Stoffwechsel- und Ernährungsdiagnostik

Die Stoffwechsel- und Ernährungsdiagnostik umfasst eine Reihe laborchemischer Untersuchungen, die der Erkennung, Differenzierung und Verlaufskontrolle häufiger metabolischer und ernährungsbedingter Erkrankungen dienen. Sie liefert wichtige Hinweise auf Störungen des Calcium-, Eisen-, Fett- und Glukosestoffwechsels, auf Erkrankungen des Knochenstoffwechsels sowie auf resorptive Störungen wie die Zöliakie. Die Kombination spezifischer Laborparameter ermöglicht eine frühzeitige Diagnosestellung, die Abschätzung des individuellen Risikos und die gezielte Steuerung präventiver und therapeutischer Maßnahmen.

Calciumstoffwechsel-Diagnostik

Die Diagnostik des Calciumstoffwechsels dient der Abklärung von Hypercalcämie, Hypocalcämie und Störungen der Calciumhomöostase. Sie ist insbesondere bei Verdacht auf Erkrankungen der Nebenschilddrüsen, Vitamin-D-Mangel, chronische Nierenerkrankungen oder maligne Erkrankungen von Bedeutung. Die Labordiagnostik umfasst vor allem Gesamtcalcium, ionisiertes Calcium, Phosphat, Albumin, Parathormon und Vitamin D.

Eisenstoffwechsel – Anämiediagnostik

Die Diagnostik des Eisenstoffwechsels ist ein zentraler Bestandteil der Abklärung von Anämien und Eisenmangelzuständen. Laborparameter wie Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung, löslicher Transferrinrezeptor und Serum-Eisen ermöglichen die Differenzierung zwischen Eisenmangelanämie, Anämie bei chronischer Entzündung und anderen Ursachen einer gestörten Blutbildung.

Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen erhöhen das Risiko für Arteriosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Labordiagnostik dient der Erfassung von Dyslipidämien sowie der Abschätzung des individuellen Gefäßrisikos. Bestimmt werden insbesondere Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein), HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein), Triglyceride sowie bei Bedarf Apolipoproteine und Lipoprotein (a).

Glucosestoffwechsel

Die Untersuchung des Glucosestoffwechsels ist Grundlage der Diagnostik von Diabetes mellitus, Prädiabetes und anderen Störungen der Glucoseregulation. Hierzu gehören die Bestimmung der Nüchternglucose, des HbA1c (Glykohämoglobin) sowie gegebenenfalls der orale Glucosetoleranztest. Ergänzend können Insulin, C-Peptid und Marker der Insulinresistenz bestimmt werden.

Knochenstoffwechsel-Diagnostik

Die Labordiagnostik des Knochenstoffwechsels dient der Abklärung von Osteoporose, Osteomalazie und anderen Erkrankungen des Skelettsystems. Neben Parametern des Calcium- und Phosphatstoffwechsels werden Marker des Knochenauf- und -abbaus bestimmt. Hierzu zählen unter anderem knochenspezifische alkalische Phosphatase, Osteocalcin, Beta-CrossLaps und Parathormon.

Zöliakie-Diagnostik

Die Zöliakie-Diagnostik dient dem Nachweis einer immunologisch vermittelten Glutenunverträglichkeit. Zentrale Laborparameter sind Gewebstransglutaminase-Antikörper und Endomysium-Antikörper jeweils in Kombination mit dem Gesamt-IgA. Bei IgA-Mangel oder unklarer Befundlage können zusätzliche Antikörpertests oder genetische Untersuchungen erforderlich sein.

Fazit

Die Stoffwechsel- und Ernährungsdiagnostik ermöglicht damit eine differenzierte Beurteilung zahlreicher internistischer und ernährungsmedizinischer Fragestellungen. Sie bildet die Grundlage für eine frühzeitige Diagnose, eine gezielte Prävention sowie eine individuell angepasste Therapie und Verlaufskontrolle.