Scenar-Therapie

Bei der Scenar-Therapie (Synonym: Self Controlled Energo Neuro Adaptive Regulation Therapie) handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren der komplementären Medizin, welches auf der Beeinflussung des menschlichen Organismus mittels individuell dosierter Impulsgabe basiert. Als Folge diese Impulsfreisetzung soll eine körpereigene Antwort in Form von Nervenreaktion erfolgen. Die Entwicklung der Scenar-Therapie ist im Rahmen des russischen Raumfahrtprogramms erfolgt und sollte den Kosmonauten eine medizinische Behandlung auch in Abwesenheit medizinischer Betreuung ermöglichen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Behandlungen des zentralen und peripheren Nervensystems − bei einer vorliegenden Neuralgie (Schmerzen, die sich im Versorgungsgebiet eines Nervs befinden und durch eine Irritation oder einen krankhaften Prozess des jeweiligen Nervs ausgelöst werden). Auch beim Auftreten des Phantomschmerzes, der eine Missempfindung beim Fehlen von Gliedmaßen beschreibt, ist die Scenar-Therapie einzusetzen.
  • Behandlungen des Bewegungsapparates − liegen Verletzungen oder degenerative Veränderungen des Gelenkknorpels vor, so stellt die Scenar-Therapie eine Behandlungsoption dar. Auch Schmerzen im Bereich der knöchernen Gelenkflächen oder der Bänder und Muskeln lassen sich mit der Scenar-Therapie behandeln.
  • Behandlungen der Atemwege − bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege wie der chronischen Bronchitis oder dem Asthma bronchiale besteht die Option der Behandlung mit der Scenar-Therapie. Auch die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zählt zu den Indikationen der Scenar-Therapie.
  • Behandlungen des Verdauungstraktes − die Symptome bzw. Beschwerden des Verdauungstraktes sind nicht immer eindeutig einer Erkrankung zuzuweisen. Dennoch lässt sich durch den Einsatz der Scenar-Therapie eine Symptomlinderung in vielen Fällen erzielen.
  • Behandlungen des Urogenitaltraktes − liegt ein Reizblasensyndrom (Synonyme: funktionelle Miktionsstörung, Blasenentleerungsstörung) vor, so kann die Scenar-Therapie als Behandlungsmaßnahme erfolgreich eingesetzt werden.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Relative Kontraindikationen

  • Behandlung von Tumorerkrankungen − sollte bei einem Patienten eine Tumorerkrankung vorliegen, so ist diese primär mit schulmedizinischen Verfahren zu behandeln.
  • Behandlung der tiefen Beinvenenthrombose (TVT) − auf Grund des Risikos einer Lungenembolie sollte auf die alleinige Behandlung mit der Scenar-Therapie verzichtet werden.
  • Behandlung von Schwangeren − da ein Einfluss der Behandlung auf das ungeborene Kind nicht ausgeschlossen werden kann, ist von einer Behandlung einer Schwangeren abzusehen.
  • Behandlung von psychischen Erkrankungen − liegt eine psychische Erkrankung vor, so kann der Effekt der Scenar-Therapie nicht gewährleistet werden.

Absolute Kontraindikationen

  • Schrittmacher und Defibrillatoren −  Herzschrittmacher und Defibrillatoren können durch die elektrischen Impulse gestört werden, sodass die Funktion der Geräte nicht sicherzustellen ist.

Vor der Therapie

Vor der Anwendung der Scenar-Therapie sollten eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung erfolgen. Unspezifische Symptome wie Fieber oder Nachtschweiß sind vor Therapiebeginn abzuklären, da diese gegebenenfalls eine Tumorerkrankung als Ursache haben.

Das Verfahren

Die Scenar-Therapie basiert auf dem Prinzip des kontinuierlichen Biofeedbacks, sodass pathologische (krankhafte) Prozesse durch die Stimulation des Scenars bekämpft werden können. Die Scenar-Therapie stellt somit ein Verfahren dar, welches auf Basis der Selbstregulation zur Heilung und Linderung vieler Erkrankungen und Symptomen eingesetzt werden kann. Anhand von Veränderungen des Hautwiderstandes lässt sich auf pathologische Prozesse im Körper schließen. Über die Verbindung des Hautwiderstandes zum inneren Milieu kann Einfluss sowohl auf das vegetative Nervensystem genommen werden als auch über die Stimulation körpereigener Regulationsvorgänge eine Stärkung des Immunsystems erreicht werden.

Bisher war es jedoch nicht möglich, den Mechanismus der Beeinflussung des Körpers durch die Scenar-Therapie basierend auf physikalischen Gesetzen zu erklären. Als Erklärungsansatz für die energetischen Phänomene und die Erfolge der Behandlung wird unter anderem die vermehrte Freisetzung von Neuropeptiden im Rahmen der Scenar-Therapie angesehen. Insbesondere Studien aus Russland deuten darauf hin, dass durch die Scenar-Therapie entlang der Nerven und in diversen Hirnregionen mehr als 2.000 verschiedene Neuropeptide ausgeschüttet werden können. Zusätzlich zur Ausschüttung der Neuropeptide erfolgt parallel eine Stimulation und Aktivierung unterschiedlicher Hirnareale.

In der Beurteilung der Resultate der Behandlung mit der Scenar-Therapie geben Patienten überdies an, dass der Tonus (Spannungszustand) der Muskeln abnimmt, sodass sich Verspannungszustände lösen und hiermit assoziierte Schmerzen wie der Spannungskopfschmerz rückläufig sind. Außerdem lässt sich bei vielen Patienten eine Reduktion einer vorliegenden Weichteilschwellung beobachten. Die verminderte Weichteilschwellung könnte auf einen verbesserten Lymphstrom beruhen, sodass die Lymphe (Lymphflüssigkeit) schneller und effektiver transportiert werden kann. Die Verbesserung des Lymphstroms kann des Weiteren auch Einfluss auf das Immunsystem haben, da hierdurch das angeborene Immunsystem schneller agieren kann.

Nach der Therapie

Im Anschluss an die Durchführung des Verfahrens sind keine begleitenden Maßnahmen notwendig.

Mögliche Komplikationen

Bei der Scenar-Therapie handelt es sich um ein nicht-invasives therapeutisches Verfahren, welches mit keinerlei Risiko für Komplikationen bei korrekter Anwendung assoziiert ist.

Literatur

  1. Lazik D, Luther S, Tiedje H, Kittel R, Badtke G: SCENAR in der Anwendung bei muskuloskelettalen Beschwerden im Kraftsport. BM Biologische Medizin. 2006
  2. Scherer U: Scenar-Therapie – Ein schmerzfreies und ganzheitliches Therapieverfahren zur Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen. CO`MED. 2005. 8:86-90

     
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