Proteine [1.1.]
  • Störungen in der Verdauung und Aufnahme von Vitalstoffen und daraus resultierende Wasser- und Elektrolytverluste
  • Muskelschwund
  • Wachstumsstörungen bei Kindern [2.4.]
Carnitin [1.1.]
  • Unzureichender Schutz vor alkoholbedingten Schäden der Leber, Fettansammlung in der Leber
  • Die Funktion des Carnitin, die Leber zu entgiften und körperfremde Stoffe auszuscheiden, wird eingeschränkt, wodurch sich vermehrt Chemikalien, Medikamente und Schwermetalle im Körper anreichern [1.1.]
Vitamin C [1.1.]
  • Schwäche der Blutgefäße führt zu abnormalen Blutungen,  Gingivitis, Gelenksteife und -schmerzen
  • Schlechte Wundheilung
  • Persönlichkeitsveränderungen – Erschöpfbarkeit, Schwermütigkeit, Reizbarkeit, Depression
  • Abwehrschwäche mit erhöhter Infektionsgefahr
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
Verminderter Oxidationsschutz erhöht das Risiko
für
  • Herzerkrankungen – z. B. Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Apoplex [7.1.]
Vitamin A [1.1.] Erhöhtes Risiko für
  • Lungen-, Blasen-, Prostata-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen- und Darmtumoren
  • Erhöhte Calcium-Ausscheidung und damit erhöhtes Risiko für Urolithiasis
  • Verringerter Geruchssinn, Tastsinn
  • Nachtblindheit, allgemeiner Verlust der Sehkraft
  • Steriltitässtörungen
  • Wachstumsstörungen bei Kindern [7.1.]
Beta-Carotin [1.1.]
  • Verminderter Schutz gegen Lipidperoxidation erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, Apoplex
  • Geschwächtes Immunsystem und hohe Infektanfälligkeit
Erhöhtes Risiko für
  • Augenerkrankungen wie Katarakt  [7.1.]
Vitamin D [6]
  • Verlust von Mineralstoffen – insbesondere Calcium – im Knochen mit anschließenden Knochenschmerzen, -schwächen und -brüchen – Osteoporose
  • Verlust des Gehörs, Ohrensausen
  • Hypertonie
Erhöhtes Risiko für
  • Kolonkarzinome sowie Mammakarzinom
  • Störungen im Immunsystem [7.1.]
Vitamin E [6]
  • Erhöhtes Risiko für Sterilität
  • Zerfall von Herzmuskelzellen
  • Schrumpfung sowie Schwächung der Muskeln
  • Neurologische Störungen [7.1.]
Vitamin K [1.1.]
  • Blutgerinnungsstörungen – dauerhafte, abnormale Blutungen, lang anhaltendes Bluten bei Verletzungen, kleine Mengen Blut im Stuhl
  • Beeinträchtigung des Knochenaufbaus
Erhöhtes Risiko für
  • Osteoporose [7.1.]
Vitamin B1, B2 [6], B3 [1.1.], B6, [6], B12 [1.1.]
Folsäure [6]
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Verminderte Produktion von roten Blutkörperchen (Erythropenie), Anämie (Blutarmut)
  • Verminderte Antikörperbildung
Erhöhtes Risiko für
  • Atherosklerose
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzklopfen und -versagen
  • Myokardinfarkt
  • Reduzierte Aufnahme von Vitalstoffen
  • Persönlichkeitsveränderungen – Depressionen, Verwirrtheitszustände, erhöhte Reizbarkeit, Sensibilitätsstörungen, Streitsucht, Aggressivität, Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Diarrhöen
  • Unkoordinierte Bewegungsabläufe
  • Schlechte Wundheilung
  • Körperliche Schwäche, verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Störungen des zentralen sowie vegetativen Nervensystems
Vitamin B1-Mangel erhöht das Risiko für
  • „Wernicke-Korsakow-Syndrom“, äußert sich in Form von Augenmuskellähmungen, Wesensveränderungen, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen [2.2.]
Calcium [1.1.]
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Schlechte Mineralisierung der Knochen
  • Osteoporose
  • Krampfneigung der Muskulatur
  • Erhöhte Erregbarkeit der Nervenzellen
  • Erhöhtes Karies- und Parodontitisrisiko [7.2.]
Kalium [1.1.]
  • Muskelschwäche, Muskellähmung
  • Verminderte Sehnenreflexe
  • Herzrhythmusstörungen, Herzvergrößerungen [7.2.]
Natrium [2.1.]
  • Ermüdbarkeit, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, fehlende Antriebskraft, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Nausea, Erbrechen, Appetitlosigkeit, fehlender Durst
  • Muskelkrämpfe
  • Verminderte Harnausscheidung [7.2.]
Magnesium [2.1.] Erhöhtes Risiko für
  • Muskel- und Gefäßkrämpfe, Muskelfunktionsstörungen
  • Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Extremitäten
  • Herzjagen, Beklemmungsgefühl, Hyperaktivität
  • Herzrhythmusstörungen
  • Hypertonie
  • Myokardinfarkt [7.2.]
Eisen [1.1.]
  • Anämie
  • Herabgesetzte Konzentrations- und Merkfähigkeit, Cephalgie, Nervosität
  • Chronique fatique Syndrom (CFS) – Chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Raue, spröde Haut mit Pruritus, vermehrte Kopfschuppen, brüchiges Haar, brüchige Nägel mit Einbuchtungen
  • Häufige Infekte der oberen Atemwege mit Entzündungen der Mundschleimhaut und an den Mundwinkeln
Vermehrte Milchsäurebildung führt zu
  • Muskelkrämpfen bei körperlicher Belastung
Erhöhtes Risiko für
  • Störungen in der Körpertemperaturregulation
  • Vermehrte Aufnahme von Umweltgiften
  • Störungen der psychischen sowie physischen Entwicklung bei Kindern [7.2.]
Kupfer [2.1.]
  • Atherosklerose
  • Insomnie (Schlafstörungen)
  • Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen
  • Erhöhter Cholesterin-Serumspiegel [7.2.]
Selen [2.1.] Erhöhtes Risiko für
  • Rheumatisch-arthritische Beschwerden
  • Muskelschwäche
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
  • Augenerkrankungen [7.2.]
Zink [2.1.]
  • Alopecia
  • Verzögerte Wundheilung
Verminderter Alkoholabbau führt zur
  • Mangelhaften, verzögerten Alkoholverwertung, die ernste Organschäden mit sich zieht
  • Verdauungsstörungen
  • Lernschwächen [7.2.]
Aminosäuren wie Leucin und Lysin
[2.1.]
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Stimmungsschwankungen, Angst, Depressionen
  • Hyperaktive Nervenaktivität
  • Mangel an Wachstumshormonen (STH) [7.3.]
Essentielle Fettsäuren wie
  • Ungesättigte Fettsäuren
  • Omega-3-und-6-Fettsäuren [2.1.]
  • Nierenerkrankungen
  • Reduzierte Funktionstüchtigkeit der roten Blutkörperchen
  • Verminderte Leberfunktion
Erhöhte Gefahr bei Kindern für
  • Störungen im Ganzkörperwachstum sowie in der Lernfähigkeit
  • Ungenügende Entwicklung des Gehirns [7.3.]

