Individuelle Gesundheitsberatung vor Eintritt einer Schwangerschaft
Präkonzeptionelle Beratung

Eine individuelle Gesundheitsberatung vor Eintritt einer Schwangerschaft (Synonym: präkonzeptionelle Beratung) inkl. Lebensstilberatung hilft, Risiken für Mutter und Kind zu vermeiden.

Über folgende Themen sollte eine Aufklärung bzw. Beratung erfolgen:

  • Präkonzeptionelle Verbesserung der Ernährung: Aufklärung über Risiken von Unter- bzw. Übergewicht [1]; Vermittlung der Patientin an ein ärztlich geleitetes Programm für Unter- bzw. Übergewichtige.
  • Beratung zu Suchtmitteln: Dieses muss unabhängig von der sozialen Position der Schwangeren erfolgen. Aufklärung über die Risiken von:
    • Alkohol: Gefahr des fetalen Alkoholsyndroms (FAS; Synonym: Alkoholembryopathie, AE), d. h. die vorgeburtlich entstandene Schädigung eines Kindes durch von der schwangeren Mutter aufgenommenen Alkohol
    • Tabak (Rauchen): u. a. fetale Retardierung (kindliche Wachstumsverzögerung), niedriges Geburtsgewicht, Totgeburt
    Bei Suchtmittelmissbrauch Motivation der Schwangeren zur Verhaltensänderung. Siehe dazu auch unter www.rauchfrei-info.de und www.schwanger-null-promille.de
  • Folsäure-Supplementierung (Folsäureeinnahme; 400 µg pro Tag): Risikosenkung für Neuralrohrdefekte (z. B. Spina bifida aperta/Fehlbildung im Bereich der Wirbelsäule) [2]; des Weiteren protektive Effekte für die kindliche Entwicklung
  • Beratung und Aktualisierung des Impfstatus: unter Berücksichtigung von Diphtherie, Hepatitis B (Form der Leberentzündung), Influenza (Grippe), Masern, Mumps, Röteln, Tetanus (Wundstarrkrampf), Varizellen (Windpocken); präkonzeptionelle Impfung, ggf. Durchimpfung des Umfelds [3]
  • Berücksichtigung von psychosozialen Risiken: Erkennen gefährdeter Frauen (Ansprechen der familiären und partnerschaftlichen Lebenssituation). Soweit erforderlich Weiterleitung an Familienberatungsstellen und pro familia. Nutzung des bundesweiten Hilfetelefons (08000116016).
  • Beratung zu chronischen Erkrankungen inkl. Dauermedikation: insbesondere ältere Schwangere bedürfen der Beratung, ggf. auch der internistischen Abklärung bzw. genetischen Beratung. Bezüglich der Beratung und Umstellung von Medikamenten [4]: siehe dazu unter www.embryotox.de  (Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie. Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum. Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin)

Literatur

  1. Han Z, Mulla S, Beyene J, Liao G, McDonald SD, Knowledge Synthesis Group: Maternal underweight and the risk of preterm birth and low birth weight: a systematic review and meta-analyses. Int J Epidemiol 2011 40:65-101. doi: 10.1093/ije/dyq195.
  2. Lumley J, Watson L, Watson M, Bower C: Periconceptional supplementation with folate and/or multivitamins for preventing neural tube defects. Cochrane Database Syst Rev 2001; 3:CD001056 
  3. Coonrod DV, Jack BW, Boggess KA, Long R, Conry JA, Cox SN, Cefalo R, Hunter KD, Pizzica A, Dunlop AL: The clinical content of preconception care: immunizations as part of preconception care. Am J Obstet Gynecol 2008; 199(6 Suppl 2):S290–S295. doi:10.1016/j.ajog.2008.08.061
  4. Steel A, Lucke J, Adams J: The prevalence and nature of the use of preconception services by women with chronic health conditions: an integrative review. BMC Womens Health 2015; 15:14. doi:10.1186/s12905-015-0165-6
     
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