Stuhluntersuchung

Als Stuhlgang (Defäkation) bezeichnet man das Ausscheiden von Kot (Stuhl, Exkrement, Fäzes, Faeces) aus dem menschlichen Verdauungstrakt. Der Stuhl besteht aus unverdauten Nahrungsbestandteilen, Sekreten des Verdauungstraktes (Verdauungssäfte), Darmepithelien (Darmschleimhautzellen), Gallenfarbstoffen und zu einem großen Teil aus Darmbakterien (bis zu ca. 20 % der Stuhlmasse).

Die Stuhlhäufigkeit (Stuhlfrequenz) beträgt beim Gesunden von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich. Eine Stuhlhäufigkeit von mehr als dreimal täglich wird als Diarrhoe (Durchfall) bezeichnet, bei einer Stuhlhäufigkeit von weniger als dreimal wöchentlich spricht man von einer Obstipation (Verstopfung).

Die Stuhlkonsistenz schwankt zwischen hart und weich (der Stuhl sollte geformt sein) und ist individuell sehr unterschiedlich. Dieses ist besonders von der aufgenommenen Nahrung abhängig. Der erste Teil des Stuhlgangs (Hauptstuhl) ist im Regelfall fester als der nachfolgende Stuhl, der etwa eine Minute nach der Erstentleerung kommt. Der Stuhl sollte zumindest anfangs auf dem Wasser schwimmen.

Medizinisch wünschenswert sind große Stuhlmengen, d. h. mit hohem Anteil an Ballaststoffen.

Die
Stuhlfarbe ist gelbbraun. Dieses wird hauptsächlich durch Sterkobilin (eines der Abbauprodukte des Hämoglobins/Blutfarbstoff) hervorgerufen. Die Stuhlfarbe wird des Weiteren bestimmt durch die aufgenommene Nahrung (je mehr Fleisch umso dunkler), Zufuhr von Medikamenten (z. B. schwarzer Stuhl bei Eisenpräparaten) und/oder Krankheiten des Gastrointestinaltraktes (Magen-Darm-Traktes).

Der Stuhlgeruch ist bei normaler Keimbesiedlung des Kolons (Dickdarm) als aromatisch zu bezeichnen. Er wird als übelriechend empfunden bei einer Fäulnisdyspepsie (Zunahme der Fäulnisprozesse im Dünn- u. v. a. Kolon/Dickdarm infolge mangelhafter Protein- (Eiweiß-) verdauung); als scharfer Geruch empfunden bei einer Gärungsdyspepsie (mangelhafter Abbau von Kohlenhydraten/Zucker im oberen Dünndarmbereich und eine daraus resultierende verstärkte bakterielle Gärung durch gasbildende Bakterien im Dünn- und Dickdarm). Auch der Fettstuhl (Steatorrhoe bzw. Pankreasstuhl) wird als scharf riechend empfunden.

Die
Stuhlmenge beträgt im Durchschnitt 150-250 g (als physiologisch zu betrachten sind Stuhlmengen von 100 bis 500 g), Vegetarier haben auf Grund des höheren Ballaststoffanteils der Nahrung Stuhlgewichte bis zu 350 g.
Es kommt zu einer Stuhlgewichtserhöhung bei Malabsorption (mangelhafte Aufnahme von Nahrungsinhaltstoffen), Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie; chronische Erkrankung der Dünndarmmukosa (Dünndarmschleimhaut), die auf einer Überempfindlichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten beruht) und Fettstühlen.

Pathologische (krankhafte) Stuhlbeimengungen können sein:

  • Schleim/Schleimauflagerungen – bei Reizdarmsyndrom (RDS), Enteritis (Darmentzündung)
  • Nahrungsmittelreste – bei gestörter Verdauung bzw. Enzymmangel
  • Blut – sichtbar und okkult (verborgen, unsichtbar)
  • Würmer oder Wurmeier – bei Befall mit Parasiten
  • Pus (Eiter) – bei Divertikulitis (entzündete Darmausstülpungen), progredienten (fortgeschrittenen) Tumoren, Parasitenbefall

Typische Stuhluntersuchungen (Stuhldiagnostik) sind:

  • Blut im Stuhl
  • Calprotectin im Stuhl (fäkaler Entzündungsparameter)
  • Darmkrebsvorsorge
  • Darmflora-Analyse
  • Elastase (Enzym, welches im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gebildet wird) im Stuhl
  • Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex-Test
  • Immunologischer Stuhltest
  • Lactoferrin (Entzündungsparameter) im Stuhl
  • M2-PK-Darmkrebstest
  • Stuhluntersuchung auf enteropathogene Keime, Pilze, Parasiten und Wurmeier
     
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