Sexstellungen im Wasser – Koitus in Badewanne, Dusche und Schwimmbad
Sexualität im Wasser – ob in Badewanne, Dusche oder Schwimmbad – gilt für viele Paare als besonders reizvoll. Das Element Wasser kann Intimität, Körpernähe und ein Gefühl von Leichtigkeit fördern. Gleichzeitig bestehen spezifische praktische, hygienische und gesundheitliche Aspekte, die diese Form des Geschlechtsverkehrs von klassischen Umgebungen unterscheiden. Der folgende Beitrag gibt einen strukturierten Überblick zu geeigneten Stellungen, Vorteilen und Risiken von Sex im Wasser.
Badewanne
Geeignete Stellungen
- Reiterstellung: Die Frau sitzt auf dem Mann, der in der Wanne liegt oder sitzt.
- Löffelchenstellung in seitlicher Lage
- Missionarsstellung nur eingeschränkt möglich, meist mit zusätzlicher Stütze
Vorteile
- Intime Atmosphäre, warme Umgebung fördern Muskelentspannung
- Gute Kontrolle der Bewegungen
Nachteile und Risiken
- Geringe Bewegungsfreiheit durch engen Raum
- Risiko von Ausrutschen oder Gelenkbelastungen beim Ein- und Ausstieg
Dusche
Geeignete Stellungen
- Stehende Varianten mit Abstützen an Wand oder Haltegriffen
- Von hinten (A-tergo) in aufrechter Position
- Modifizierte Reiterstellung auf Duschhocker
Vorteile
- Leichte Integration in den Alltag, häufig als spontan empfunden
- Fließendes Wasser erleichtert Hygiene
Nachteile und Risiken
- Rutschgefahr auf glattem Untergrund
- Schwierige Kontrolle der Penetrationstiefe im Stehen
Schwimmbad oder Pool
Geeignete Stellungen
- Umarmungsstellung im Stehen
- Rücken-an-Brust-Position (im Wasser schwebend)
- Reiterstellung bei Sitzen auf Stufen oder am Beckenrand
Vorteile
- Gefühl von Schwerelosigkeit, weniger Gelenkbelastung
- Hoher Reiz durch Ungewöhnlichkeit und Intimität im öffentlichen oder halböffentlichen Raum
Nachteile und Risiken
- Erhöhtes Infektionsrisiko durch chlorhaltiges oder verunreinigtes Wasser
- Mangelnde Gleitfähigkeit, mögliche Schleimhautreizungen
- Rechtliche Probleme bei Sexualität in öffentlichen Bädern
Medizinische und hygienische Aspekte
- Infektionsrisiko: Besonders Pilz- und bakterielle Infektionen sind durch verändertes Vaginalmilieu möglich [1].
- Gleitfähigkeit: Wasser wirkt nicht als Gleitmittel, im Gegenteil: Es wäscht körpereigene Sekrete aus. Gleitgele auf Silikonbasis sind wasserresistenter.
- Kontrazeption: Kondome sind im Wasser unsicherer, da sie leichter abrutschen oder reißen können [2].
- Sicherheit: Rutschgefahr, Gelenkbelastung und eingeschränkte Beweglichkeit müssen berücksichtigt werden.
Kann Wasser über die Tuben ins Abdomen gelangen?
- Physiologische Barrieren: Zervix (Gebärmutterhals) und Tuben (Eileiter) verhindern im Normalfall den Aufstieg von Flüssigkeiten.
- Bei normalem Baden oder Schwimmen: praktisch ausgeschlossen
- Bei gezielter Druckeinwirkung (starker Duschstrahl, Whirlpool-Düsen, Unterwasser-Massagegeräte): Theoretisch möglich, dass Wasser bis in die Gebärmutter und weiter über die Tuben ins Abdomen (Bauchraum) gelangt.
- Risiken: Infektionsverschleppung, in extrem seltenen Fällen Luft- oder Wasserembolie [3, 4]
- Wahrscheinlichkeit:
- Sehr selten – nur Einzelfallberichte
- Relevanz praktisch nur bei künstlich erzeugtem Wasserdruck
- Beim normalen Geschlechtsverkehr in Badewanne, Dusche oder Schwimmbad medizinisch vernachlässigbar
Vergleich der Stellungen im Wasser
| Umgebung | Geeignete Stellungen | Vorteile | Nachteile/Risiken |
|---|---|---|---|
| Badewanne | Reiterstellung, Löffelchenstellung, eingeschränkt Missionarsstellung | Intime Atmosphäre, Muskelentspannung, gute Bewegungskontrolle | Enge Platzverhältnisse, Ausrutsch- und Verletzungsgefahr beim Ein-/Ausstieg |
| Dusche | Stehende Positionen (mit Abstützen), A-tergo (lat. für „Geschlechtsverkehr von hinten“), Reiterstellung auf Duschhocker | Alltagstauglich, spontane Intimität, Hygiene durch Wasserfluss | Rutschgefahr, eingeschränkte Kontrolle der Penetrationstiefe |
| Schwimmbad/Pool | Umarmungsstellung, Rücken-an-Brust-Position, Reiterstellung auf Stufen/Beckenrand | Gefühl von Schwerelosigkeit, geringer Gelenkdruck, neuartige Sinneserfahrung | Infektionsrisiko, fehlende Gleitfähigkeit, rechtliche Probleme bei öffentlicher Ausübung |
Abschließende Bemerkung
Sex im Wasser kann für Paare eine abwechslungsreiche Erweiterung der Sexualität darstellen, erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit auf Hygiene, Infektionsrisiken und Sicherheit. Besonders in Badewanne und Dusche sind technische Hilfsmittel wie Haltegriffe oder Duschhocker hilfreich. Im öffentlichen Raum (Schwimmbad) überwiegen rechtliche und hygienische Bedenken, sodass eine private Umgebung vorzuziehen ist.
Literatur
- Linhares IM, Summers PR, Larsen B, Giraldo PC, Witkin SS: Contemporary perspectives on vaginal pH and lactobacilli. Am J Obstet Gynecol. 2011;204(2):120.e1-120.e5. doi: 10.1016/j.ajog.2010.07.010.
- Smith AM, Jolley D, Hocking J, Benton K, Gerofi J: Does additional lubrication affect condom slippage and breakage? Int J STD AIDS. 1998;9(6):330-335. doi: 10.1258/0956462981922359.
- Lacy J, Brennand E, Ornstein M, Allen L: Vaginal laceration from a high-pressure water jet in a prepubescent girl. Pediatr Emerg Care. 2007;23(2):112-114. doi: 10.1097/PEC.0b013e3180302bd2.
- Lifschultz BD, Donoghue ER: Air embolism during intercourse in pregnancy. J Forensic Sci. 1983;28(4):1021-1022. PMID: 6631360.