Lipödem – Labordiagnostik

Das Lipödem ist eine rein klinische Diagnose, und jede Laboruntersuchung dient ausschließlich dem Ausschluss anderer Ursachen von Ödemen (Wassereinlagerungen), nicht der Bestätigung des Lipödems (Fettverteilungsstörung).

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Nierenparameter – Kreatinin, ggf. Cystatin C
    • bei Verdacht auf renale Genese (die Nieren betreffend) von Ödemen (Wassereinlagerungen)
  • Albumin
    • bei Verdacht auf Hypoproteinämie (Eiweißmangel im Blut) (z. B. nephrotisches Syndrom, Lebererkrankung)
  • Schilddrüsenparameter – TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
    • bei Verdacht auf Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) (Myxödem)
  • Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein)
    • bei Verdacht auf entzündliche Genese (Entstehung durch Entzündung) (z. B. Erysipel, Phlebitis)
  • Nüchternglucose
    • bei Verdacht auf metabolisches Syndrom (Stoffwechselstörung) (Adipositas (starkes Übergewicht)) als relevante Komorbidität (Begleiterkrankung)

Red Flags (Warnzeichen) bei Lipödem (Fettverteilungsstörung)

  • Rasche Größenzunahme von Extremitäten (Arme oder Beine) – Verdacht auf sekundäres Lymphödem (Abflussstörung der Lymphe) oder Tumor (Geschwulst); ggf. weiterführende Bildgebung erforderlich
  • Deutlich asymmetrische Ausprägung der Schwellung – atypisch für Lipödem; Differenzialdiagnosen (andere mögliche Ursachen): tiefe Beinvenenthrombose (Blutgerinnsel in einer tiefen Vene) oder Lymphabflussstörung; Abklärung mittels Duplexsonographie (Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße) und ggf. D-Dimere
  • Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein) [↑] – spricht gegen ein isoliertes Lipödem; Verdacht auf Infektion (z. B. Erysipel (Wundrose), Phlebitis (Venenentzündung))
  • Albumin [↓] – Hinweis auf Hypoproteinämie (Eiweißmangel im Blut); differenzialdiagnostisch Eiweißmangelödem (Schwellung aufgrund von Eiweißmangel) (z. B. bei Leberzirrhose (fortgeschrittene Leberschädigung), nephrotischem Syndrom (Eiweißverlust über die Niere))
  • Kreatinin oder Cystatin C [↑] – Hinweis auf Nierenfunktionsstörung (Funktionsstörung der Niere) mit renalen Ödemen (Wassereinlagerungen durch Nierenerkrankung)
  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) [↑]/[↓] – Hinweis auf Schilddrüsenfunktionsstörung (Störung der Schilddrüsenfunktion) als Ursache von Myxödemen (Schwellungen durch Unterfunktion der Schilddrüse)
  • Nüchternglucose [↑] – Hinweis auf Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)/metabolisches Syndrom (Stoffwechselstörung); nicht typisch für Lipödem, aber relevant für die Gesamttherapie