Sicheres Fliegen

Flugreisen sind weltweit eines der sichersten Verkehrsmittel. Dennoch gibt es einige essentielle Sicherheitsaspekte, die vor und während des Fluges beachtet werden sollten – sowohl aus reisemedizinischer Sicht als auch aus allgemeiner sicherheitstechnischer Perspektive.

Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Empfehlungen zusammen, die für Passagiere, Familien mit Kindern sowie Personen mit Vorerkrankungen relevant sind.

Sicherheitsstandard der Airline prüfen

Die Europäische Union führt eine offizielle Schwarze Liste („EU Air Safety List“) mit Airlines, denen aufgrund erheblicher Sicherheitsmängel der Betrieb im europäischen Luftraum untersagt ist.

Empfehlung:

  • Vor der Buchung überprüfen, ob die Airline auf dieser Liste steht.
  • Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und ist ein zuverlässiger Indikator für den technischen und organisatorischen Sicherheitsstandard einer Fluggesellschaft.

Warum wichtig?
Airlines auf der EU-Liste haben wiederholt nachweisbare Mängel in Bereichen wie Wartung, Pilotentraining oder Sicherheitsmanagement – alles Faktoren, die die Flugsicherheit beeinträchtigen können.

Sicherheit von Kindern an Bord

Kinder sind beim Fliegen besonderen Belastungen ausgesetzt: Druckschwankungen, eingeschränkter Bewegungsraum und die Notwendigkeit einer sicheren Fixierung bei Start und Landung.

Empfehlungen:

  • Rückfrage bei der Airline, ob ein zertifizierter Kindersitz (Child Restraint System, CRS) an Bord genutzt werden kann oder bereitgestellt wird.
  • Einige Airlines erlauben die Mitnahme eigener Autokindersitze (nach FAA- oder TÜV-Zertifizierung).
  • Säuglinge unter 2 Jahren sollten nicht nur auf dem Schoß mitfliegen, da dies bei Turbulenzen kein ausreichender Schutz ist.

Warum wichtig?
Ein korrekt gesicherter Sitzplatz senkt das Risiko schwerer Verletzungen bei Turbulenzen oder abrupten Manövern deutlich – ein zentraler sicherheitstechnischer Faktor.

Sitzplatzwahl: Notausgänge und Sicherheitsaspekte

Sitzplätze in der Nähe der Notausgänge bieten mehr Beinfreiheit, sind jedoch gleichzeitig an Anforderungen geknüpft.

Empfehlungen:

  • Beim Check-in gezielt Sitzplätze am Notausgang (Emergency Exit Row) wählen.
  • Beachtet werden muss: Passagiere in diesen Reihen müssen im Notfall körperlich in der Lage sein, die Türe selbstständig zu öffnen und Crew-Anweisungen zu folgen.
  • Personen mit eingeschränkter Mobilität, jüngere Kinder und Reisende mit schweren Erkrankungen sind für diese Plätze nicht zugelassen.

Warum wichtig?
Diese Sitzplätze ermöglichen eine schnellere Evakuation im Ernstfall – ein nachgewiesener Vorteil bei notfallbedingtem Zeitdruck.

Sicherheitsanweisungen der Crew befolgen

Vor jedem Start erklärt das Bordpersonal sicherheitsrelevante Abläufe.

Empfehlungen:

  • Die Sicherheitsanweisungen aufmerksam verfolgen – unabhängig davon, wie oft man bereits geflogen ist.
  • Die Standortinformationen zu Notausgängen, Schwimmwesten und Sauerstoffmasken aktiv verinnerlichen.
  • Die Sicherheitskarte in der Sitztasche studieren, da sie flugzeugtyp-spezifische Informationen enthält.

Warum wichtig?
Studien zeigen, dass ein erheblicher Anteil von Flugpassagieren die Sicherheitsdurchsage übergeht. Im Notfall verkürzen jedoch kenntnisbasierte Handlungen nachweislich die Evakuationszeit und erhöhen die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Medizinische Risiken vorab abklären

Für Menschen mit Vorerkrankungen – z. B. Herz-Lungen-Erkrankungen, Anämie (Blutarmut), Infektionskrankheiten oder kürzlichen Operationen – sollte zusätzlich eine Flugreisetauglichkeitsprüfung erfolgen.

Empfehlungen:

  • Vor der Reise Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, insbesondere bei:
    • instabilen Herz-Lungen-Erkrankungen
    • kürzlich erfolgten Operationen
    • neurologischen Erkrankungen mit Rezidivgefahr (Wiederauftreten der Erkrankung)
    • Infektionskrankheiten (Kontagiosität (Ansteckungsrisiko) beachten!)
  • Bei Dauererkrankungen: Notfallmedikation im Handgepäck mitführen.

Weitere praktische Sicherheitsmaßnahmen

  • Hydrierung sicherstellen: Ausreichend trinken, da Kabinenluft sehr trocken ist.
  • Alkoholkonsum reduzieren: Alkohol verstärkt die Dehydrierung und kann die Reaktionsfähigkeit im Notfall beeinträchtigen.
  • Sitzgurte stets geschlossen halten: Besonders bei unerwarteten Turbulenzen.
  • Mobilitätsübungen durchführen: zur Prävention einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT).

Literatur

  1. European Commission: The EU air safety list. Latest update: 3 June 2025.
  2. Federal Aviation Administration (FAA): Flying with children – Child safety.
  3. International Civil Aviation Organization (ICAO): Safety Management Manual Doc 9589.
  4. Aerospace Medical Association (AsMA): Medical Publications for Airline Travel.
  5. Civil Aviation Authority (CAA): Passenger guidance – Information for your journey.