Zwölffingerdarmentzündung (Duodenitis) – Labordiagnostik

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

Es gibt keine obligaten Laboruntersuchungen zur Diagnosesicherung einer Duodenitis (Zwölffingerdarmentzündung). Die Diagnose beruht auf der Ösophagogastroduodenoskopie mit histopathologischer Untersuchung repräsentativer Duodenalbiopsien. Normale Laborbefunde schließen eine Duodenitis nicht aus. Bei unkompliziertem Verlauf ohne Hinweise auf Blutung, Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme), Infektion oder systemische Entzündung ist kein allgemeines Basislabor erforderlich.

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Basislabor bei ausgeprägten Beschwerden, protrahiertem Verlauf oder Komplikationsverdacht:
    • Kleines Blutbild – bei Verdacht auf akute oder chronische gastrointestinale Blutung (Blutung im Magen-Darm-Trakt), Infektion oder systemische Entzündungsreaktion; Hämoglobin und Hämatokrit [↓] bei Blutverlust, wobei die Werte zu Beginn einer akuten Blutung noch normal sein können [LL5]
    • Differentialblutbild – bei Fieber, chronischer Diarrhoe (Durchfall), Immunsuppression (Unterdrückung der Immunabwehr) oder Verdacht auf eine eosinophile oder parasitäre Genese; Leukozyten [↑] bei entzündlicher oder infektiöser Begleiterkrankung, absolute Eosinophilenzahl [↑] bei eosinophiler oder parasitärer Genese
    • C-reaktives Protein (CRP), ggf. Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) – bei Verdacht auf ausgeprägte Entzündung, Infektion oder chronisch-entzündliche Darmerkrankung
    • Elektrolyte – Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphat – bei Erbrechen, Diarrhoe, reduzierter oraler Zufuhr, Dehydratation (Austrocknung) oder Malabsorption
    • Nüchternglucose – bei rezidivierendem Erbrechen, schwerem Allgemeinzustand oder Verdacht auf eine metabolische Entgleisung (Stoffwechselentgleisung)
    • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin mit Berechnung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), ggf. Cystatin C oder Kreatinin-Clearance – bei Dehydratation, gastrointestinaler Blutung, hämodynamischer Beeinträchtigung (Kreislaufbeeinträchtigung) oder vor kontrastmittelgestützter Diagnostik; Harnstoff [↑] bei oberer gastrointestinaler Blutung oder prärenaler Nierenfunktionsstörung (Nierenfunktionsstörung durch verminderte Nierendurchblutung) möglich
    • Leberparameter – ALT (GPT), AST (GOT), GLDH, γ-GT, alkalische Phosphatase (AP), Bilirubin – bei rechtsseitigen Oberbauchschmerzen, Fieber, Ikterus (Gelbsucht) oder Verdacht auf eine hepatobiliäre oder periampulläre Erkrankung
    • Pankreasparameter – Lipase, ggf. Amylase – bei akutem, ggf. in den Rücken ausstrahlendem Oberbauchschmerz oder Erbrechen; Elastase im Stuhl bei chronischer Diarrhoe, Steatorrhoe (Fettstuhl), Gewichtsverlust oder Verdacht auf exokrine Pankreasinsuffizienz (unzureichende Bildung von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse)
    • Albumin und Gesamteiweiß – bei Gewichtsverlust, Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen), chronischer Diarrhoe, Malabsorption oder Verdacht auf intestinalen Proteinverlust; Albumin [↓] bei ausgeprägtem Proteinverlust oder schwerer systemischer Entzündung
    • Gerinnungsparameter – partielle Thromboplastinzeit (PTT), Quick/International Normalized Ratio (INR), Thrombozytenzahl – bei manifester Blutung, Leberfunktionsstörung, Antikoagulation oder vor einem interventionellen Eingriff [LL5]
    • Venöse oder arterielle Blutgasanalyse einschließlich Lactat – bei hämodynamischer Instabilität (Kreislaufinstabilität), schwerer Dehydratation, Sepsisverdacht oder Verdacht auf intestinale Ischämie (Minderdurchblutung des Darms); Lactat [↑] bei relevanter Gewebehypoperfusion [LL5]
