Beta-2-Mikroglobulin

Das Beta-2-Mikroglobulin (Synonyme: ß2-Mikroglobulin, β2-Mi) ist ein Protein (Eiweiß), welches als Tumormarker*, zur Nierendiagnostik und als Verlaufsparameter bei HIV-Infektionen eingesetzt wird. Es wird glomerulär filtriert und zu 99,8 % tubulär rückresorbiert. Bei eingeschränkter glomerulärer Filtration steigt Beta-2-Mikroglobulin im Serum an, bei gestörter tubulärer Funktion erhöht sich die Beta-2-Mikroglobulin Ausscheidung im Urin.

Die HWZ von Beta-2-Mikroglobulin beträgt 40 min.

*Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die von Tumoren gebildet werden und im Blut nachweisbar sind. Sie können einen Hinweis auf eine maligne (bösartige) Neubildung geben und dienen als Verlaufsuntersuchung im Rahmen der Krebsnachsorge.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum
  • 24 h-Urin

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig       

Störfaktoren

  • Nicht bekannt

Normwert – Blutserum

  Normwert in mg/l
< 3. Lebensmonat (LM) 2,8-3,4
3. LM-1. Lebensjahr (LJ) 1,8-2,2
Kinder 1,4-1,6
Erwachsene 0,8-2,4
> 60. LJ < 3,0

Normwert – 24 h-Urin

Normwert in μg/l < 300

Indikationen

  • Verdacht auf maligne (bösartige) Neubildungen: lymphoproliferative Erkrankungen (Plasmozytom (multiples Myelom), chronische lymphatische Leukämie (CLL), Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), Burkitt-Tumor, Hodgkin-Lymphom, akute lymphatische Leukämie (ALL) bei Erwachsenen)
  • Verlaufskontrolle bei malignen (bösartigen) Neubildungen (s. o.)
  • Verdacht auf Nephropathien (Nierenerkrankungen)
  • Bei Nephropathien zur Beurteilung der glomerulären Filtrationsrate (GFR; Filterleistung der Nieren), insbesondere bei Kindern
  • Überprüfung der Funktionsfähigkeit von Nierentransplantaten
  • Verlaufsparameter bei der HIV-Infektion

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Malignome (bösartige Neubildungen) wie:
    • lymphoproliferative Erkrankungen (Plasmozytom (multiples Myelom), chronische lymphatische Leukämie (CLL), Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), Burkitt-Tumor, Hodgkin-Lymphom, akute lymphatische Leukämie (ALL) bei Erwachsenen) [bei den Leukämien und Lymphomen gilt das Beta-2-Mikroglobulin als Prognoseparameter]
  • Nephropathien (Nierenerkrankungen) wie:
    • Nierenfunktionseinschränkung (eingeschränkte GFR/glomeruläre Filtrationsrate)/Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) [bei Niereninsuffizienz ist das Beta-2-Mikroglobulin um den Faktor 10-50 erhöht]
    • Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) – bei erhöhten Werten im Sammelurin bei Schwangeren [Werte > 300 mg/l: V.a. Infekt der oberen Harnwege; Werte < 300 mg/l: Pyelonephritis unwahrscheinlich]
    • Tubuläre Nierenschäden [Beta-2-Mikroglobulin-Anstieg im Sammelurin]
    • Abnahme der GFR [Beta-2-Mikroglobulin-Anstieg im Serum; eine Bewertung der Nierenfunktion mit Beta-2-Mikroglobulin ist nur möglich, wenn andere (lymphoproliferative) Erkrankungen ausgeschlossen sind]
  • Überprüfung der Funktionsfähigkeit von Nierentransplantaten [Normalisierung des Beta-2-Mikroglobulins als Zeichen der Funktionsfähigkeit]
  • HIV-Infektion – mit der Bestimmung der ß2-Mikroglobulin lässt sich bei erhöhten Werten eine Aussage zum wahrscheinlichen Auftreten von AIDS machen [Beta-2-Mikroglobulin-Werten im Serum von > 5,0 mg/l → hohes Risiko innerhalb von 3 Jahren AIDS zu entwickeln]
  • Schwermetallintoxikation/Schwermetallvergiftung z. B. mit Cadmium (bei erhöhten Werten im Sammelurin)

Interpretation erniedrigter Werte

  • Nicht krankheitsrelevant

     
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