Literatur

  1. Biesalski HK, Köhrle J, Schümann K: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Kapitel 89, 651-661 (1.1.) Georg Thieme Verlag; Stuttgart/New York 2000
  2. Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R, Pölert W, Puchstein Ch, Stähelin HB: Ernährungsmedizin. Kapitel 38, 519-538 (2.1.), 9, 135 (2.2.), 43, 588-595 (2.3.), 8, 91-110 (2.4.) Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1999
  3. Biesalski HK, Grimm P: Taschenatlas der Ernährung. 260-295 Georg Thieme Verlag; Stuttgart/ New York 1999
  4. Eschenbruch B: Wasser und Mineralstoffe in der Ernährungsmedizin. Kapitel 3, 77 Umschau Zeitschriftenverlag Breidenstein GmbH; Frankfurt am Main 1994
  5. Jopp A: Risikofaktor Vitaminmangel. 84-85 Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Heidelberg GmbH & Co. KG; 2002
  6. Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. Kapitel 1.9, 70-74 Urban & Fischer Verlag; München/Jena 2000
  7. Schmidt E, Schmidt N: Leitfaden Mikronährstoffe. Kapitel 2.1, 96-154 (7.1.), 2, 230-312 (7.2.), 321-339 (7.3.) Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004
  8. Yoshimi I, Inoue M, Sobue T, Tsugane S. For the JPHC Study Group. Influence of Coffee Drinking on Subsequent Risk of Hepatocellular Carcinoma – A Prospective Study in Japan. Journal of the National Cancer Institute, 16 February 2005, vol. 97, no. 4, pp. 293-300(8)
  9. GOH GB, Chow WC, Wang R, Yuan JM, et al.: Coffee, alcohol and other beverages in relation to cirrhosis mortality: the Singapore Chinese Health Study. Hepatology (2014; doi: 10.1002/hep.27054)
  10. Knott CS et al.: All cause mortality and the case for age specific alcohol consumption guidelines: pooled analyses of up to 10 population based cohorts. BMJ 2015; 350:h384
  11. Kenneth J et al.: Alcohol Consumption and Carotid Atherosclerosis in Older Adults. The Cardiovascular Health Study. doi: 10.1161/01.ATV.0000101183.58453.39
  12. Topiwala A, Allan CL, Valkanova V, Zsoldos E, Filippini N, Sexton C, Mahmood A, Fooks P, Singh-Manoux A, Mackay CE, Kivimäki M, Ebmeier KP: Moderate alcohol consumption as risk factor for adverse brain outcomes and cognitive decline: longitudinal cohort study. BMJ. 2017 Jun 6; 357: j2353. doi: 10.1136/bmj.j2353
     
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