Insulin-like-growth-factor-I (IGF-I; SM-C)

Beim Insulin-like-growth-factor-I (IGF1; IGF-I; auch Somatomedin C (SM-C) genannt) handelt es sich um einen Laborparameter, der eine hohe Ähnlichkeit zum Insulin zeigt. Es zählt zu den Differenzierungs- und Wachstumsfaktoren.

Der Großteil des IGF-1 wird in der Leber synthetisiert. IGF-1 wird an speziellen Bindungsproteinen (Insulin-like-growth-factor-binding-protein – IGFBP) gebunden, die im Blut zirkulieren. Dabei wird die Wirkung des IGF-1 von diesen Proteinen reguliert.

Der STH-Sekretionsstatus korreliert dabei im Allgemeinen gut mit der Serumkonzentration von IGF-1 = Somatomedin C, einem wachstumsfördernden Peptid-Hormon, das in der Leber, aber auch in anderen Organen unter dem Einfluss von STH gebildet wird. Nach STH-Ausschüttung ist erst 5 bis 6 Stunden später mit einem IGF-1-Anstieg zu rechnen. Über den Blutkreislauf gelangt IGF-1 zu den Zielorganen, es ist dabei an das Transportprotein „Insulin-like-growth-factor-binding-protein-3“ gebunden. IGF-1 entfaltet seine Wirkung über membranständige IGF-Rezeptoren, welche in fast allen Geweben und auf den meisten Zelltypen nachweisbar sind.

Da der STH-Sekretionsstatus nur schwer direkt zu ermitteln ist, wird er mit meist sehr guter Korrelation über die IGF-1-Konzentration im Serum ermittelt. Dementsprechend fällt die IGF-1-Konzentration im Serum mit zunehmendem Alter analog zum STH-Sekretionsstatus ab. STH kommt jedoch nicht ausschließlich durch IGFs zur Wirkung und auch IGFs haben STH-unabhängige Wirkungen.

Die Serumspiegel des IGF-1 fallen physiologischerweise nach der Pubertät schrittweise ab.

Das IGF-1 wir vor allem durch andere Hormone (Schilddrüsenhormone; adrenale und ovarielle Steroide), aber auch durch die Nahrungsaufnahme (Dinner cancelling; Fasten), Gewichtsreduktion, Sport, Schlafqualität und -dauer sowie Stressreduktion stimuliert. Gehemmt wird es durch GHRH (Growth hormone releasing hormone) und Somatostatin (Growth Hormone-Release-Inhibiting-Hormon = GHIH).

Vom IGF-1 unterscheidet man das IGF-II (Somatomedin A; SM-A). Die Bedeutung dieses Parameters ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig

Störfaktoren

  • Nicht bekannt

Normwerte

Alter Normwerte
2. Lebensmonat (LM)-5. Lebensjahr (LJ) 20-250 ng/ml
6.-9.LJ 100-476 ng/ml
9.-11. LJ 110-600 ng/ml
11.-16. LJ 250-1.100 ng/ml
17.-55. LJ 125-460 ng/ml
> 55. LJ 70-290 ng/ml

Der gelb markierte Bereich ist das therapeutische Ziel einer STH-Substitutionstherapie in der Somatopause; es werden mittlere IGF-1-Konzentrationen von 200 ng/ml angestrebt.

Frauen haben meist höhere Werte!

Indikationen

  • Verdacht auf Wachstumsstörungen
  • Verdacht auf endokrine Tumoren
  • Somatopause – progrediente Verringerung der STH-Sekretion über die Lebensspanne Erwachsener. Diese mündet ab in etwa dem 50. Lebensjahr in einem Tiefpunkt und konsequent erniedrigten STH-Serumspiegeln (IGF-1 ↓; IGFBP-3 ↓) STH-Serumspiegeln.

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Adipositas (Fettsucht)
  • Akromegalie endokrinologische Erkrankung, die durch eine Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) hervorgerufen wird, mit ausgeprägter Vergrößerung der Körperendglieder oder vorspringenden Teile des Körpers (Akren), wie beispielsweise Hände, Füße, Unterkiefer, Kinn, Nase und Augenbrauenwülste.
  • Gravidität (Schwangerschaft)

Interpretation erniedrigter Werte

  • Bösartige Tumorerkrankungen
  • Chronische Hepatitis (Leberentzündung)
  • Diabetes mellitus – bei schlechter Stoffwechsellage
  • Ernährungsstörungen wie Malabsorption – Störung der Nahrungsaufspaltung und -aufnahme im Darm
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Kachexie (Auszehrung)
  • Laron-Syndrom – genetisch bedingter Minderwuchs
  • Minderwuchs
  • Somatopause
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Trauma (Verletzungen)
  • Unterernährung

Weitere Hinweise

  • IGF-1 wird in Studien therapeutisch genutzt

     
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