    • Blutgruppe, Antikörpersuchtest und ggf. Kreuzprobe – bei klinisch relevanter oberer gastrointestinaler Blutung oder absehbarem Transfusionsbedarf [LL5]
  • Diagnostik einer Helicobacter-pylori-Infektion:
    • 13C-Harnstoff-Atemtest oder monoklonaler Helicobacter-pylori-Stuhlantigentest – bei ätiologisch ungeklärter peptischer, erosiver oder ulzeröser Duodenitis, sofern keine primäre Endoskopie mit biopsiebasierter Diagnostik erforderlich ist [1, LL1]
    • Histologie und Urease-Schnelltest aus Magenbiopsien – bei durchgeführter Ösophagogastroduodenoskopie; die Probenentnahme muss aus dem Magen und nicht ausschließlich aus dem Duodenum erfolgen [LL1]
    • Kultureller oder molekularbiologischer Erregernachweis mit Resistenztestung – bei wiederholtem Eradikationsversagen, nach mehrfacher Antibiotikaexposition oder vor einer resistenzgeleiteten Therapie [LL1]
    • Eradikationskontrolle mittels 13C-Harnstoff-Atemtest oder monoklonalem Stuhlantigentest – frühestens 4 Wochen nach Abschluss der Eradikationstherapie und nach mindestens 2-wöchiger Pause eines Protonenpumpeninhibitors oder kaliumkompetitiven Säureblockers [LL1]
    • Wiederholung eines zunächst negativen Helicobacter-pylori-Tests – bei fortbestehendem klinischen Verdacht, insbesondere nach akuter gastrointestinaler Blutung oder wenn die Erstuntersuchung unter säuresuppressiver oder antibiotischer Therapie erfolgte [LL1, LL5]
    • Helicobacter-pylori-Serologie – nur in begründeten Sonderfällen bei eingeschränkter Aussagekraft direkter oder nichtinvasiver Aktivitätstests; nicht zur Eradikationskontrolle geeignet [LL1]
    • Cave: Antibiotika und Bismutpräparate sollen mindestens 4 Wochen, Protonenpumpeninhibitoren oder kaliumkompetitive Säureblocker mindestens 2 Wochen vor einem nichtinvasiven Helicobacter-pylori-Test pausiert werden, sofern dies klinisch vertretbar ist [LL1]
  • Diagnostik einer Zöliakie (glutenbedingte Dünndarmerkrankung):
    • IgA-Antikörper gegen Gewebetransglutaminase 2 und Gesamt-IgA – serologische Erstdiagnostik bei Duodenitis mit chronischer Diarrhoe, Gewichtsverlust, Eisenmangel, Osteopenie (verminderte Knochendichte), Dermatitis herpetiformis (chronisch juckende Hauterkrankung bei Zöliakie), positiver Familienanamnese oder histopathologischem Nachweis einer Zottenatrophie (Rückbildung der Dünndarmzotten); die Untersuchung muss unter glutenhaltiger Ernährung erfolgen [LL2]
    • IgG-Antikörper gegen Gewebetransglutaminase 2 oder gegen deamidierte Gliadinpeptide – bei selektivem IgA-Mangel oder deutlich vermindertem Gesamt-IgA [LL2]
    • IgA-Endomysium-Antikörper – bei grenzwertigen, diskrepanten oder anderweitig unklaren Befunden; eine routinemäßige zusätzliche Bestimmung ist nicht erforderlich [LL2]
    • HLA-DQ2/DQ8-Typisierung – bei bereits begonnener glutenfreier Ernährung, serologisch-histopathologischer Diskrepanz, Verdacht auf seronegative Zöliakie oder unklarer Vordiagnose; ein negativer Befund macht eine Zöliakie sehr unwahrscheinlich, ein positiver Befund bestätigt sie nicht [LL2]
    • Bei Erwachsenen unter 45 Jahren kann bei IgA-Antikörpern gegen Gewebetransglutaminase 2 ≥ 10-fach oberhalb der oberen Normgrenze und Bestätigung in einer zweiten Blutprobe unter definierten Voraussetzungen eine Diagnose ohne Duodenalbiopsie erwogen werden. Bei Alarmzeichen, diagnostischer Diskrepanz oder notwendiger ätiologischer Abklärung der Duodenitis bleibt die histopathologische Untersuchung erforderlich [LL2]
