Vulvakrebs (Vulvakarzinom) – Folgeerkrankungen
Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch ein Vulvakarzinom (Krebs der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane) mitbedingt sein können:
Das Vulvakarzinom (Krebs der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane) kann – abhängig von Tumorstadium (Ausbreitung der Krebserkrankung), Lokalisation (Lage) und biologischem Verhalten (Wachstumsverhalten) – zu einer Reihe lokaler (am Ort der Erkrankung), regionaler (in der Umgebung) und systemischer (den ganzen Körper betreffender) Folgeerkrankungen (Folgen) führen. Diese entstehen entweder durch direktes Tumorwachstum (unmittelbares Wachstum der Geschwulst), lymphogene Metastasierung (Ausbreitung über die Lymphbahnen) oder als Konsequenz fortgeschrittener lokaler Destruktion (örtlicher Gewebezerstörung). Die klinische Relevanz (medizinische Bedeutung) und Prognosekorrelation (Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf) sind dabei besonders eng an den Lymphknotenstatus (Zustand der Lymphknoten) und die lokale Ausdehnung (örtliche Ausbreitung) gekoppelt. [1, 2]
Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00–D48)
Metastasierung (Tumorausbreitung)
- Inguinale Lymphknoten (Lymphknoten in der Leiste) – häufigster Metastasierungsort (häufigster Ort der Tumorausbreitung); klinisch tastbare (fühlbare), schmerzhafte oder verhärtete Lymphknoten (verfestigte Lymphknoten), prognostisch (für den Krankheitsverlauf) hochrelevant; bei suspekten Knoten (verdächtigen Lymphknoten) wird in Leitlinien (medizinischen Handlungsempfehlungen) die sonographische Abklärung (Ultraschalluntersuchung) ggf. mit gezielter Biopsie/Punktion (Gewebeentnahme/Anstechen) betont [1, 2, 5].
- Pelvine Lymphknoten (Lymphknoten im Becken) – meist bei fortgeschrittener Erkrankung (weiter fortgeschrittener Krankheit) oder nach Durchbruch der inguinalen Filterstation (erster Lymphknotenstation in der Leiste); Risikostratifizierung (Einschätzung des Risikos) und Bildgebung (bildgebende Diagnostik) orientieren sich an Stadium (Krankheitsstadium), Knotenbefall (Befall der Lymphknoten) und klinischem Befund (ärztlichem Untersuchungsergebnis) [1, 2].
- Fernmetastasen (Tumorabsiedlungen in entfernten Organen) – selten, überwiegend bei fortgeschrittenen Stadien (z. B. Lunge, Leber, Knochen); in der metastasierten/rezidivierten Situation (bei ausgebreiteter/wiederaufgetretener Erkrankung) kommt systemische Therapie (Behandlung über den ganzen Körper) in Betracht, inkl. selektiv eingesetzter Immuntherapiekonzepte (Behandlung zur Aktivierung des Immunsystems) bei geeigneter Indikation (passender medizinischer Begründung) [1, 2, 7],
Verdauungssystem (K00–K93)
- Infiltration des Analkanals oder Rektums (Einwachsen in den Afterkanal oder Enddarm) – möglich bei posterior lokalisierten Tumoren (nach hinten gelegenen Tumoren); klinisch relevant (medizinisch bedeutsam) durch Schmerzen, Tenesmen (schmerzhafter Stuhldrang), Blutabgänge (Blutungen) oder Stuhlentleerungsstörungen (Störungen beim Stuhlgang); die lokale Ausdehnungsdiagnostik (Untersuchung der örtlichen Ausbreitung) (klinisch + bildgebend) ist leitlinienbasiert (nach medizinischen Handlungsempfehlungen) essenziell (entscheidend) für Therapieplanung (Behandlungsplanung) und Morbiditätsreduktion (Verringerung von Krankheitsfolgen) [1, 2].
- Rekto-vulväre Fisteln (krankhafte Verbindung zwischen Enddarm und Vulva) – seltene, aber schwerwiegende Komplikation (ernste Folge) bei fortgeschrittener lokaler Tumorinfiltration (örtlichem Einwachsen des Tumors) oder nach Radiochemotherapie (kombinierter Strahlen- und Chemotherapie) [1, 2].
Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00–N99)
- Infiltration der Urethra (Einwachsen in die Harnröhre) – führt zu Dysurie (Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen), Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren) oder rezidivierenden Harnwegsinfektionen (wiederkehrenden Infektionen der Harnwege) [1, 2].
- Infiltration der Harnblase (Einwachsen in die Harnblase) – selten, meist bei ausgedehntem Tumorwachstum (weit fortgeschrittenem Wachstum der Geschwulst); mögliche Folge sind Hämaturie (Blut im Urin) und Blasenentleerungsstörungen (Störungen beim Wasserlassen) [1, 2].
- Urethro-vulväre oder vesiko-vulväre Fisteln (krankhafte Verbindung zwischen Harnröhre oder Harnblase und Vulva) – insbesondere nach multimodaler Therapie (Kombination mehrerer Behandlungsverfahren) [1, 2].
Weitere klinisch relevante Folgeerkrankungen
- Chronische Schmerzen (lang anhaltende Schmerzen) – tumorbedingt (durch den Tumor verursacht) oder therapieassoziiert (durch die Behandlung verursacht), häufig mit neuropathischer Komponente (Nervenbeteiligung); leitlinienkonform (entsprechend medizinischer Handlungsempfehlungen) ist eine frühzeitige, interdisziplinäre Symptomkontrolle (fachübergreifende Behandlung der Beschwerden) (inkl. Supportiv-/Palliativkonzepten (unterstützenden/lindernden Behandlungskonzepten)) zentral [1, 2].
- Lymphödem der unteren Extremitäten (Lymphstau der Beine) – insbesondere nach inguinaler Lymphonodektomie (operativer Entfernung von Lymphknoten in der Leiste) oder Radiotherapie (Strahlentherapie); Meta-Analysen (Zusammenfassungen mehrerer Studien) zeigen für Patientinnen nach inguinaler Lymphadenektomie (Entfernung von Lymphknoten in der Leiste) relevante Prävalenzen (Häufigkeiten), bei Vulvakarzinom-Subgruppen besonders ausgeprägt [1, 2, 6].
- Sexuelle Funktionsstörungen (Störungen der Sexualfunktion) – Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr), Verlust der sexuellen Sensibilität (vermindertes sexuelles Empfinden), psychosexuelle Belastung (seelische Belastung im sexuellen Bereich); die strukturierte Nachsorge (geplante medizinische Nachbetreuung) adressiert ausdrücklich funktionelle (die Funktion betreffende) und psychosoziale (seelische und soziale) Langzeitfolgen [1, 2].
- Psychosoziale Folgeerkrankungen (seelische und soziale Folgeerkrankungen) – Angststörungen (krankhafte Angst), depressive Symptome (Beschwerden einer Depression), Einschränkung der Lebensqualität (Verminderung des Wohlbefindens); empfohlen werden niedrigschwellige Screening- und Unterstützungsangebote (leicht zugängliche Untersuchungs- und Hilfsangebote) im Verlauf [1, 2].
Beachte
- Das Risiko für Folgeerkrankungen (Folgen der Erkrankung) steigt deutlich mit dem Tumorstadium (Ausbreitung der Krebserkrankung) und dem Lymphknotenstatus (Zustand der Lymphknoten) [1, 2].
- Eine frühzeitige Diagnosestellung (frühe Erkennung) reduziert nicht nur die Mortalität (Sterblichkeit), sondern auch die Rate schwerwiegender funktioneller Komplikationen (schwerer Folgen mit Funktionsverlust) [1, 2].
- Die interdisziplinäre Nachsorge (fachübergreifende Nachbetreuung) ist essenziell (entscheidend) zur frühzeitigen Erkennung von Rezidiven (Wiederauftreten der Erkrankung) und therapiebedingten Spätfolgen (späten Folgen der Behandlung) [1, 2].
Autoren: Prof. Dr. med. G. Grospietsch, Dr. med. W. G. Gehring
Literatur
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- Maiorano MFP, Loizzi V, Cormio G, Maiorano BA.: Immunotherapy and Advanced Vulvar Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Survival and Safety Outcomes. Cancers (Basel). 2025;17(14):2392. doi:10.3390/cancers17142392