Einleitung
Metabolische – stoffwechselbedingte – Azidose

Die metabolische Azidose (Synonyme: Azidose, metabolisch; Übersäuerung; ICD-10 E87.2B: Stoffwechselbedingte Azidose) kennzeichnet sich aus durch eine Abnahme des Bikarbonats im Serum, einen sekundären Abfall des CO2-Partialdrucks sowie eine Reduktion des pH-Werts des Blutes unter 7,36. Die organischen Säuren im Organismus nehmen auf Grund einer Stoffwechselstörung zu. Man spricht auch von einer Übersäuerung des Blutes und des Körpers.

Die metabolische Azidose ist die häufigste Störung des Säure-Basen-Haushalts. Sie kann akut (einige Minuten bis wenige Tage), z. B. bei Intensivpatienten, oder chronisch (Wochen bis Jahre), z. B. bei abnehmender Nierenfunktion, auftreten.

Die häufigste Form der metabolischen Azidose ist die bei schlecht eingestellten Diabetikern (Typ 1) auftretende diabetische Ketoazidose: Als Folge des Insulinmangels kann der Diabetiker nur bedingt bis gar nicht Energie aus Glucose (Monosaccharid/Einfachzucker) gewinnen und verbrennt daher verstärkt Fettsäuren. Als Nebenprodukt der Fettverbrennung entstehen sogenannte Ketonkörper, die große Mengen Bicarbonatpuffer binden. Es entwickelt sich ein relativer Mangel an Bicarbonat, der zur Azidose des Blutes führt. Durch die Gabe von Insulin wird diesem Vorgang entgegengewirkt.

Verlauf und Prognose: Der Körper kompensiert die metabolische Azidose durch Hyperventilation (vermehrte Belüftung des Respirationstraktes (Atmungsapparat) während der Atmung). CO2 wird so aus der Lunge entfernt und der pH-Wert des Blutes steigt wieder an. Dieser Möglichkeit der Kompensation sind allerdings Grenzen gesetzt.
Im Vordergrund steht die Therapie der Grunderkrankung.
Bei schweren Azidosen werden Puffersubstanzen wie Natriumhydrogencarbont verabreicht. Bedrohlich wird die metabolische Azidose wenn der pH-Wert unter 7,15 sinkt.


     
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