Mikronährstoffanalytik

Die Mikronährstoffanalytik ist ein zentraler Bestandteil der präventiven und klinischen Labordiagnostik. Sie dient der Erfassung des Versorgungsstatus mit essenziellen Mikronährstoffen und ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Defiziten, funktionellen Störungen oder erhöhtem Bedarf. Eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen oder weiteren Mikronährstoffen kann die Funktion zahlreicher Organsysteme beeinträchtigen und zur Entstehung oder Progression chronischer Erkrankungen beitragen. Die laborchemische Diagnostik erlaubt eine differenzierte Beurteilung des individuellen Mikronährstoffstatus und bildet die Grundlage für gezielte präventive und therapeutische Maßnahmen.

Mineralstoffe

Die Bestimmung von Mineralstoffen dient der Beurteilung zentraler Stoffwechsel- und Organfunktionen. Von besonderer Bedeutung sind unter anderem Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium und Phosphat. Störungen des Mineralstoffhaushalts können zu neuromuskulären Beschwerden, Herzrhythmusstörungen, Störungen des Knochenstoffwechsels oder Einschränkungen der Nierenfunktion führen.

Spurenelemente

Spurenelemente werden nur in sehr geringen Mengen benötigt, sind jedoch für zahlreiche enzymatische und regulatorische Prozesse unverzichtbar. Die Labordiagnostik umfasst insbesondere Eisen, Jod, Selen und Zink. Defizite oder Überversorgungen können sich unter anderem in Form von Leistungsminderung, Immunstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder hämatologischen Veränderungen manifestieren.

Vitamine

Die Vitaminanalytik dient dem Nachweis von Unterversorgungen oder funktionellen Defiziten wasser- und fettlöslicher Vitamine. Besonders häufig relevant sind Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure und Vitamin B6. Ein Vitaminmangel kann zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit und neurologischen Beschwerden, aber auch zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Anämie, Osteomalazie oder Neuropathien führen.

Weitere Mikronährstoffe

Ergänzend können weitere laborchemische Marker bestimmt werden, die Aussagen über den zellulären Energiestoffwechsel und die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren erlauben. Hierzu gehören insbesondere Coenzym Q10 als Marker der mitochondrialen Funktion sowie der HS-Omega-3-Index zur Beurteilung der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA)). Beide Parameter können insbesondere bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko, chronischer Erschöpfung oder erhöhtem oxidativem Stress von Bedeutung sein.

Fazit

Die Mikronährstoffanalytik liefert damit eine fundierte Grundlage für die individuelle Risikoabschätzung, die gezielte Optimierung der Ernährung sowie die Entwicklung personalisierter Präventions- und Therapiekonzepte.