Calcitonin

Das Calcitonin (Synonyme: hCT, Thyreocalcitonin) ist ein Hormon, welches von den C-Zellen in der Schilddrüse gebildet wird.

Calcitonin wird bei Anstieg des Calciumsspiegels sezerniert (ausgeschüttet) und senkt durch Hemmung der Osteoklasten (Knochen abbauende Zellen) die Calciumkonzentration im Blut. Des Weiteren führt Calcitonin zur Verzögerung der Magenentleerung und der renalen (nierenbedingten) Reabsorption (Wiederaufnahme) von Calcium und Phosphat.
Calcitonin ist der Antagonist (Gegenspieler) des Parathormons (PTH).

Calcitonin wird über mehrere Zwischenschritte aus Vitamin D (aus der Nahrung und dem UV-Licht aufgenommen/umgewandelt) gebildet.

Beim Calcitonin handelt es sich um einen sogenannten Tumormarker. Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die von Tumoren gebildet werden und im Blut nachweisbar sind. Sie können einen Hinweis auf eine maligne (bösartige) Neubildung geben und dienen als Verlaufsuntersuchung im Rahmen der Krebsnachsorge.

Das Calcitonin ist nicht spezifisch für eine maligne (bösartige) Erkrankung.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum
    • wegen geringer Stabilität Transport der Proben möglichst tiefgefroren (ca. -20°C)

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig

Störfaktoren

  • Keine bekannt

Normwerte

  Normwerte in pg/ml
Frauen < 4,6
Männer < 11,5

Indikationen

  • Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs) – z. B. Abklärung eines szintigraphisch kalten Knoten (im Ultraschall meist echoarm)
  • Familienangehörige von Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom
  • Verdacht auf multiple endokrine Neoplasien (MEN II) – genetisch bedingte Erkrankung, die zu verschiedenen Tumoren führen kann; unter anderem zu Schilddrüsenkarzinomen
  • Therapie-/ Verlaufskontrolle bei oben genannter Tumorerkrankung
  • Therapierefraktäre Diarrhoe (therapieresistente Durchfälle)
  • Unklare CEA-Erhöhung (ist ebenfalls bei C-Zell-Karzinome oft erhöht)

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom; Schilddrüsenkrebs)
    • bei circa 50 % der Fälle liegt gleichzeitig ein Phäochromozytom vor
    • bei 20-30 % der Fälle liegt gleichzeitig einer Hyperparathyreoidismus vor
  • Hypergastrinämie – erhöhter Wert eines im Magen produzierten Hormons, welches die Magensäuresekretion anregt
  • Paraneoplastische Hypercalcämie (Calciumüberschuss; gegebenenfalls auch reaktiv)
  • Phäochromozytom
  • Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)

Interpretation erniedrigter Werte

  • Keine diagnostische Bedeutung

     
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