    • Cave: Eine bereits begonnene glutenfreie Ernährung kann zu falsch negativen Antikörperbefunden führen [LL2]
  • Abklärung einer Malabsorption oder chronischen Blutung:
    • Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung, Eisen und Retikulozyten – bei Anämie (Blutarmut), chronischer Blutung, Gewichtsverlust oder Verdacht auf Eisenmangel; Ferritin [↓] und Transferrinsättigung [↓] bei absolutem Eisenmangel
    • Vitamin B12 und Folsäure – bei makrozytärer Anämie, Glossitis (Zungenentzündung), neurologischen Beschwerden oder ausgedehnter Dünndarmerkrankung
    • 25-Hydroxyvitamin D, ggf. Vitamin A, Vitamin E und Vitamin K – bei länger bestehender Malabsorption, Osteopenie, Gerinnungsstörung oder ausgeprägtem Gewichtsverlust
    • Zink, Kupfer und Selen – bei schwerer oder lang anhaltender Malabsorption, Mangelernährung, Wundheilungsstörung oder neurologischer Symptomatik
  • Abklärung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED):
    • Calprotectin im Stuhl – bei chronischer Diarrhoe, Gewichtsverlust, Anämie oder Verdacht auf Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung); Calprotectin [↑] unterstützt den Verdacht auf intestinale Entzündung, ist jedoch nicht krankheitsspezifisch [LL3]
    • Ein normaler Calprotectinwert schließt einen isolierten gastroduodenalen oder proximalen Dünndarmbefall durch Morbus Crohn nicht sicher aus [LL3]
    • Stuhldiagnostik auf enteropathogene Erreger – vor Einleitung einer immunsuppressiven Therapie oder bei akuter Verschlechterung einer vermuteten chronisch-entzündlichen Darmerkrankung [LL3, LL4]
    • Antikörper gegen Saccharomyces cerevisiae und perinukleäre antineutrophile zytoplasmatische Antikörper – nicht zur routinemäßigen Diagnose oder zum Ausschluss eines Morbus Crohn empfohlen [LL3]
  • Infektiologische Diagnostik:
    • Stuhlantigen- oder Polymerase-Kettenreaktions(PCR)-Nachweis auf Giardia duodenalis und Cryptosporidium spp. – bei persistierender wässriger Diarrhoe, Gewichtsverlust, Reiseanamnese, Exposition gegenüber kontaminiertem Wasser oder Immunsuppression [LL4]
    • Mikroskopische Untersuchung mehrerer Stuhlproben auf Parasiten und Wurmeier – bei entsprechender Reise-, Migrations- oder Expositionsanamnese sowie bei Eosinophilie [LL4]
    • Multiplex-PCR oder gezielte Stuhlkultur auf enteropathogene Bakterien – bei Diarrhoe mit Fieber, Blut- oder Schleimbeimengung, ausgeprägten abdominalen Schmerzen, Immunsuppression oder Sepsiszeichen [LL4]
    • Clostridioides-difficile-Toxin oder Toxingen-Nachweis – bei Diarrhoe nach Antibiotikatherapie, Krankenhausaufenthalt, Immunsuppression oder rezidivierender Diarrhoe [LL4]
    • Blutkulturen – bei Fieber mit Sepsiszeichen, systemischer Infektion, schwerer Immunsuppression oder Verdacht auf enterisches Fieber [LL4]
    • Quantitative Cytomegalievirus(CMV)-PCR im Blut sowie CMV-PCR oder Immunhistochemie aus Duodenalbiopsien – bei schwerer Immunsuppression und Verdacht auf CMV-Duodenitis (Zwölffingerdarmentzündung durch das Zytomegalievirus); eine negative Blut-PCR schließt eine lokalisierte gastrointestinale CMV-Infektion nicht sicher aus
    • Herpes-simplex-Virus(HSV)-PCR aus Biopsiematerial – bei Immunsuppression und histopathologischem oder endoskopischem Verdacht auf HSV-Duodenitis (Zwölffingerdarmentzündung durch das Herpes-simplex-Virus)
    • Humanes-Immundefizienzvirus(HIV)-1/2-Antigen-Antikörper-Kombinationstest – bei ungeklärter opportunistischer Infektion, chronischer Diarrhoe, Gewichtsverlust oder bisher unbekanntem Immunstatus
