Urämie – Symptome – Beschwerden

Die Urämie ist eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation der Niereninsuffizienz (Nierenschwäche). Bei Auftreten entsprechender Symptome ist eine sofortige ärztliche Abklärung und meist eine Dialysebehandlung erforderlich.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Urämie (Harnvergiftung) hinweisen:

Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf eine Urämie und werden oft zuerst bemerkt:

  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit: Oft eines der ersten Symptome; bei nahezu allen Betroffenen spürbar
  • Nausea (Übelkeit) und Emesis (Erbrechen): Tritt bei etwa 60-80 % der Betroffenen mit fortgeschrittener Urämie auf.
  • Pruritus (Juckreiz): Chronisch und oft quälend, besonders nachts; bei etwa 50-70 % der Fälle
  • Urinveränderungen: Oligurie (reduzierte Urinmenge) oder Anurie (völliges Ausbleiben der Harnausscheidung); tritt bei 40-60 % auf

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild einer Urämie:

  • Urinartiger Mundgeruch (Foetor urämicus): Ein typisches Zeichen der Urämie; durch Harnstoffzersetzung im Speichel
  • Kognitive Einschränkungen bis hin zur Bewusstseinsstörung: Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Lethargie treten bei 30-60 % der Betroffenen auf, besonders bei fortgeschrittener Urämie
  • Myoklonien (Muskelschwäche und Muskelzuckungen): Bei etwa 30-50 % der Betroffenen; verursacht durch Elektrolytstörungen

Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Komplikationen hinweisen:

  • Hypertonie (Bluthochdruck): Häufiges Begleitsymptom bei chronischer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche), das sich im Rahmen der Urämie verschlechtern kann
  • Blutungsneigung (z. B. Hämatome (Blutergüsse), Petechien (Einblutungen in die Haut)): Aufgrund gestörter Thrombozytenfunktion; bei etwa 10-20 %
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung): Ein mögliches urämisches Komplikationszeichen bei etwa 10-20 % unbehandelter Fälle
  • Exsikkosezeichen (trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten): Hinweis auf begleitende Dehydratation (Austrocknung)
  • Hypothermie (Unterkühlung): Durch gestörte Thermoregulation bei schwerer Urämie
  • Metabolische Azidose (Übersäuerung): Kann zu tiefer Atmung (Kussmaul-Atmung) führen
  • Polyneuropathie (Erkrankung der peripheren Nerven): Missempfindungen (Kribbeln, Taubheit), besonders in den Beinen, bei chronischer Urämie

Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Häufig bei chronischem Verlauf; bei ca. 40-60 % der Betroffenen
  • Kopfschmerzen: Kommen bei etwa 20-30 % vor
  • Depressive Verstimmung: Aufgrund der chronischen Belastung und Vergiftungserscheinungen
  • Schlafstörungen: Einschlaf- oder Durchschlafprobleme, teils durch Pruritus (Juckreiz) oder Unruhe