UBC® Rapid Test

Beim UBC® Rapid Test (Urinary Bladder Cancer Antigen Rapid Test) handelt es sich um ein Schnelltestverfahren zur Harnblasenkarzinom-Diagnostik. Der Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom wird durch den quantitativen Nachweis (Konzentrations- bzw. Mengennachweis) von Proteinen, die mit dem Harnblasenkarzinom assoziiert sind, gestellt. Die Auswertung des Verfahrens wird mittels concile® Ω100 Reader durchgeführt. Als positives Alleinstellungsmerkmal des UBC® Rapid Tests ist die, im Vergleich zu anderen Schnelltestverfahren zur Erkennung eines Harnblasenkarzinoms, hohe Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Tests erkannt wird, d. h. ein positives Testresultat auftritt) zu nennen. 

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Verdacht auf neu aufgetretenes Harnblasenkarzinom − Bei Patienten, die sich mit Symptomen eines Harnblasenkarzinoms beim Arzt vorstellen, stellt der UBC® Rapid Test das aktuell optimale Verfahren zur Erkennung dar. Klassische Frühsymptome können eine schmerzlose Makrohämaturie (mit dem Auge sichtbare Blutmenge im Urin), eine Pollakisurie (häufiger Harndrang mit geringer Urinentleerung), Dysurie (erschwertes Wasserlassen) und rezidivierende (wiederkehrende) Infekte sein. Eine Früherkennung des Harnblasenkarzinoms ist enorm wichtig, da bei frühzeitiger Diagnose eine minimal-invasive Therapie (operativer Eingriff mit kleinstem Trauma) des Harnblasenkarzinoms möglich sein kann, während fortgeschrittenere Stadien ein radikales Vorgehen mit Entfernung der Harnblase erfordern.
  • Ausschluss eines Rezidivs (Wiederauftreten des Tumors) in klinischen Studien wurde neben der Erkennung eines neu aufgetretenen Harnblasenkarzinoms auch der Wert des UBC® Rapid Tests zur Rezidivkontrolle untersucht. Auf Grund der hohen Sensitivität des Verfahrens kann der UBC® Rapid Test auch zum Ausschluss eines Wiederauftretens des Harnblasenkarzinoms eingesetzt werden.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Absolute Kontraindikationen gibt es momentan noch nicht. Da das Verfahren jedoch auf dem Nachweis von tumor-assoziierten Proteinen basiert, kann die Sensitivität je nach Tumorentität (Tumortyp) in der Harnblase variieren. Die häufigste Form des Harnblasenkarzinoms ist das Urothelkarzinom, welches 95 % aller malignen (bösartigen) Harnblasentumoren ausmacht. Deutlich seltenere Tumoren wie neuroendokrine Karzinome der Harnblase gehen jedoch zum Teil mit anderen tumorassoziierten Proteinen einher.

Vor der Untersuchung

Vor der Durchführung des UBC® Rapid Tests sollte eine ausführliche Anamnese erfolgen, die unter allen Umständen eine genaue Erörterung der Symptome, Vorerkrankungen und Risikofaktoren wie Rauchen und berufliche Exposition zu Gefahrstoffen beinhalten muss. Die Indikation für die Durchführung des Verfahrens ist vom behandelnden Arzt zu stellen.

Das Verfahren

Mit Hilfe des UBC® Rapid Tests können die Tumor-assoziierten Zytokeratin-Fragmente 8 und 18 aus Urothelzellen (Harnblasenzellen) im Urin als Parameter für das Vorliegen eines Harnblasenkarzinoms bestimmt werden. Zytokeratin bzw. die jeweiligen Fragmente werden auch beim gesunden Patienten von den Deckzellen des Urothels gebildet. Dennoch ist eine eindeutige Unterscheidung zwischen einem Vorliegen eines Tumors und einer gesunden Harnblase möglich. Der Nachweis von Zytokeratinen wird auch bei anderen Karzinomen zur Erkennung erfolgreich genutzt.
Die Auswertung des Tests kann sowohl mit dem bloßen Auge oder mittels handlichem POC-Messgerät (concile® Ω100) erfolgen. Durch die Anwendung des concile® Ω100 Readers ist auch eine Quantifizierung der Zytokeratin-Fragmente möglich.
In klinischen Studien zeigte der UBC® Rapid Test mit 57 % eine erheblich bessere Sensitivität als NMP22 Vergleichstest, für den nur eine Sensitivität von 16 % festgestellt wurde. Auch im Vergleich zum aktuellen Standardverfahren in der klinischen Chemie zur Harnblasenkarzinom-Diagnostik, der Urinzytologie, hatte der UBC® Rapid Test in dieser Studie eine höhere Sensitivität (57 % zu 51 %).

Nach der Untersuchung

Je nach Ergebnis des Verfahrens und klinischen Symptomatik müssen weitere diagnostische Methoden zur Sicherung eines Harnblasenkarzinoms erfolgen. Zur apparativen Diagnostik werden unter anderem eine Sonographie (Ultraschall) der Harnblase und der Nieren sowie eine Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung) und/oder Ureterorenoskopie (endoskopische Inspektion des Harnleiters und des Nierenbeckens) durchgeführt. Des Weiteren wird eine Computertomographie mit Kontrastmittel des Abdomens (Bauchorgane; Abdomen-CT) und des Thorax (Brustkorb; Thorax-CT) notwendig.

Literatur

  1. Todenhöfer T: Marker UBC Rapid erlaubt quantitative Diagnostik. UroForum. 2013. 2:36
  2. Hennenlotter J et al.: Point-of-Care tests for bladder cancer: the influencing role of hematuria. Adv Urol. 2011
  3. Lüdecke G, Pilatz A, Hauptmann A, Bschleipfer T, Weidner W: Comparative analysis of sensitivity to blood in the urine for urine-based point-of-care assays (UBC rapid, NMP22 BladderCheck and BTA-stat) in primary diagnosis of bladder carcinoma. Interference of blood on the results of urine-based POC tests. Anticancer Research. 2012. 32:2015-2018.
  4. Dey P: Urinary markers of bladder carcinoma. Clin Chim Acta. 2004. 340(1-2):57-65
  5. Lindemann-Docter K, Knüchel-Clarke R: Histopathologie des Harnblasenkarzinoms. Der Urologe. 2008. 47:627-638

     
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