Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Prevo-Check® Schnelltest

Bei dem Prevo-Check® Schnelltest handelt es sich um ein Schnelltestverfahren zur Diagnostik von HPV16-bedingten Karzinomen und den entsprechenden Vorstufen, die sowohl im Mund-Rachen- als auch im Cervix-, Vagina-, Vulva-, Penis- und Analbereich (Gebärmutterhals, Scheide, äußere Genitale, Penis und Analbereich) entstehen können. Bei frühzeitiger Erkennung und Therapie ist die Überlebenschance deutlich höher.

Der Verdacht auf eine HPV16-bedingte Veränderung kann durch den qualitativen und quantitativen Nachweis von spezifischen DRH1-Antikörpern gestellt werden. Auf Grund seiner sehr hohen Sensitivität (95 %; Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Tests erkannt wird, d. h. ein positives Testresultat auftritt) und Spezifität (99,3 %; Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, im Test auch als gesund erkannt werden) wird der DRH1-Nachweis als hochspezifischer Tumormarker eingestuft [1].

Die frei im Blut zirkulierenden Antikörper sind somit ein zuverlässiger Indikator für das Vorliegen einer HPV16-bedingten Kanzerose (Krebsleiden), die nahezu ausschließlich im Mund- und Rachenraum sowie der Anogenitalregion (Körperbereich, der um den After (Anus) und die Geschlechtsorgane (Genitalien) herum liegt) auftreten. Hierbei gibt es geschlechterspezifische Unterschiede. Männer erkranken zu über 80 % im Mund- und Rachenraum und zu weniger als 20 % in der Anogenitalregion, wobei hier Analkarzinome (Analkrebs) bei homosexuellen Männern im Vordergrund stehen. Bei Frauen verhält es sich umgekehrt. Rund 93 % der Erkrankungen sind in der Anogenitalregion lokalisiert und nur 7 % im Mund- und Rachenraum [2].

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Verdacht auf Mund-und Rachenkarzinom oder anderen HPV16-bedingten Karzinomen (Anus, Penis, Vulva, Vagina, Cervix) bei symptomatischen Patienten
  • Ausschluss HPV16-bedingter analer oder genitaler Karzinome bei Vorliegen von Risikopatienten (auch der Partner)
  • Ausschluss eines Mund-Rachen-Karzinom bei Vorliegen von Risikofaktoren wie HPV-Infektion (auch der Partner)
  • Ausschluss eines Rezidivs (Wiederauftreten des Tumors) bei Patienten mit HPV16 bedingtem Karzinom − in klinischen Studien wurde neben der Erkennung eines neu aufgetretenen Rachenkarzinoms auch der Wert des DRH1-Tumormarkers zur Rezidivkontrolle untersucht. Alle Patienten, die einen therapiebedingten Abfall des Antikörpers zeigten, lebten ´Disease free´. Einzelfallbeschreibungen bestätigen diese Beobachtung auch für HPV16 bedingte Cervix- und Analkarzinome (Gebärmutterhals- und Analkrebs) [1].
  • Partnerschaftsuntersuchungen: Im Rahmen der Gebärmutterhalskrebsvorsorge werden jährlich hunderttausende von auffälligen Abstrichen diagnostiziert. Aufgrund der durch Sexualkontakt übertragbaren humanen Papillomviren (HPV) stellen sich viele Frauen die Frage, ob auch ihr Partner von der Infektion bzw. der Erkrankung betroffen sein könnte.
  • Positives Testergebnis für HPV16 DNA: HPV-DNA-Bestimmungen sind in den letzten Jahren, u. a. an der Cervix (Gebärmutterhals), immer populärer geworden. Diese Verfahren können jedoch zwischen HPV-Infektion und akuter HPV-bedingter Erkrankung nicht unterscheiden. Neueste Daten aus den USA belegen die sehr schlechte Spezifität (Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, im Test auch als gesund erkannt werden) dieser Nachweise auch für die Situation im Mund- und Rachenraum [3]. Rund 14,2 Millionen US-Bürger weisen HPVDNA im Mund- und Rachenraum auf, rund 8,4 Millionen sind HPV-High-Risk-positiv. Dieser Rate stehen 11.600 HPV-bedingte Karzinome gegenüber [4]. D. h. nur eine von 1.000 HPV-positiven Personen wird die Infektion nicht kontrollieren können und einen Tumor entwickeln.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Geimpfte Personen sind von der Untersuchung auszuschließen, weil die HPV-Impfung ebenfalls DRH1-Antikörper induziert, da die HPV-Impfstoffe HPV16 L1 Proteine verwenden.