    • PCR auf Tropheryma whipplei aus Duodenalbiopsien – bei chronischer Diarrhoe, Gewichtsverlust, Arthralgien (Gelenkschmerzen), Lymphadenopathie (Lymphknotenvergrößerung) oder histopathologischem Verdacht auf Morbus Whipple (seltene bakterielle Systemerkrankung mit Dünndarmbeteiligung); ein alleiniger Nachweis aus Speichel oder Stuhl beweist keine Erkrankung [LL4]
  • Abklärung einer eosinophilen Duodenitis (Zwölffingerdarmentzündung mit vermehrten eosinophilen Entzündungszellen):
    • Differentialblutbild mit absoluter Eosinophilenzahl – bei atopischer Anamnese, rezidivierendem Erbrechen, chronischer Diarrhoe, Gewichtsverlust oder histopathologisch vermehrten eosinophilen Granulozyten; eine normale periphere Eosinophilenzahl schließt eine eosinophile Duodenitis nicht aus [LL6]
    • Gesamt-IgE – bei Verdacht auf eine eosinophile gastrointestinale Erkrankung als ergänzender, nicht diagnostischer Befund [LL6]
    • Parasitologische Stuhldiagnostik und bei entsprechender Exposition gezielte Serologie, insbesondere auf Strongyloides stercoralis – zum Ausschluss einer sekundären Eosinophilie vor einer immunsuppressiven Therapie
    • Allergenspezifisches IgE oder Hauttestung – ausschließlich anamnesegesteuert; breit angelegte Nahrungsmittelallergie-Panels ohne klinischen Verdacht sind nicht indiziert
    • Die Diagnose erfordert gastrointestinale Beschwerden, den histopathologischen Nachweis einer eosinophilen Entzündung des Duodenums und den Ausschluss sekundärer Ursachen [LL6]
  • Abklärung einer Immundefizienz (Abwehrschwäche):
    • Immunglobulin G, Immunglobulin A und Immunglobulin M – bei rezidivierenden Infektionen, chronischer Giardia-Infektion, persistierender Diarrhoe, Zottenatrophie oder Verdacht auf variables Immundefektsyndrom (Erkrankung mit verminderter Immunabwehr)
    • Lymphozytensubpopulationen – bei nachgewiesener Hypogammaglobulinämie (Mangel an bestimmten Abwehrstoffen im Blut), opportunistischen Infektionen oder klinischem Verdacht auf einen zellulären Immundefekt
  • Abklärung einer Säurehypersekretion oder eines Gastrinoms (gastrinbildender Tumor):
    • Nüchtern-Gastrin im Serum zusammen mit dem intragastralen pH-Wert – bei multiplen, rezidivierenden, therapierefraktären oder distal gelegenen peptischen Läsionen, begleitender Diarrhoe sowie bei fehlendem Nachweis von Helicobacter pylori und fehlender Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika
    • Sekretin-Stimulationstest – bei klinisch begründetem Verdacht und nicht eindeutigem Nüchtern-Gastrin
    • Calcium und Parathormon – bei Verdacht auf multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (erbliche Tumorerkrankung mehrerer hormonbildender Organe); Calcium [↑] kann auf einen primären Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) hinweisen
    • Prolactin – bei klinischem oder familiärem Verdacht auf multiple endokrine Neoplasie Typ 1
    • Cave: Protonenpumpeninhibitoren können das Nüchtern-Gastrin deutlich erhöhen. Ein Absetzen darf bei Verdacht auf ein Gastrinom wegen des Risikos einer schweren Säurehypersekretion nur kontrolliert und unter fachärztlicher Überwachung erfolgen.
  • Nicht routinemäßig indizierte Untersuchungen:
    • Tumormarker – keine diagnostische Bedeutung bei unkomplizierter Duodenitis
    • Helicobacter-pylori-Serologie zur Eradikationskontrolle – wegen länger persistierender Antikörper nicht geeignet [LL1]
    • Breite Autoantikörper-Panels – ohne klinischen oder histopathologischen Verdacht auf eine definierte Autoimmunerkrankung nicht indiziert
    • Nahrungsmittelspezifische IgG- oder IgG4-Tests – keine validchbeschwerden; erhöhte Werte sind insbesondere unter Protonenpumpeninhibitoren unspezifisch

