Thrombosediagnostik

Die Thrombose bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Gefäßes oder einer Herzhöhle. Dieser Verschluss erfolgt durch ein Thrombus (Blutgerinnsel).

 

Das gefährlichste an der Thrombose ist die Gefahr der Loslösung des Thrombus von der Gefäßwand, was als Embolie bezeichnet wird. Auf diese Weise kann das Blutgerinnsel zur Lunge (Lungenembolie), zum Herz (Myokardinfarkt/Herzinfarkt) oder gar zum Gehirn (Apoplex/Schlaganfall) weiterwandern und dort lebenswichtige Gefäße verstopfen.

Diagnostik

Mittels der Labordiagnostik können u. a. eventuelle Genmutationen, die bei erhöhter Thromboseneigung (Thrombophilie) häufig vorliegen, nachgewiesen werden:

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Faktor-V-Leiden-Mutation sogenannte APC-Resistenz (APC-Genotypisierung) (sehr häufig)
  • Faktor-II-Mutation (Prothrombinmutation) (sehr häufig)
  • Hyperhomocysteinämie (sehr häufig)
  • Antithrombin-III-Mangel (häufig) [Hemmung der Fibrinbildung; Mangel führt somit zum erhöhten Thromboserisiko]
  • Protein-C-Mangel (häufig) [Hemmung der Fibrinbildung]
  • Protein-S-Mangel (häufig) [Hemmung der Fibrinbildung]
  • Faktor VIII-Erhöhung (antihämophiles Globulin A) (häufig) [Faktoren begünstigen die Fibrinbildung; die Erhöhung führt somit zum erhöhten Thromboserisiko]
  • Thrombozyten
  • Dysfibrinogenämie (selten) – Fibrinogen

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung etc. – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Phospholipid-Antikörper:
    • Auto-Ak gegen Cardiolipin/Cardiolipin-Antikörper – assoziiert mit venösen bzw. arteriellen Gefäßverschlüssen (Antiphospholipid-Syndrom, (APS))
    • Lupus-Antikogulans 
  • PAI (Plasma-Aktivator-Inhibitor)

Anhand der Laborergebnisse kann eindeutig festgestellt werden, ob Sie eine der Genmutationen aufweisen und somit einer erhöhten Thrombosegefahr ausgesetzt sind.

Indikationen für eine Thrombophiliediagnostik

  • Ungeklärte Thromboembolien in der Familie 
  • Idiopathische Thromboembolie (unbekannter Ursache) bei jungen Patienten
  • Rezidivierende (wiederkehrende) Thromboembolien
  • Rezidivierende Thromboembolien unter suffizienter Antikoagulation (ausreichende Maßnahmen der Blutgerinnung)
  • Verdacht auf Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom (APS)

Ihr Nutzen

Wenn Sie Ihr individuelles Thromboserisiko kennen, können Sie optimal vorsorgen und so bewusst Ihr Risiko für eine Lungenembolie, einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und einen Apoplex (Schlaganfall) erheblich reduzieren.

Ihre rechtzeitige Vorsorge kann somit lebenswichtig sein.


     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag