Alpha-Fetoprotein (AFP)

Beim Alpha-Fetoprotein (AFP; Synonym: α-1-Fetoprotein) handelt es sich um ein onkofetales Protein (Eiweiß), welches physiologischerweise in der Leber, im Magen-Darm-Trakt und im Dottersack (dieser übernimmt bis zur Ausbildung der Leber Stoffwechselfunktionen und ist Quelle für die Stammzellen der Hämatopoese) gebildet wird.

Das AFP ist ein wichtiger Parameter in der Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Diagnostik) zum Ausschluss von Fehlbildungen des ungeborenen Kindes. Daneben hat das AFP auch eine Bedeutung als Tumormarker.

Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die von Tumoren gebildet werden und im Blut nachweisbar sind. Sie können einen Hinweis auf eine maligne (bösartige) Neubildung geben und dienen als Verlaufsuntersuchung im Rahmen der Krebsnachsorge.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig

Störfaktoren

  • Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Blutentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen.

Normwert (AFP als Tumormarker)

Normwert < 7,00 ng/ml
Grauzone
 7,1 -20 ng/ml

Normwert (AFP im Serum, in der Schwangerschaft: 14. -21. SSW)

Normwert
0,5-2,0 MoM* 
Grenzwertig
2,0-2,5 MoM
Verdacht auf Neuralrohrdefekt  > 2,5 MoM

*„MoM“ (engl. "multiple of the median") bedeutet ein „Vielfaches des Medians". Beim Durchschnittswert, auf den man sich hier bezieht, handelt es sich also um den Median und nicht um den Mittelwert. Beim MoM-Wert wird der gemessene Wert zu einem Durchschnittswert in Beziehung gesetzt. Er beschreibt damit, um wie viel höher oder niedriger ein Messwert in Bezug auf einen Idealwert ist.

Indikationen

  • Verdacht auf hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs)
  • Verdacht auf Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
  • Verdacht auf gastrointestinale Tumoren (Tumoren des Magen-Darm-Traktes)
  • Verdacht auf Keimzelltumoren – Tumoren, die vom Testes (Hoden) oder den Ovarien (Eierstöcken) ausgehen
  • AFP-Screening in der Schwangerschaft (Neuralrohrdefekte)

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs; in 85 % der Fälle nachweisbar – Werte über 1.000 ng/ml sind fast immer ein sicherer Hinweis auf ein hepatozelluläres Karzinom) [Tumormarker 1. Wahl]
  • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs; in 20 % der Fälle nachweisbar)
  • Gastrointestinale Tumoren
  • Keimzelltumoren (Hoden – in 70 % der Fälle mit Nicht-Seminom/Hodenkrebs (Hodenkarzinom) nachweisbar; Eierstock; außerhalb der Keimdrüsen)
  • Lebererkrankungen wie Hepatitis (Leberentzündung) oder Leberzirrhose – bindegewebiger Umbau der Leber mit einhergehender Funktionseinschränkung
  • Schwangerschaft
    • Anenzephalie (88 %)
    • Spina bifida (79 %)
    • Mehrlingsschwangerschaft (20 %)
    • Falsch datierte Schwangerschaft (30 %) 
  • Säuglinge

Interpretation erniedrigter Werte

  • Niedrige AFP-Werte gelten zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche als Hinweis auf ein Down-Syndrom (Trisomie-21) beim ungeborenen Kind

     
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