Red Flags (Warnzeichen) bei Duodenitis

  • Akute oder fortgesetzte gastrointestinale Blutung: Hämoglobin oder Hämatokrit [↓], Harnstoff [↑], Gerinnungsstörung oder fortlaufender Transfusionsbedarf; ein initial normaler Hämoglobinwert schließt eine schwere akute Blutung nicht aus [LL5]
  • Hämodynamische Beeinträchtigung: Lactat [↑], metabolische Azidose (stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes), Kreatinin [↑] oder rascher Abfall der eGFR als Hinweise auf Hypoperfusion (Minderdurchblutung), Dehydratation oder Schock (lebensbedrohliches Kreislaufversagen) [LL5]
  • Schwere Infektion oder Sepsis (lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion): ausgeprägte Leukozytose oder Leukopenie, CRP oder Procalcitonin [↑], Thrombozyten [↓] oder laborchemische Organdysfunktion (Funktionsstörung eines Organs)
  • Verdacht auf Perforation (Durchbruch) oder intestinale Ischämie: Lactat [↑], metabolische Azidose, Leukozytose und zunehmende Entzündungsparameter bei akutem Abdomen (plötzlich auftretendem schweren Bauchzustand); unverzügliche bildgebende und chirurgische Abklärung erforderlich
  • Akute Pankreasbeteiligung (akute Beteiligung der Bauchspeicheldrüse): Lipase [↑], insbesondere auf mehr als das Dreifache der oberen Normgrenze, bei typischem Oberbauchschmerz
  • Hepatobiliäre oder periampulläre Komplikation (Komplikation im Bereich von Leber, Gallenwegen oder Gallengangsmündung): Bilirubin, AP und γ-GT [↑], insbesondere in Verbindung mit Fieber, Ikterus oder rechtsseitigem Oberbauchschmerz
  • Schwere Malabsorption oder intestinaler Proteinverlust (Eiweißverlust über den Darm): Albumin [↓], Gesamteiweiß [↓], relevante Elektrolytstörungen, Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel) oder multiple Vitamin- und Spurenelementmängel
  • Immunsuppression mit opportunistischer Infektion (Infektion bei geschwächter Immunabwehr): positiver CMV-, HSV- oder anderer Erregernachweis oder ausgeprägte Immundefizienz bei Fieber, Blutung, Gewichtsverlust oder therapieresistenter Duodenitis

Abkürzungsverzeichnis

  • ALT: Alanin-Aminotransferase
  • AP: Alkalische Phosphatase
  • AST: Aspartat-Aminotransferase
  • BSG: Blutsenkungsgeschwindigkeit
  • CED: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung
  • CMV: Cytomegalievirus
  • CRP: C-reaktives Protein
  • eGFR: Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate
  • GLDH: Glutamatdehydrogenase
  • GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
  • GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase
  • HIV: Humanes Immundefizienzvirus
  • HLA: Human-Leukocyte-Antigen
  • HSV: Herpes-simplex-Virus
  • IgA: Immunglobulin A
  • IgE: Immunglobulin E
  • IgG: Immunglobulin G
  • IgM: Immunglobulin M
  • INR: International Normalized Ratio
  • LL: Leitlinie
  • PCR: Polymerase-Kettenreaktion
  • PTT: Partielle Thromboplastinzeit
  • γ-GT: Gamma-Glutamyltransferase

Literatur

  1. Malfertheiner P et al.: Helicobacter pylori infection. Nat Rev Dis Primers. 2023;9(1):19. doi: 10.1038/s41572-023-00431-8.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. (AWMF-Registernummer: 021-001), Juli 2022. Langfassung. 
  2. Al-Toma A et al.: European Society for the Study of Coeliac Disease 2025 Updated Guidelines on the Diagnosis and Management of Coeliac Disease in Adults. Part 1. Diagnostic Approach. United European Gastroenterol J. 2025;13(10):1855-1886. doi: 10.1002/ueg2.70119. 
  3. S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn. (AWMF-Registernummer: 021-004), August 2024. Langfassung. 
  4. S2k-Leitlinie: Gastrointestinale Infektionen, Version 2.0. (AWMF-Registernummer: 021-024), November 2023. Langfassung. 
  5. S2k-Leitlinie: Gastrointestinale Blutung, Version 2.0. (AWMF-Registernummer: 021-028), Dezember 2025. Langfassung.
  6. Dellon ES et al.: International Consensus Recommendations for Eosinophilic Gastrointestinal Disease Nomenclature. Clin Gastroenterol Hepatol. 2022;20(11):2474-2484.e3. doi: 10.1016/j.cgh.2022.02.017.