Vor der Untersuchung

Vor der Durchführung des Prevo-Check® Schnelltests sollte eine ausführliche Anamnese erfolgen, die unter allen Umständen eine genaue Erörterung von möglichen Symptomen, Vorerkrankungen und Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum beinhalten muss. Die Indikation für die Durchführung des Verfahrens ist vom behandelnden Arzt zu stellen.

Das Verfahren

Für den DRH1-Nachweis wird nur ein Tropfen Blut benötigt, um eine HPV16-bedingte Erkrankungen im Kopf-Hals- sowie im Anogenitalbereich zu erkennen. Das Blut kann aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen entnommen werden, ferner eignet sich Serum.

Die Anwesenheit erhöhter DRH1-Antikörper weist bei nicht HPV-geimpften Personen (siehe Kontraindikation) spezifisch auf veränderte Zellen hin und ist als Indikator für Krebsvorstufen bzw. Tumoren zu werten. Dies ist insbesondere bei augenscheinlich gesunden Personen im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung von besonderer Bedeutung.

Für dieses Verfahren wird ein spezieller Antikörperklon Anti-HPV16 L1 DRH1® verwendet. Dieser Klon ist gegen ein Protein gereichtet, welches nur von Zellen gebildet wird, bei denen HPV-16 bereits in die Zellteilung aktiv eingegriffen hat. Gleichermaßen bedeutet das, dass dieser Antikörper nur dann auftritt, wenn eine subklinische HPV16-Infektion bereits in eine Krebsvorstufe oder ein Karzinom übergegangen ist.

Nach der Untersuchung

Je nach Ergebnis des Verfahrens und klinischer Symptomatik müssen weitere diagnostische Methoden zur Sicherung eines HPV16-bedingten Karzinoms bzw. der entsprechenden Vorstufen erfolgen.

Da Männer in über 80 % der Fälle Erkrankungen im Mund- und Rachenraum aufweisen, ist eine Vorstellung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt empfohlen.
In weniger als 20 % ist bei Männern die Anogenitalregion betroffen, wobei hier Analkarzinome bei homosexuellen Männern im Vordergrund stehen.

Bei Frauen sind über 90 % der Erkrankungen in der Anogenitalregion lokalisiert und nur 7 % im Mund- und Rachenraum [2]. Daher ist zunächst eine Vorstellung beim Frauenarzt empfohlen.

Literatur

  1. Weiland T, Eckert A, Tomazic PV et al.: DRH1 – a novel blood-based HPV tumour marker. Lancet – EBioMedicine 2020;56 102804 doi:https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2020.102804
  2. Hartwig S, Syrjänen S, Dominiak-Felden G et al.: Estimation of the epidemiological burden of human papillomavirus-related cancers and non-malignant diseases in men in Europe: a review. BMC Cancer 2012; 12: 30
  3. Sonawane K, Suk R, Chiao EY et al.: Oral Human Papillomavirus Infection: Differences in Prevalence Between Sexes and Concordance With Genital Human Papillomavirus Infection, NHANES 2011 to 2014. Ann Intern Med 2017 Nov 21;167(10):714-724. doi: 10.7326/M17-1363. Epub 2017 Oct 17.
  4. CDC: How Many Cancers Are Linked with HPV Each Year? Released June 2019 https://www.cdc.gov/cancer/hpv/statistics/cases.htm (letzter Zugriff: 30.06.2020)
     
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