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Medikamente
Krebserkrankungen

Medikamente

  • Östrogentherapie – z. B. Hormonersatztherapie über mehr als fünf Jahre erhöht das Brustkrebsrisiko
  • Testosterontherapie – Promotor (siehe Thema "Krebsentstehung – Kanzerogenese") eines Prostatakrebs
  • Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erhöhen orale Kontrazeptiva (Antibaby-Pille) das Risiko, an einem Mammakarzinom (Brustkrebs) zu erkranken – noch nicht vollständig wissenschaftlich erforscht – nur um den Faktor 1,2 bis 1,5 bei einer Einnahme von mehr als fünf Jahren [2]
  • Einige Zytostatika erhöhen das Risiko eines Zweittumors
  • "Eisenüberladung" – Nicht gebundenes, freies Eisen wirkt zytotoxisch, das heißt zellschädigend [1]. Eisen wird auch als Prooxidans im Zusammenhang mit der Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen – wie beispielsweise Erkrankungen der Herzkranzgefäße mit der Folge eines Myokardinfarktes (Herzinfarkt) – und neurodegenerativer Erkrankungen – beispielsweise Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson – und als Promotor von Tumorerkrankungen diskutiert.
    Als zugrunde liegender Mechanismus wird vermutet, dass Eisen über seine katalytische Schlüsselfunktion bei der Bildung zytotoxischer Sauerstoff- und Hydroxylradikale oxidativen Stress begünstigt, zum Beispiel im Verlauf von Fenton- und Haber-Weiss-Reaktionen [2, 3].
    Personen, die beispielsweise an einer Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) erkrankt sind, weisen ein erhöhtes Risiko für Leberzellkrebs auf [4]. Zudem zeigte sich in einer Studie aus den USA, dass ein erhöhter Serum-Eisenspiegel mit einem erhöhten Risiko für Tumorerkrankungen verbunden ist [5]. 
  • Immunsuppressive Therapien
  • Lebenslange Immunsuppression von Organtransplantierten erhöht die Krebsmortalität um das 2,84-fache (im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung) [6]
  • Zweittumorrisiko ist erhöht nach Chemotherapie bei:
    • Morbus Hodgkin – Mammakarzinomrisiko (Brustkrebsrisiko) erhöht bei Verwandten (Verdopplung)
    • Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)  – Hautkrebs (mit Ausnahme des Melanoms) und Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
    • chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) – 3,5-mal höheres Risiko für Blasen- und ein doppelt so hohes Risiko für Prostatakarzinom

Literatur

  1. Forth W, Rummel W: Eisen. Pharmakotherapie des Eisenmangels. In: Forth W, Henschler D, Rummel W (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 5. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage,1987. BI Wissenschaftsverlag, Mannheim
  2. Nelson RL: Iron and colorectal cancer risk: human studies. Nutr Rev. 2001 May;59(5):140-8.
  3. Schröder H: Störungen des Eisenstoffwechsels und Eisenpräparate zur Substitution. Pharmazeutische Zeitung 139: 9-13.1994
  4. Braunwald, Fauci, Kasper, Hauser, Longo, Jameson. Harrisons Innere Medizin 2, 15. Auflage. Dietel M, Dudenhausen J, Suttorp N (Hrsg)., Kap. 345, Seiten 2459-2462, ABW Wissenschaftsverlag, Berlin (2003)
  5. Wu T, Sempos CT, Freudenheim JL, Muti P, Smit E: Serum iron, copper and zinc concentrations and risk of cancer mortality in US adults. Ann Epidemiol. 2004 Mar;14(3):195-201.
  6. Acuna SA et al.: Cancer Mortality Among Recipients of Solid-Organ Transplantation in Ontario, Canada. JAMA Oncol. Published online January 07, 2016. doi:10.1001/jamaoncol.2015.5137
     
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